Die Zitate der Woche: «Die Autokonzerne schützen ihre Produkte bis zum bitteren Ende, anstatt die Bedürfnisse zu analysieren»

Die Autoindustrie hat kein Interesse an Lösungen, sagt eine Nachhaltigkeitsforscherin. Bild: Lukas / Unsplash

Jede Woche wirft Mobimag einen Blick auf die wichtigsten Zitate. Dieses Mal mit einem Schriftsteller, der 5000 Kilometer zu Fuss unterwegs war, einer Gemeindepräsidentin, die sich über zu laute Güterwagen beklagt und der Verantwortlichen für den Veloverkehr in Bern, die ihren Einsatz verteidigt.

von Stefan Ehrbar
7. September 2022

Die Zitate der Woche

Nur weil ein Elektroauto mit Strom fortbewegt wird, ist das noch lange kein Freipass, dieses verschwenderisch zu nutzen und dementsprechend die ganze Zeit am Strom anzuschliessen. […] Egal, ob schädlicher Verbrennungsmotor oder umweltverträglicheres Elektroauto – die Bevölkerung muss möglichst auf den öffentlichen Verkehr, das Velo oder auf ‹zu Fuss› umsteigen.

Grünen-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber zu möglichen Einschränkungen wegen einer Strom-Mangellage (20min.ch)

Endlich erhalten wir unseren Bahnhof, den die Bauern 1848 verhindert haben. […] In den 70er-Jahren war in Spreitenbach auch eine U-Bahn-Station im Gespräch. Die Zürcher entschieden sich gegen einen Bau. Das wäre heutzutage genial.

Der frühere Spreitenbacher Gemeindepräsident Josef Bütler (FDP) zur Limmattalbahn-Haltestelle beim Shoppi Tivoli (limmattalerzeitung.ch)

Die Funktion der Kantonsstrassen als Hauptverkehrsachsen wird durch die punktuelle Einführung von Tempo 30 nicht in Frage gestellt.

Der Regierungsrat des Kanton Basel-Landschaft zur Einführung von Tempo 30 in drei Dorfkernen (bzbasel.ch)

Während der Pandemie bin ich lange nicht geflogen und bemerkte: Es ist nicht unbedingt nötig. Ich versuche, nur noch zu fliegen, wenn ich es wirklich für wichtig halte. Ich würde gerne öfter langsamer reisen und anders, etwa nach Europa segeln. Die Leute wollen die Welt sehen, das ist natürlich, aber sie können das auch, ohne so viel CO2 auszustossen. Ich bin in meinem Leben fast 5000 Kilometer zu Fuss gegangen.

Der Schrifsteller Kim Stanley Robinson hat ein Buch geschrieben, das in der Schweiz spielt (nzz.ch)

Die Autokonzerne schützen ihre Produkte bis zum bitteren Ende, anstatt die Bedürfnisse zu analysieren und neue Strategien zu entwerfen. Beim E-Auto geht es darum, Fahrzeuge mit möglichst geringem CO₂-Ausstoss zu produzieren. Aber das ist nicht die Lösung angesichts der Herausforderungen, vor denen wir stehen. Wir haben auch ein Biodiversitätsproblem, ein Problem mit den knappen Flächen in den Städten, ein Problem mit der Luftverschmutzung, mit dem Grundwasser und ein Lieferkettenproblem. Wir müssen uns fragen, wie wir die Mobilität in Anbetracht all der genannten Problemkreise organisieren können.

Die Nachhaltigkeitsforscherin Maja Göpel zur Frage, warum Elektroautos alleine nichts bringen (tagesanzeiger.ch)

Ich finde es unmöglich, dass eine ganze Bevölkerungsschicht, die jetzt noch nicht digital unterwegs ist, bei der Benutzung einer öffentlichen WC-Anlage ausgegrenzt wird.

Angelica Ferroni, Präsidentin des Forum Luzern 60 Plus, zu bargeldlosen WCs der SBB im Bahnhof Luzern (srf.ch)

Der Beruf des Lastwagenfahrers ist für Junge nicht mehr interessant. Wir finden keinen Nachwuchs. […] Ich kenne viele inländische Fahrer, die mir sagen, sie können von ihrem Lohn nicht mehr leben.

David Piras, Generalsekretär des Verbands Le Routiers Suisse, zur Initative u.a. für einen verbindlichen Mindestlohn (tagblatt.ch)

Die Sanierung des Rollmaterials hat möglicherweise eine Reduktion des Lärms gebracht, diese ist aber für die Bevölkerung nicht wahrnehmbar und auch nicht ausreichend, da das ausländische Rollmaterial wohl noch lange Zeit unsaniert bleibt.

Die Oetwiler Gemeindepräsidentin Rahel von Planta (FDP) zum Lärm des Rangierbahnhof Limmattal (limmattalerzeitung.ch)

Seit dem 15. Juli dieses Jahres müssen wir wegen des niedrigen Wasserstands zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein allerdings einen zweigeteilten Betrieb anbieten, der zu einem Rückgang der Passagierzahlen von rund zehn Prozent führte. Im Juli und August kamen erschwerend die sehr hohen Temperaturen dazu, bei denen ältere Leute lieber in der kühlen Wohnung bleiben und die Familien in die Badi gehen. Das verursachte nochmals einen Passagierrückgang von zehn bis 15 Prozent.

Remo Rey, Geschäftsführer der Schifffahrtsgesellschaft Untersee, zum Rückgang der Passagierzahlen (tagblatt.ch)

Unser Einsatz hat nicht abgenommen. Der Stadtrat hat kürzlich über die Velorouten in Berns Westen befunden. Das bringt eine deutliche Verbesserung. Auch mit kleinen Massnahmen wie etwa zwischen der Monbijoubrücke und dem Thunplatz schaffen wir eine bessere Situation für Velofahrer*innen. Wir verzeichnen in Bern eine Zunahme der Menschen, die das Velo nutzen. Unser Ziel ist eine gute Veloinfrastruktur für 8- bis 80-jährige.

Die Berner SP-Gemeinderätin Marieke Kruit zu ihrer Verkehrspolitik und der Veloförderung in der Bundesstat (hauptstadt.be)

Schreiben Sie einen Kommentar

Diesen Artikel kommentieren