Die SBB braucht mehr Geld: Jetzt drohen höhere Ticketpreise – und beim Bahnausbau steht Vincent Ducrot auf die Bremse

SBB-Chef Vincent Ducrot mahnt: Der Rückstand beim Substanzerhalt nimmt zu. Bild: SBB

Die Bahn ist bei den Reisenden beliebt wie nie. Doch trotz eines Jahresgewinns von fast 500 Millionen Franken bleibt die Verschuldung zu hoch. SBB-Chef-Vincent Ducrot hat Ideen, wie sie reduziert werden kann. Dazu gehört, effizienter zu werden – aber auch die Kundschaft wird ihren Teil leisten müssen.

Stefan Ehrbar,
16. März 2026

Bei der SBB wachsen die Kosten schneller als die Erträge. Das soll sich ändern. Dafür brauche es alle, sagte Finanzchef Franz Steiger vergangenen Mittwoch vor den Medien in Bern. Der Personenverkehr müsse profitabler werden, der Güterverkehr müsse die Verluste wegbringen, die Immobiliensparte weiterhin gute Ergebnisse schreiben – und dann wären da auch noch die Kundinnen und Kunden. «Es wird auch sie brauchen», sagte Steiger. «Sie werden einen fairen Preis zahlen müssen.» Das ist eine nette Umschreibung für Ticketpreiserhöhungen.

Alleine kann die SBB die Billettpreise nicht verteuern. Diese werden auf regionaler Ebene von den Verbünden und auf nationaler Ebene vom Branchenverband Alliance Swisspass bestimmt. Zuletzt erhöhte dieser die Preise per Ende 2024. Ob sie Ende Jahr nach einem Jahr Pause wieder steigen, entscheiden die Mitglieder in den nächsten Wochen. Die SBB hat im Verband ein grosses Gewicht.

Wenn die Bahn nicht ihre Kosten senkt und ihre Einnahmen erhöht, kann sie ihre Ausgaben in Rollmaterial oder Energieanlagen nicht aus eigener Kraft finanzieren. Dafür braucht sie jeweils einen Jahresgewinn von etwa 500 Millionen Franken.

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