
Eine Erfolgsgeschichte: Tram-Projekte wie die Limmattalbahn. Bild: ZVV
Während der Bund beim Bahnausbau Projekte zusammenstreichen muss, hat er für Trams und Stadtbahnen zu viel Geld. Das liegt auch an einem Fehlanreiz: Kantone müssen sich im Gegensatz zu Eisenbahnen finanziell selbst daran beteiligen. Diesen will der Bundesrat aber nicht beheben.
Stefan Ehrbar,
9. März 2026
Dieses Problem hat der Bund selten: Er hat zu viel Geld – zumindest, wenn es um den Bau neuer Trams geht. Diese finanziert er über die Agglomerationsprogramme maximal zur Hälfte mit. «Wir haben mehr Geld zur Verfügung, als wir ausgeben können», sagte Bundesrat Albert Rösti (SVP) vor wenigen Tagen vor Journalisten. Die Kantone würden die Beiträge nämlich nicht vollständig abrufen.
Das liegt auch an einem Fehlanreiz. Ausbauten der Eisenbahn finanziert der Bund über den Bahninfrastruktur-Fonds (BIF) alleine. Zwar müssen sich die Kantone an dessen Äufnung beteiligen, doch die Beträge sind fix und vergleichsweise tief. Wenn sie eine neue Eisenbahn-Strecke oder einen neuen Bahnhof erhalten, belastet das ihr Budget nicht zusätzlich. Wenn sie ein neues Tram bauen, müssen sich die Kantone hingegen zusammen mit den Gemeinden an den Kosten beteiligen.
Das führt dazu, dass der Wunschzettel bei der Eisenbahn immer länger wird. Der Bund zog deshalb die Notbremse. ETH-Professor Ulrich Weidmann überprüfte 135 Projekte mit einem Volumen von über 62 Milliarden Franken. Übrig blieben Investitionen von 24 Milliarden Franken, die der Bund in den nächsten 20 Jahren tätigen will.
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