
Jede Woche wirft Mobimag einen Blick auf die wichtigsten Zitate. Dieses Mal mit Architekturkritiker Benedikt Loderer, der die Folgen der Aufwertung analysiert, VöV-Chef Ueli Stückelberger, der mehr Direktzüge ins Ausland will und der Berner Gemeinderätin Marieke Kruit, die eine ernüchternde Nachricht in Sachen Verkehrswende erzählt.
von Stefan Ehrbar
23. August 2023
Die Zitate der Woche
Es ist laut, das wollen wir gar nicht schönreden. Wir haben versucht, Lärmschutzwände aufzustellen. Aber die haben leider nicht viel genützt.
Roger Wohlgemuth, Oberbauleiter der SBB, zu Lärmklagen von Anwohnern in Rüschlikon. Dort führt die SBB Installationsarbeiten für den neuen Bahnhof durch (zsz.ch)
Das Info-Center, welches die einzige Anlaufstelle zur Reservierung der Spartageskarten sein wird, schätzt den Kundenkontakt. Einziger Mehraufwand ist die Personalisierung der Tageskarten, wobei auch heute schon die Kontaktdaten aufgenommen werden.
Stefan Sieber, Leiter der Fachstelle für Kundenservice, Gewerbe und Markt der Stadt Wil erklärt, weshalb seine Gemeinde die neue Gemeinde-Tageskarte des ÖV ab Ende Jahr anbieten wird (tagblatt.ch)
Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist miserabel. Trotz Investitionen von einer Milliarde profitiert nur ein kleiner Teil der Stadt. Insbesondere in Jona, wo ein Grossteil der Bevölkerung lebt, bringt das Projekt nichts. Zudem ist der Tunnel unökologisch und klimaschädlich. Er wird gesamthaft zu mehr Autoverkehr führen, was dem Ziel einer nachhaltigen Mobilität widerspricht. Zudem verursacht der Bau enorme Mengen CO₂ und führt während Jahren zu massiven Beeinträchtigungen in der Stadt.
Manuel Bleibler wehrt sich mit einem Komitee gegen den Bau eines Stadttunnels in Rapperswil-Jona, der die Stadt vom Durchgangsverkehr befreien soll (nau.ch)
Detektoren können keine Entgleisung verhindern. Aber sie hätten verhindert, dass der Zug noch acht Kilometer weiterfährt und weitere Infrastruktur beschädigt. Zwei der Wagen des Gotthard-Unfallzugs sind von Wascosa, beide sind mit Entgleisungsdetektoren ausgestattet. Die Wagen sind jedoch aufgrund ihrer Position im Zugverband, also am Anfang oder Ende des Zuges, nicht entgleist und konnten deswegen auch nicht Alarm schlagen.
Die Ingenieurin Irmhild Saabel ist Mitglied der Geschäftsleitung der Luzerner Wascosa AG, zur Entgleisung eines Güterzugs im Gotthard-Basistunnel (blick.ch)
Direktzüge sind ausserordentlich wichtig für die Bahn. Man sollte sie nicht etwa abbauen, sondern im Gegenteil ausbauen. […] Wir wollen nicht einfach nur den ökologischen Vorteil des öffentlichen Verkehrs betonen, sondern mehr Menschen dazu bringen, ihn zu nutzen.
Ueli Stückelberger, Direktor des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV), zu den Plänen des Bundesamt für Verkehr, internationale Züge in Basel SBB zu brechen (magazin.nzz.ch)
Menschen mit Mobilitätseinschränkungen liegen uns sehr am Herzen. Zusammen mit verschiedenen Behindertenverbänden analysieren und besprechen wir zweimal pro Jahr Herausforderungen rund um den öffentlichen Verkehr. Wir suchen neue Lösungen oder passen Markierungen an, die den Betroffenen im Alltag Schwierigkeiten bereiten. Wir informieren die Betroffenen über neue Fahrzeuge, neue Haltestellen und Umbauprojekte.
VBZ-Sprecher Fabio Müller reagiert auf die Kritik, dass die Haltestellen der VBZ nicht für Sehbehinderte geeignet sind (nau.ch)
Immerhin wählen die wohlhabenden Leute in den verkehrsberuhigten Zonen rot-grün. Die rot-grün Wählenden in den Städten sind die eigentlichen Gentrifizierer. Sie haben bloss ein schlechtes Gewissen dabei, weil sie das Gefühl haben, soziale Anliegen vertreten zu müssen. Aber man kann nicht alles haben.
Der Bieler Stadtratspräsident und Architekturkritiker Benedikt Loderer (Grüne Fraktion) über die Folgen von verkehrsberuhigenden Massnahmen (tagesanzeiger.ch)
In Deutschland stockt die Wirtschaft, und in Rotterdam und Antwerpen ist der Container-Umschlag im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent geschrumpft. […] Die BLS ist sehr froh, dass der Bundesrat dem Parlament den Vollausbau des Lötschbergtunnels beantragt hat. Wäre dieser schon umgesetzt gewesen, hätte sämtlicher Umleitungsverkehr durch den Lötschberg fahren können.
Dirk Stahl, der Geschäftsleiter von BLS Cargo, zu den Auswirkungen der reduzierten Kapazität durch den Gotthard-Basistunnel auf sein Unternehmen (nzz.ch)
Wir denken nach wie vor, dass unsere Technologie auch in der Schweiz sinnvoll wäre.
Roman Oberli, Chef der Luzerner IT-Firma Axon Vibe zum Auftrag der US-Verkehrsbehörde MTA für eine neue App zur Lenkung von Personenströmen in New York und einer Zusammenarbeit mit der SBB (blick.ch)
Wir wollen eine Veloinfrastruktur schaffen, die der Nachfrage entspricht und auch sicher ist. […] Es ist aber so, dass die Zunahme des Veloverkehrs nicht primär auf Menschen zurückgehen dürfte, die nicht mehr Auto und dafür Velo fahren. Man kann umgekehrt aber auch nicht schliessen, dass gar kein Umsteigen stattgefunden hat.
Die Berner Gemeinderätin Marieke Kruit (SP) zur Velo-Politik der Stadtregierung (derbund.ch)
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