Die Zitate der Woche: «Der prophezeite Verlagerungseffekt der E-Scooter war Wunschdenken – ein falsches Versprechen»

Stören E-Scooter in den Strassen? Bild: Basil Lade/Unsplash

Jede Woche wirft Mobimag einen Blick auf die wichtigsten Zitate. Dieses Mal mit der Präsidentin von Fussverkehr Schweiz, die das Experiment E-Scooter als gescheitert betrachtet, dem SBB-Chef, der mit dem Guthaben-GA mehr Geld pro Kilometer einnehmen will und der Finanzkontrolle, die CO2-Sanktionen ein mieses Zeugnis ausstellt.

Die Zitate der Woche

Wer dort gewohnt hat, war nicht privilegiert. Diese Leute kommen höchstwahrscheinlich nicht wieder zurück, weil die Mieten in Neubauten auch in Genossenschaften immer höher sind als vorher.

Der Zürcher Alt Stadtrat Richard Wolff (AL) zu den Folgen der Einhausung der Autobahn in Zürich-Schwamendingen auf den Wohnungsmarkt (tsri.ch)

Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die SBB bei der Angebotsplanung eine ganze Region benachteiligen – und das nicht zum ersten Mal. Die Fahrpläne für die Strecke am Gotthard und jene nach Zürich lösten schon mehrfach Aufschreie aus. Es scheint, dass die SBB an den regionalen Bedürfnissen vorbeiplanen und ihren Fokus zu stark auf den Raum Zürich legen. Umso entschlossener muss die Zentralschweiz für ihre Interessen kämpfen.

Die «Luzerner Zeitung» in einem Kommentar zum Fahrplanwechsel im Dezember, der unter anderem den Wegfall von direkten Zügen aus Luzern an den Flughafen Zürich bedeutet (luzernerzeitung.ch)

Wenn Fluggesellschaften aber damit angeben, wie viel sie für die Umwelt tun, kann ihnen Greenwashing unterstellt werden, da ihr Kerngeschäft noch nicht wirklich klimafreundlich ist. Daher ist wichtig, dass ehrlich und transparent kommuniziert wird und die Nachhaltigkeitsaktivitäten auch das Ziel erreichen.

Andreas Wittmer, Dozent und Luftfahrt-Experte an der Universität St. Gallen, zu steigenden Flugpreisen, die mit Nachhaltigkeitsbemühungen begründet werden (watson.ch)

Nun ist es offiziell: Eine der grössten Errungenschaften von Bahn 2000, die direkte und schnelle Verbindung Biel-Neuenburg-Genf, entfällt mangels Neubaustrecke; SwissRailvolution hat bereits mehrfach gewarnt, dass die Errungenschaften von Bahn 2000 durch die Strategie der kurzen Distanzen, die nur auf das bestehende Netz setzt, gefährdet werden. Trotz seines phänomenalen Erfolgs wurde ein Konzept wie Bahn 2000 nie wiederbelebt. Der Bund muss so schnell wie möglich einen ambitionierten Fahrplan für Bahn 2050 erarbeiten, der im Sinne der vom Parlament mit grosser Mehrheit angenommenen Motion «Verkehrskreuz Schweiz» ist.

Der Fahrplan 2025 bringt in der Westschweiz diverse Fahrzeitverlängerungen und den Entfall von Direktverbindungen. Der Verein Swissrailvolution kritisiert das. (swissrailvolution.ch)

Der Fahrplan 2025 wird Änderungen der Mobilitätsgewohnheiten mit sich bringen; es handelt sich um den grössten Fahrplanwechsel in der Westschweiz seit der Einführung der Bahn 2000. Die Projektpartner sind sich bewusst, dass sich das Angebot auf bestimmten Verbindungen für einen Teil der Reisenden verschlechtern wird. Sie sind aber zuversichtlich, eine Lösung gefunden zu haben, die nicht nur eine bessere Pünktlichkeit und bessere Rahmenbedingung für Bauarbeiten bringt, sondern auch attraktive Reisemöglichkeiten für die Reisenden bereithält.

Die SBB hingegen ist der Meinung, dass Bestmögliche aus dem Fahrplan 2025 herausgeholt zu haben (sbb.ch)

Der prophezeite Verlagerungseffekt war Wunschdenken – und wie sich herausgestellt hat, ein falsches Versprechen. […] Einfach zu gehen und an nichts denken zu müssen: Das nehmen uns die rücksichtslosen Scooter-Fahrenden weg, sie schränken uns in unserer Freiheit ein.

Grünen-Nationalrätin und Präsidentin von Fussverkehr Schweiz Marionna Schlatter über E-Scooter in Schweizer Innenstädten (blick.ch)

Wir beginnen, zwischen dem GA und dem Halbtax mit einem neuen Produkt, dem Guthaben-Abo. Damit wollen wir die Lücke füllen. Wer etwas weniger konsumiert als ein GA-Nutzer soll auf das neue Produkt umschwenken. […] Damit verdienen wir pro Kilometer etwas mehr. Wir müssen für eine gute Balance schauen.

SBB-Chef Vincent Ducrot verteidigt die Preiserhöhung der ÖV-Billette und der GA per Ende Jahr (srf.ch)

Arbeiter stehen während Stunden im Stau inmitten von Touristen. […] Mit der Situation am Gotthard ist der Stau in den städtischen Agglomerationen nicht vergleichbar. Dort ist vor allem der lokale Pendlerverkehr betroffen, auf der Nord-Süd-Achse hingegen verstopft der Transit- und Ferienverkehr die Strasse. Bestraft werden die Anwohner.

Mitte-Nationalrat Fabio Regazzi will eine Sonderspur für Urner und Tessiner vor dem Gotthardtunnel – am Gubrist- oder Baregg soll das aber für Zürcher und Aargauer nicht gelten (aargauerzeitung.ch)

Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass der Kanton die Mehrkosten von Tempo 30 tragen soll. […] Die Stadtregierung prüft nun einen Weiterzug ans Bundesgericht. So oder so ist klar, dass die Attraktivität des ÖV nicht unter der Umsetzung von Tempo 30 leiden darf. Im Gegenteil, der ÖV ist auszubauen. Auch dies benötigt Mittel

Der Zürcher Stadtrat Michael Baumer (FDP) zum Entscheid des Zürcher Regierungsrats, wonach die Städte die Mehrkosten des ÖV für Tempo 30 tragen müssen (nzz.ch)

Wer ein Auto in einem hohen Preissegment kauft, der lässt sich von einem Preisunterschied zwischen 500 und 1500 Franken nicht vom Kauf abbringen.

Andrea Häuptli, Projektleiterin der Eidgenössischen Finanzkontrolle, zu dem verpuffenden Effekt von CO2-Sanktionen auf die Emissionen der Neuwagen-Flotte (aargauerzeitung.ch)

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