Elf Stunden Werbe-Spots für über 33’000 Franken: Das sind die lukrativsten Werbebildschirme der SBB (Abo)

Nicht günstig: Werbung im Zürcher Hauptbahnhof. Bild: Ellen Jenni / Unsplash

In den Bahnhöfen und an Flughäfen stehen immer mehr Werbebildschirme. Sie ersetzen die klassischen Werbeplakate und versprechen mehr Einnahmen. Diese Bildschirme spielen der Bahn und dem Flughafen Zürich am meisten Geld ein – und darum sind die elektronischen Screens umstritten.

von Stefan Ehrbar
8. August 2022

Wer im offiziellen Bilder- und Video-Verzeichnis der SBB Fotos von Bahnhöfen sucht, dem wird das Bild von kommerzfreien, modernen Transport-Drehscheiben voller fröhlicher Menschen vermittelt. Doch das täuscht. Denn die Bahnhöfe sind mittlerweile voll von Plakat-Werbung und elektronischen Werbescreens. Insbesondere letztere haben in der jüngeren Vergangenheit stark zugenommen. Alleine in den Bahnhöfen der SBB stehen mittlerweile fast 450 solcher Werbebildschirme, und auch Betriebe wie die VBZ, Postauto oder die BLS wollen das Geschäft forcieren (Mobimag berichtete).


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Kein Wunder: Eine elektronische Werbeanzeige ist deutlich rentabler als eine analoge Plakatstelle. Nicht nur erregt sie mehr Aufmerksamkeit, die Werbung kann auch zeitlich und örtlich gezielter und auf das Verhalten der Zielgruppe abgestimmt ausgespielt werden.

Dabei sind die Screens nicht unumstritten: Für die Umwelt sind sie schädlicher als analoge Plakate. Das zeigt eine Studie der Stadt Zürich, welche den Energiebedarf und die Emissionen eines analogen Plakat-Scrollers mit einem gleich grossen LCD-Werbescreen verglichen hat. Der Screen kommt auf einen Primärenergiebedarf von über 16 Gigajoule Öl-Äquivalenten pro Jahr, die analoge Plakatstelle auf gut 7 Gigajoule.


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Der Betrieb eines LCD-Werbescreens verursacht damit einen 2,3mal-höheren Energieaufwand, was vor allem am viel höheren Aufwand während der Nutzungsphase liegt. Aber auch der Herstellungsaufwand ist grösser. Für die Studie wurde ein Betrieb mit Strom aus erneuerbaren Quellen vermutet.

Auch bei den Treibhausgasemissionen schneiden die Screens schlechter ab: Die Plakat-Stelle kommt von der Produktion über die Nutzung bis hin zur Entsorgung auf durchschnittlich etwa 180 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Jahr, der LCD-Werbescreen auf knapp 400 (zur Studie als PDF-Dokument).

Doch kommerziell lohnen sich die Werbescreens. Ein Plakat der üblichen Querformats-Grösse F12 kann beispielsweise im S-Bahn-Teil des Zürcher Hauptbahnhofs bereits für 330 Franken pro Woche gebucht werden. Wer hingegen einen 10 Sekunden langen Werbespot auf den vier grossen Screens im selben Bahnhofsteil 4200 mal schalten will, was gut 11 Stunden entspricht, muss für den selben Zeitraum 8610 Franken berappen. Auf dem selben Board kann die Vermarkterin APG aber noch weitere Spots schalten und insgesamt etwa sechsmal so hohe Einnahmen generieren.

Eine Schätzung von Mobimag zeigt: Bei voller Auslastung setzen die Werbebildschirme alleine im Zürcher Hauptbahnhof gegen 1,5 Millionen Franken pro Woche um. Zugrunde gelegt wurden die Brutto-Tarife der Werbevermarkterin APG für eine Woche im Oktober ohne Rabatt.


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Doch an welchen Bahnhöfen macht die SBB damit am meisten Geld? Und wie viel nimmt der Flughafen Zürich ein? Die folgenden Tabellen zeigen auf, wie viel Geld für einen 10-Sekunden-Spot gezahlt werden muss, der pro Woche 4200 mal auf den jeweiligen Flächen geschaltet wird. Berücksichtigt wurden die 15 grössten Schweizer Bahnhöfe und der Flughafen Zürich. Die teuersten Flächen sind die 25 ePanels im Bereich Bahnhof-/Löwenstrasse des Zürcher Hauptbahnhofs. Für sie werden über 33’000 Franken pro Woche fällig.

Unter ePanels versteht die APG die Werbebildschirme üblicher Grösse, eBoards sind grosse Werbetafeln, wie sie etwa in der Haupthalle des Hauptbahnhofs hängen – also beispielsweise die linke Fläche der Tafel im Artikelbild oben.

Die Tabellen sind geordnet nach Anzahl der Bahnhofsnutzer im Jahr 2021 gemäss der SBB. Der Flughafen Zürich erscheint als letzte Tabelle:


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