Die Zitate der Woche: «Müssen uns davon verabschieden, mit Gratis-ÖV Umsteigeeffekt zu erzielen»

Gratis-ÖV hätte laut einer Studie kaum einen positiven Effekt auf Passagierzahlen. Bild: Kajetan Sumali/Unsplash

Jede Woche wirft Mobimag einen Blick auf die wichtigsten Zitate. Dieses Mal mit dem Berner Regierungsrat Christoph Neuhaus, der den A1-Ausbau beim Grauholz verteidigt, den Grünen, die den Flughafen und den Kanton Zürich für ihre Strategie kritisieren und dem Walliser ÖV-Chef, der sagt, warum weitere Ausbauten schwierig sind.

von Stefan Ehrbar
7. Dezember 2022

Die Zitate der Woche

Wenn man Gebiete verdichtet und zum Beispiel die Anzahl Wohnungen verdoppelt, führt das zu mehr Verkehr und oft zu einer Verdreifachung der Parkplätze. Das ist ein Problem, wo wir beim Menschen ansetzen müssen. Der Raumplaner sucht Lösungen, scheitert aber am Menschen. Eigentlich müssten wir das Auto aus Städten und auch aus Siedlungen verbannen. So weit sind wir noch nicht.

Der frühere basel-landschaftliche Kantonsplaner und SIA-Geschäftsführer Hans-Georg Bächtold zu den Herausforderungen der Raumplanung (shn.ch)

Wenn ich ausrechne, was ein Fahrzeug über die gesamte Betriebsdauer kostet, lohnt es sich bereits heute, auf E-Mobilität zu setzen. Also ist es ebenfalls nur eine Frage der Liquidität. Doch bereits heute werden die allermeisten Geschäftsfahrzeuge geleast. Bei einem E-Auto sind die Leasing-Raten zwar tendenziell etwas höher, durch die viel tieferen Betriebs- und Unterhaltskosten des E-Autos ergeben sich dann aber wieder etwa gleich hohe laufende Kosten wie bei «Verbrennern». Ausserdem muss der Wechsel auf E-Mobilität nicht von heute auf morgen geschehen. Wir haben nun 15 Jahre Zeit, das entspricht ziemlich genau der Lebensdauer eines Fahrzeugs.

Der Basler SP-Grossrat Daniel Sägesser zum angenommenen Gegenvorschlag zur Klimagerechtigkeitsinitiative, nach dem Basel-Stadt bis 2037 klimaneutral werden muss (primenews.ch)

Mit dem Ausbau der A1 beim Grauholz werden Möglichkeiten geschaffen. Jede Person soll die freie Wahl haben, welches Verkehrsmittel sie verwendet, um an ihr Ziel zu gelangen. […] Die Bevölkerung im Kanton Bern wächst stetig und mit ihr das Verkehrsaufkommen, deshalb braucht es eine breitere Autobahn.

Der Berner Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) verteidigt das Ausbauprojekt des Bundesamt für Strassen beim Grauholz (hauptstadt.be)

Der an der Pressekonferenz durch die Swiss präsentierte Absenkpfad hin zur CO2-Neutralität in sehr ambitiös, entspricht aber kaum der Realität: Mit dem Wachstumsstreben in der Flugbranche und dem postulierten Ziel der Flughafen Zürich AG, 50 Millionen Passagiere bis 2040 abzufertigen, werden alle Bemühungen, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, neutralisiert. Zudem setzt die Aviatik zur Verminderung der Ausstösse voll auf Technik, die es vorderhand nicht gibt. Ob synthetische Flugtreibstoffe je industriell in der verlangten Menge werden hergestellt können und ob je genügend erneuerbare Energie dafür zur Verfügung stehen wird, kann heute nicht abgeschätzt werden. Wasserstoffbetriebene Langstreckenflugzeuge bleiben bis auf weiteres Utopie.

Die Zürcher Grünen kritisieren die Berichterstattung zum Flughafen Zürich, die der Kanton am Freitag vergangener Woche als Miteigentümer vorgestellt hat (gruene-zh.ch)

Die Stadt sollte die Velofahrer direkt fragen, warum sie ihre Velos nicht in die Station stellen wollen. Das Ziel muss sein, dass die Leute in die Velostation gehen, wenn an der Strasse kein Platz mehr ist, und nicht den Fussgängern den Weg verstellen.

Kurt Egli, Geschäftsleiter von Pro Velo Winterthur, zum Problem wild parkierter Velos und einer nicht ausgelasteten Velostation am Bahnhof Winterthur (landbote.ch)

Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass wir mit einem kostenlosen ÖV einen Umsteigeeffekt erzielen werden.

Manuela Haldner-Schierscher, Mitglied des Landtags des Fürstentum Liechtensteins, zu einer neuen Studie, die keinen Umsteigeeffekt bei einem Gratis-ÖV belegen konnte (volksblatt.li)

Die Schweiz muss mehr in erneuerbare Energien investieren und im Gegenzug die Ausgaben für die fossilen Brennstoffe reduzieren. Auch sollte der Öffentliche Verkehr ausgebaut werden. Gerade in Randregionen wie dem Jura braucht es preisgünstige Alternativen zum Auto.

SP-Bundesratskandidatin Elisabeth Baume-Schneider zu ihrem politischen Programm (shn.ch)

Es geht nicht darum, alle Autofahrerinnen und Autofahrer aus der Stadt zu verbannen. Das Stadtzentrum bleibt auch mit dem Auto ohne Zusatzkosten erreichbar. Allerdings wollen wir die Autos in die Parkhäuser bringen und so auf der Oberfläche mehr Platz gewinnen, wovon am Ende alle profitieren. […] Gegen den Vorschlag, den Verkehr umzulenken, statt ihn durch die Stadt zu führen, hat in Biel sicher keiner etwas einzuwenden.

Der Bieler Stadtpräsident Erich Fehr zu einer Projektidee zu Mobility Pricing aus Biel, die vom Bund als eine von fünf ausgewählt wurde (ajour.ch)

Der öffentliche Verkehr entwickelt sich im Wallis sehr positiv. Die jungen Leute stehen dem öffentlichen Verkehr offener gegenüber als die ältere Generation. Wenn eine Nachfrage besteht, konnten wir bis anhin immer eine Lösung finden. […] Wir haben die letzten Jahre das Angebot im Oberwallis sehr stark ausgebaut. In vielen Regionen sind wir nun am Maximum angelangt. Wir würden die gesetzlichen Kriterien für einen weiteren Ausbau nicht erfüllen.

Stefan Burgener, Sektionschef öffentlicher Verkehr beim Kanton Wallis, zum Fahrplanwechsel am Sonntag und dem Ausbaupotenzial (rro.ch)

Unsere klare Präferenz ist natürlich der Airbus A350. […] Der Entscheid wird noch dieses Jahr gefällt. […] Je nach Typ wären die CO2-Emissionen 20 Prozent tiefer, die Lärmemissionen sogar 25 bis 30 Prozent.

Swiss-Chef Dieter Vranckx gibt einen Einblick in die Flottenplanung der Airline und in das nächste Langstreckenflugzeug, das gekauft werden soll (aargauerzeitung.ch)

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