Das waren die meistbelasteten Autobahn-Abschnitte im Jahr 2022 – und so hat sich der Verkehr in den letzten Jahren entwickelt

Die A3 vor Zürich: Der Verkehr auf Autobahnen wächst wieder. Bild: Patrick Federi/Unsplash

Neue Zahlen zur Entwicklung des Verkehrs auf den Schweizer Autobahnen zeigen: Die Rangliste der meistbefahrenen Abschnitte hat sich verändert – und die Wachstumsraten waren zuletzt unterschiedlich hoch. In einer Region war das Verkehrswachstum zuletzt besonders ausgeprägt, zeigt die Mobimag-Analyse.

von Stefan Ehrbar
18. April 2023

Die Coronakrise sorgte für einen Einbruch des Verkehrs. Das machte sich auch auf den Autobahnen bemerkbar. Besonders im Jahr 2020 wurde ein Einbruch registriert, wie es ihn zuvor nicht gegeben hatte. Im letzten Jahr allerdings erholte sich der Verkehr bereits wieder – und auf einigen Abschnitten waren schon wieder mehr Fahrzeuge unterwegs als im Jahr 2019 vor der Coronakrise.

Damals war ein Rekord bei der Belastung der Nationalstrassen verzeichnet worden. Dieser könnte bereits im laufenden Jahr wieder gebrochen werden.

Die Analyse von Mobimag zeigt: Im Jahr 2022 war – wie schon in den Jahren zuvor – die Messstelle auf der A1 bei Wallisellen ZH die meistbefahrene. Durchschnittlich 134’000 Fahrzeuge pro Tag wurden hier gemessen, an Werktagen waren es sogar 138’000.

Bei der Rangliste hat sich danach allerdings etwas verändert: Neu auf Rang 2 folgt die A2 bei Muttenz BL, die die Messtelle auf der A1 bei Würenlos im Kanton Aargau überholt hat. Auf den beiden Abschnitten wurden 130’000 respektive 126’000 Fahrzeuge pro Tag gezählt, was Autos, Cars und Lastwagen beinhaltet.

Interessant ist der Vergleich der Werte des vergangenen Jahres mit jenen des Jahres 2019 und des Jahres 2020. Hierfür wurden ausgewählte Zählstellen berücksichtigt. Nicht für alle standen für alle drei Jahre Daten zur Verfügung. Das liegt etwa an Baustellen oder technischen Fehlern an den Messgeräten.

Bereits wieder mehr Verkehr als im Jahr 2019 wurden letztes Jahr auf der A1 bei Gunzgen, der A2 auf der Schwarzwaldbrücke bei Basel und der A2 bei Muttenz BL gezählt.

Etwa auf Vorkrisenniveau sind die Zählstellen rund um Bern. Am stärksten im Minus hingegen sind die Zählstellen im Mittelland und rund um Zürich - etwa auf der Zürcher Westumfahrung bei Urdorf, auf der A1 bei Würenlos und in Mattstetten.

 

Das könnte damit zu tun haben, dass das heutzutage weiter verbreitete Homeoffice sich stärker auf die klassischen Pendelstrecken im Mittelland auswirkt. Dort ist der Anteil der Menschen, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, höher. Auf Strecken, die auch einen sehr hohen Anteil an Touristinnen und Touristen aufweisen - etwa in Basel nahe der Grenze - sind die Zahlen hingegen höher. 

Das ist aber eine Momentaufnahme, die sich schnell drehen könnte. Im letzten Jahr legten etwa auch die Zählstellen bei Opfikon, Mattstetten oder Gunzgen stark zu. Bei ersterer dürfte das auch mit dem Wiedererstarken des Flugbetriebes zu tun haben, liegt doch die Messstelle auf der Zubringer-Autobahn zum Flughafen Zürich.

Erneut zeigte sich auch letztes Jahr, dass die mediale Berichterstattung nicht unbedingt mit dem tatsächlichen Verkehrsaufkommen korreliert. Auf der Gotthard-Autobahn A2 bei Biasca etwa wurden im Durchschnitt nur gerade 32'694 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Das reicht für Platz 137 unter allen Messstellen. Abgesehen von einigen Tagen in den Ferien und rund um Feiertage herrscht dort mehr oder weniger immer freier Verkehr. Bei Erstfeld waren es gar nur knapp 26'000 Fahrzeuge pro Tag - Platz 162 auf der Rangliste.

Am wenigsten Fahrzeuge wurden im Durchschnitt auf den Nationalstrassen-Abschnitten beim Sustenpass, im Valle Bedretto, in Wiesen GR und auf dem Oberalppass gezählt. Hier bewegten sich die Werte zwischen 856 und 1601 Fahrzeugen pro Tag. Ebenfalls am Ende der Rangliste befinden sich die Messstellen Klausenpass, Flüela und Furkapass.

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