Die Zitate der Woche: «Eine weitere Verlagerung ist unumgänglich, sonst droht uns der Verkehrskollaps»

Kloten will sein Tram, der Bund sagt Nein. Bild: kloten.ch

Jede Woche wirft Mobimag einen Blick auf die wichtigsten Zitate. Dieses Mal mit dem Stadtpräsident von Kloten, der den Bund scharf kritisiert, Bundesrichtern, die Smartphone-Fussgänger in die Pflicht nehmen und einem Astra-Sprecher, der zu schnelle E-Bike-Fahrer ins Visier nimmt.

von Stefan Ehrbar
22. Juni 2022

Die Zitate der Woche

Da sich der Verkehrsfluss nicht wie gewünscht entwickelt hat, wurde entschieden, Verbesserungen an den Rampen der Baustellenbrücke vorzunehmen.

Das Bundesamt für Strassen begründet den vorzeitigen Abbau der «Astra Bridge» auf der A1 (solothurnerzeitung.ch)

Der Aargau hat auf einer Strecke von 70 Kilometern Flüsterbeläge eingebaut. Innerorts sind sie vielerorts Standard geworden. […] Kann sich Italien Flüsterbeläge leisten, und das reiche Zürich nicht?

Der Zürcher Kantonsrat Thomas Lamprecht (EDU) zu seiner Forderung nach mehr Flüsterbelägen (nzz.ch)

Mit tieferen Billettpreisen würden die Erträge sinken. Dann müsste das Angebot abgebaut werden, um die vorgegebene Kostendeckung zu erreichen.

Der Aargauer Regierungsrat will keine Preissenkungen im öffentlichen Verkehr (aargauerzeitung.ch)

Fusionen sind stets mit einer grossen Portion Emotion verbunden. Zudem sind wir alles Ostschweizer und haben einen gesunden Menschenverstand, darum konnte die Fusion von den AB und der FWB vollzogen werden. Dies, nachdem wir uns eigentlich schon seit zehn Jahren im ‹Konkubinat› befanden. Der Zusammenschluss erfolgte gänzlich ohne Nebengeräusche und unseren 240 Mitarbeitern ermöglichen sich nun ganz neue Perspektiven; nicht nur im räumlichen Sinn.

Ernst Boos, Verwaltungsratspräsident der Appenzeller Bahnen, zur Fusion mit der Frauenfeld-Wil-Bahn (tagblatt.ch)

Die Erfahrung hat gezeigt, dass vor allem schnelle E-Bikes Tempo 30 des Öfteren überschreiten. […] Wir können erwarten, dass ein E-Biker einigermassen einschätzen kann, wie schnell er fährt.

Astra-Sprecher Thomas Rohrbach zur Möglichkeit, E-Bike-Fahrer zu büssen, die zu schnell unterwegs sind (landbote.ch)

Wir müssen uns wegen der aktuellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit einer Preiserhöhung im Jahr 2024 auseinandersetzen. […] Ob und wie hoch eine Preisanpassung im Tarifverbund Nordwestschweiz ausfallen wird, ist jedoch auch eine politische Frage. Die Kantone wirken bei der Preisgestaltung mit. Kann oder will die Politik die Preise nicht erhöhen, dann bleiben nur zwei Optionen: Ausgleich der Differenz durch den Leistungsauftrag oder Abbau des Angebots.

BLT-Direktor Andreas Büttiker zu möglichen Preiserhöhungen in der Nordwestschweiz ab 2024 (bazonline.ch)

Wir fordern, dass der Kanton Luzern und das Bundesamt für Strassen das Projekt Bypass aufgeben und stattdessen eine Verkehrswende zu einer ökologischen und sozialgerechten Mobilität umsetzen.

Klima-Aktivistin Milena Hess zum Protest gegen den geplanten Autobahntunnel in Luzern (zentralplus.ch)

Eine weitere Verlagerung des Verkehrs auf Tram und Velo ist unumgänglich, sonst droht uns ein Verkehrskollaps. Der Kanton sieht es genauso. […] Agglomerationen in der ganzen Schweiz profitieren von diesen Geldern des Bundes. Wieso ausgerechnet die Flughafenregion darauf verzichten soll, sehe ich nicht ein. Beim Finanzausgleich sind wir ja als Zahler auch immer sehr gefragt. Ohne die Mittel aus dem Agglomerationsprogramm hat das Projekt im Kantonsrat keine Chance.

René Huber, Stadtpräsident von Kloten, zum Bundes-Nein zur Verlängerung der Glattalbahn nach Kloten (zuonline.ch)

Wir klären zurzeit grundsätzlich ab, bei welchen Linien im Verbundgebiet eine Ausschreibung sinnvoll wäre. Ein definitiver Grundsatzentscheid ist noch nicht gefallen. Wahrscheinlich wissen wir in einem Jahr mehr. […] Gemäss Gesetz kann der VVL Linien «regelmässig» ausschreiben. Die VBL wollen sich fit für diese Herausforderung machen, was für die ÖV-Teilnehmer ein gutes Zeichen ist. Grundsätzlich bin ich überzeugt, dass Konkurrenz den Markt belebt.

Ruth Aregger, Präsidentin des Verkehrsverbunds Luzern zum Streit mit den Verkehrsbetrieben Luzern (luzernerzeitung.ch)

Im konkreten Fall handelte der Fussgänger grob fahrlässig, indem er seinen Blick auf das Mobiltelefon richtete und – davon abgelenkt – unvermittelt das Tramtrassee betrat, ohne zuvor nach links zu schauen. Der Unfall ereignete sich bei schönem Wetter und trockener Strasse auf einer geraden Strecke mit übersichtlichen Verhältnissen. Fussgängern war es ohne Weiteres möglich, herannahende Trams von Weitem zu erkennen. Auch hatte die Stadt Zürich die Tramhaltestelle nicht besser zu sichern. Der Betroffene war zudem ortskundig. Zwar mögen über ihr Mobiltelefon gebeugte Fussgänger heute zum alltäglichen städtischen Strassenbild gehören. Das ändert aber nichts daran, dass auch Fussgänger die im Stadtverkehr gebotene Aufmerksamkeit aufbringen müssen.

Das Bundesgericht spricht die VBZ von einer Mitschuld an einem Unfall frei (bger.ch)

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