Die Zitate der Woche: «Bei der SBB ist es dringend nötig, über die Bücher zu gehen. Die Doppelnatur des Betriebs ist ein Problem»

Ist die Struktur der SBB überholt? Bild: cmeyerhentschel/Unsplash

Jede Woche wirft Mobimag einen Blick auf die wichtigsten Zitate. Dieses Mal mit dem Mitte-Präsidenten Gerhard Pfister, der staatsnahe Betriebe wie die SBB an die kurze Leine nehmen will, einem BLS-Lokführer, der von brenzligen Situationen erzählt und einem Avenir-Suisse-Ökonomen, der mit dem ÖV gegen die Wohnungsnot kämpfen will.

von Stefan Ehrbar
13. September 2023

Die Zitate der Woche

An den Ein- und Ausgängen von Eisenbahntunnels befinden sich stationäre Zugüberwachungsanlagen. Hätte man solche auch im Tunnelinnern gebaut, hätte man den Unfall verhindern können. Eine solche Investition wäre in Bezug auf die Gesamtkosten verhältnismässig wenig Geld gewesen – verglichen mit den Kosten, die aufgrund des Unfalls nun anfallen. Einen ähnlichen Unfall gab es bereits im Jahr 1994 in Zürich Affoltern. Damals war ein Güterzug entgleist und explosionsartig in Brand geraten. Drei an die Bahnlinie angrenzende Wohnhäuser brannten nieder. Wenn man aus diesem Fall gelernt hätte, dann wäre der Unfall im Gotthard-Basistunnel vermeidbar gewesen.

Ex-SBB-Chef Benedikt Weibel findet, die Entgleisung eines Güterzuges im Gotthard-Basistunnel hätte verhindert werden können (nzz.ch)

Früher sprach man von Langsamverkehr. Aber das trifft nicht mehr zu. Velos – und besonders E-Bikes – sind nicht mehr langsam. […] Die Stadt arbeitet zwar intensiv an der Verbesserung der Infrastruktur, aber wir hinken der starken Zunahme hinterher. Gerade grössere Massnahmen beanspruchen leider Zeit, nicht zuletzt aufgrund von Rechtsmittelverfahren.

Wernher Brucks, Leiter Verkehrssicherheit bei der Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich zu den verschiedenen gefährlichen Stellen für Velofahrer (nzz.ch)

Wenn ich nach Zürich oder Bern fahre, setze ich mich in den Zug. Muss ich quer durch den Thurgau fahren, benötige ich ein Auto.

Der Thurgauer Grünen-Nationalrat Kurt Egger sieht Nachholbedarf beim ÖV in seinem Kanton (tagblatt.ch)

Ich kann das Auferlegen einer Strafgebühr auf keine Art und Weise akzeptieren und empfinde das nur noch als Schikane.

Eine Rentnerin wurde von der SBB gebüsst, weil sie ihr Billett für die Fahrt in einem Bahnersatz-Bus wenige Sekunden zu spät gelöst hat. Der Zuschlag wurde von der Bahn auf 30 Franken reduziert (tagesanzeiger.ch)

Der Stadttunnel ist ein Schlüsselprojekt, das sowohl für das Gesamtverkehrskonzept 2040 als auch für die laufende Ortsplanungsrevision massgebend ist. Der Grundsatzentscheid war erforderlich, um für die weitere Planung eine klare Ausgangslage zu erhalten. Nach dem deutlichen Volksentscheid können die Ortsplanungsrevision und das Gesamtverkehrskonzept 2040 weiterhin unter der Annahme der Realisierung eines Stadttunnels vorangetrieben werden. Gleichzeitig wird der Stadtrat wie vorgesehen auch Massnahmen angehen, um den Ziel-, Quell- und Binnenverkehr, also den hausgemachten Verkehr, zu reduzieren.

Der Stadtrat von Rapperswil-Jona ist froh darüber, dass am Sonntag 59,5 Prozent der Stimmbevölkerung den Stadttunnel befürwortet haben (rapperswil-jona.ch)

Mit solchen Aktionen will die rot-grüne Regierung die Autos weiter aus der Stadt vertreiben und langsam den Weg für einen dauerhaft gesperrten Platz ebnen.

Der Stadtberner SVP-Fraktionspräsident Alexander Feuz kritisiert die Sperrung des Berner Bahnhofplatzes für den Autoverkehr für einen Tag am vergangenen Samstag (derbund.ch)

Bei den bundesnahen Betrieben, wie Post, SBB, Swisscom oder SRG, ist es dringend nötig, über die Bücher zu gehen. Die Doppelnatur dieser Betriebe ist problematisch. Sie nehmen sich das Beste aus beiden Welten: Mal gelten die Regeln eines klassischen Staatsbetriebs, mal, gerade beim Gehalt der «Manager», die Logik der Privatwirtschaft. […] Wir hatten den Postautoskandal. Im Kanton Luzern baut die Swisscom ein Glasfasernetz in Willisau, weil es dort rentiert. In einer anderen Region aber nicht. Das darf ein Privater gerne machen, aber sicher kein Unternehmen des Service public. Im öffentlichen Verkehr leisten sich die SBB mit dem Dosto-Zug eine gigantische Fehlinvestition und liefern sich einen absurden Bieterwettbewerb mit der BLS um gewisse Strecken. Was soll das?

Mitte-Präsident Gerhard Pfister kritisiert die staatsnahen Betriebe. Bei diesen müsse der Bund über die Bücher, die Doppelnatur zwischen Staatsbetrieb und Privatwirtschaft sei problematisch (magazin.nzz.ch)

Die Beschlüsse des St. Galler Stadtparlaments zeigen, dass die derzeitige linksgrüne Mehrheit ausser Opposition gegen ein wichtiges Strassenbauvorhaben keine weiteren Ideen hat. Diskussionsveranstaltungen werden geschwänzt, Vorschläge für städtebauliche Entwicklungen verweigert.

Die St. Galler FDP-Kantonsrätin Isabel Schorer will den Widerstand gegen den Autobahnzubringer Güterbahnhof aus dem städtischen Parlament übergehen (tagblatt.ch)

Ich habe die verschiedensten Sachen gesehen. Einmal geriet ein Hund fast unter den Zug oder eine verwirrte Person blieb auf dem Gleis stehen. Es kann innert Sekunden wirklich schnell brenzlig werden. […] Wenn ich mit 60 km/h fahre, habe ich einen Bremsweg von 200 Metern. Fahren ich mit 120 km/h, habe ich einen Bremsweg von 800 Metern. Da kann ich gar nichts mehr machen.

Der BLS-Lokführer Max Schönthaler erzählt, wie oft es zu brenzligen Situationen auf dem Schienennetz kommt (pilatustoday.ch)

Wir haben möglicherweise überdimensionierte Gewerbezonen. Dies muss in der Raumplanung besser berücksichtigt werden. Zudem müssen die Stadtzentren noch besser erreichbar gemacht werden, vor allem mit dem öffentlichen Verkehr. Das macht die Peripherie attraktiver, wodurch sich die Preisanstiege in den Zentren abschwächen.

Marco Salvi, Ökonom von Avenir Suisse, will mit mehr Wohnungsbau und ÖV das Problem der Wohnungsknappheit angehen (luzernerzeitung.ch)

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