
Jede Woche wirft Mobimag einen Blick auf die wichtigsten Zitate. Dieses Mal mit dem Chef einer erfolgreichen Schweizer IT-Firma, der erklärt, warum New York sein Produkt will, aber die SBB nicht; einem Verkehrssoziologen, der den Leidensdruck am Gotthard für noch nicht hoch genug hält und Ärger über die Freiburger Verkehrsbetriebe.
von Stefan Ehrbar
31. Mai 2023
Die Zitate der Woche
Wenn ich etwas mache, dann richtig. Darunter litt mitunter der Feierabend oder das Wochenende. […] Meine Kernaufgabe besteht darin, das feu sacré innerhalb des Betriebs aufrechtzuerhalten. […]Wer führt, kommuniziert. Bei mir gibt es immer Originalton.
Der abtretende Direktor der Baselland Transport AG (BLT) Andreas Büttiker in einem Porträt zu seiner Motivation und der Frage, warum er auch die Medienarbeit übernimmt (bazonline.ch)
Die Zustände sind nicht mehr tragbar für die Menschen im Kanton Uri.
Der Urner Mitte-Nationalrat Simon Stadler will an Feiertagen eine Maut für Autofahrer am Gotthard (blick.ch)
Wenn man auf die strategische Bedeutung und die Größe des Marktes schaut, glaube ich definitiv, dass ITA unsere Nummer zwei werden kann nach Swiss eines Tages.
Lufthansa-Chef Carsten Spohr kann Anteile der italienischen Airline ITA übernehmen – und ordnet ihre Bedeutung im Vergleich zur Swiss ein (aerotelegraph.com)
Das Ziel netto null bis 2050 ist gut. Aber es ist falsch, das in ein Gesetz zu schreiben. Zunächst müssen wir genügend Strom haben, erst dann können wir dekarbonisieren. Woher soll all der Strom kommen, wenn wir Heizungen und Verkehr nun auf Teufel komm raus elektrifizieren?
SVP-Nationalrat Michael Graber leitet das Nein-Komitee vor der Abstimmung zum Klimaschutzgesetz am 18. Juni (tagesanzeiger.ch)
Es hat sich der Eindruck verselbständigt, die Planer hätten auf dem Reissbrett Pläne entworfen, ohne sich um die Auswirkungen zu scheren. Was nur schon durch den Ablauf der Ereignisse widerlegt wird. Zürich erhielt im März 2019 unter anderem den Vorzug vor Bern, weil die Limmatstadt einen Anlass im Zentrum in Aussicht gestellt hatte. Im Vergleich zu den anfangs skizzierten Strecken haben die Veranstalter bereits etliche Abstriche gemacht.
Die «NZZ am Sonntag» relativiert die Befürchtungen, die nächstes Jahr geplante Rad-WM in Zürich führe zu einem Verkehrskollaps (magazin.nzz.ch)
Die Idee der SBB-App mit dem damaligen CEO Andreas Meyer war ein Tür-zu-Tür-Konzept, sehr ähnlich dem, das wir nun in New York realisieren, auch wenn es in der Zwischenzeit durch die Klimadebatte, die Pandemie und Homeoffice viel komplizierter geworden ist. Mit dem Managementwechsel bei der SBB kam dann eine Strategieänderung. Es wurde gesagt, das Wichtigste für die SBB sei die Stadt-zu-Stadt-Verbindung. Das sei die Kernkompetenz.
Stefan Muff hat mit der Schweizer Mobilitäts-App-Firma Axon Vibe einen grossen Auftrag der Metropolitan Transport Authority von New York gewonnen. Die SBB hingegen hat kein Interesse mehr (handelszeitung.ch)
Der Leidensdruck ist offensichtlich nicht so hoch, anstatt zehn werden vielleicht zwölf Stunden im Auto für die Anreise verbracht. Zudem wird das verzögerte Fortkommen durch WC-Häuschen an den Staustellen erträglich gestaltet. Die Gotthard Raststätte ist mehr ein Erlebnispark als eine Tankstelle. Lange Wartezeiten können dort gut «abgewettert» werden. Die Leidtragenden sind die Anwohnenden, also die Urner Bevölkerung, für die der Stau dann im Gegensatz zu den Freizeitreisenden zum Alltag wird.
Der Verkehrssoziologe Timo Ohnmacht sagt: Offenbar sind die Gotthard-Staus noch nicht schlimm genug, als dass sie Reisende zum Umdenken bewegen (luzernerzeitung.ch)
Die Infrastruktur von öffentlichem Verkehr, Individualverkehr und der dadurch notwendigen Infrastruktur hat Auswirkungen auf den Energieverbrauch. Hinzu kommt die Tatsache, dass der öffentliche Verkehr immer mehr elektrifiziert ist.
Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich rechnet damit, dass der Bedarf an Strom steigen wird und die Abnahme des Energieverbrauchs der letzten Jahre sich verlangsamt – auch wegen dem ÖV (limmattalerzeitung.ch)
Es gibt nicht die eine Lösung, die für alle passt. […] Wer seine Mobilität ändern will, muss aus bestehenden Routinen ausbrechen. Das ist nicht leicht.
Philipp Scharfenberger, Vizedirektor des HSG-Instituts für Mobilität, hat untersucht, was Haushalte dazu motiviert, ihre Mobilität nachhaltiger zu gestalten (tagblatt.ch)
Wir sind empört, dass die TPF die Kosten für den Schaden des Dieselunfalls im Jahr 2019, der den Tiguelet-Bach verunreinigt hatte, auf die Agglomeration abwälzen. […] Wir haben auch festgestellt, dass die TPF Holding jährlich hohe Beträge zulasten des Geschäftsbereichs Verkehr fakturiert. Uns ist klar, dass Elemente wie die Buchhaltung oder das Marketing auf mehrere Departemente verteilt werden können. Dennoch gibt es diesbezüglich keinerlei Transparenz.
Der Agglorat Freiburg will mit einer Expertengruppe herausfinden, warum die Agglomeration für den ÖV immer mehr bezahlen muss und wie es zu fragwürdigen Rechnungsbeträgen kommt, wie ihr Finanz-Präsident François Grangier sagt (freiburger-nachrichten.ch)
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