
Im Jahr 2025 nutzten 9,63 Millionen Passagiere (plus 8 Prozent zu 2024) den EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg. Damit war 2025 das bisher passagierstärkste Jahr in der bald achtzigjährigen Geschichte des EuroAirport. Am 8. Mai 1946 wurde der Flughafen Basel-Mulhouse offiziell eröffnet.
von Peider Trippi,
29. April 2026
Die ersten Infrastrukturen des binationalen Flughafens Basel-Mulhouse wurden innerhalb von zwei Monaten gebaut und am 8. Mai 1946 eingeweiht. Noch vor der Einweihung fand auch ein erster kommerzieller Flug am 2. Mai statt: Eine Douglas DC-3 der Swissair bringt englische Mustermesse-Gäste aus London-Croydon. Am 1. Juli landete erstmalsein viermotoriges Douglas DC-4 Grossflugzeug. Diese gehörte der Fluggesellschaft der niederländischen Regierung, die später wieder als KLM operierte. Einen Monat später eröffnete die Swissair die erste Nachtpostlinie nach Amsterdam. Im Oktober desselben Jahres folgte Air France mit einer Verbindung zwischen Basel-Mulhouse und Paris-Le Bourget. Mehr zur Chronik des Flughafens finden Sie hier.
Erfolgreiches 2025
Insbesondere die Sommerferienperiode des Geschäftsjahrs 2025 war von einer hohen Nachfrage geprägt: Über 2,4 Millionen Passagiere nutzten den Flughafen in dieser Zeit von 10 Wochen, rund 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Trotz europaweiter Engpässe in der Flugsicherung und witterungsbedingter Einschränkungen blieb der Betrieb insgesamt geordnet und stabil. Die eingeführten Instrumente zur besseren Planbarkeit – Slot-Koordination und Echtzeitdatenaustausch mit der europäischen Flugsicherung – bewährten sich erneut und trugen dazu bei, Verkehrsflüsse und Betriebsqualität auch in Spitzenzeiten sicherzustellen. Die Wartezeiten blieben insgesamt moderat.
Im Frachtbereich verzeichnete der EuroAirport eine mit 56.494 Tonnen (- 3,3 Prozent zu 2024) annähernd eine stabile Entwicklung. Die Frachtaktivitäten konzentrierten sich weiterhin auf zeit- und temperatursensible Güter, insbesondere für die Life-Sciences-Industrie, womit das spezialisierte Cargo-Terminal seine strategische Bedeutung bestätigte. Über das spezielle Geschäft der Luftfracht berichtete Mobimag im Januar. Die Passagier- und Frachtflugbewegungen erreichten 2025 76.381 Flüge, eine Zunahme um 5,8 Prozent.
Im Industriebereich setzte sich die positive Dynamik fort: Die Flughafenplattform behauptete ihre internationale Stellung als eines der weltweit führenden Zentren für die Ausstattung und Wartung von VVIP-Flugzeugen und trug zur Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze bei. Amac Aerospace ist ein weltweit führendes Unternehmen im Umbau und in der Wartung von Flugzeugen beschäftigt rund 1350 Mitarbeitende, davon die Hälfte in Basel. Ihre wichtigste Konkurrentin, die Firma Jet Aviation, ist ein Tochterunternehmen des US-Rüstungskonzerns General Dynamics. Sie beschäftigt weltweit rund 5100 Mitarbeitende, davon über 1000 in Basel.

Verbesserte Dienstleistungen
Zur Verbesserung der Dienstleistungsqualität wurde die Gastronomie umfassend erneuert. Seit Ende April 2025 steht den Passagieren ein vollständig erneuertes, attraktives Angebot zur Verfügung. Zudem konnte im Oktober 2025 nach rund zehnjähriger Schliessung ein Teil der Zuschauerterrasse wiedereröffnet werden. Anfangs 2026 machte der EuroAirport einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung moderner und effizienter Passagierabfertigung: Ab Mitte Februar erfolgte das Check-in für ausgewählte Airlines neu über Selbstbedienungsautomaten (Self Bag Drop-Automaten). Das Check-in befindet sich vorerst in Halle 2 und wird ab Ende Mai in der modernisierten Halle 3 angeboten. Weitere Airlines sollen baldmöglichst folgen. Ziel dieser Umstellung ist es, den Check-in-Prozess für die Passagiere effizienter und unabhängiger zu gestalten. Einzig die Parkplatzverfügbarkeit während der Verkehrsspitzen war nicht immer ausreichend, was die Notwendigkeit einer weiteren Verbesserung der Erreichbarkeit des Flughafens mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterstreicht. Das Projekt eines S-Bahn/TER-Bahnanschlusses EuroAirport von Grand Est ist mit Kosten von 475 Millionen Euro budgetiert aber vorerst wegen Finanzierungsproblemen seitens Frankreichs auf Eis gelegt. Geplant ist eine sechs Kilometer lange Eisenbahnstrecke die von der bestehenden Linie Basel-Mulhouse-Strasbourg abzweigt. Die S-Bahn ist mit ihrem 357 Kilometer langen Streckennetz und über 40 Millionen beförderten Fahrgästen pro Jahr bereits heute ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Verkehrs in der grenzüberschreitenden Agglomeration.

Nachtlärm: Fortschritte und Herausforderungen
Die Reduktion der nächtlichen Lärmbelastung bleibt ein zentraler Schwerpunkt. Die nächtlichen Flugbewegungen konnten im vergangenen Jahr nochmals deutlich reduziert werden, insbesondere in der zweiten Nachtstunde zwischen 23 und 24 Uhr. Ergänzend zu den bestehenden Massnahmen wurden unter anderem differenzierte Lärmgebühren, betriebliche Anpassungen sowie Bussen der zuständigen Kontrollbehörde ACNUSA umgesetzt.
Im Vergleich zu 2019 gingen die Starts nach 23 Uhr im Jahr 2025 deutlich zurück: Beim Verlassen der Parkposition um 95 Prozent und beim Take-off um 74 Prozent (2024: –89 Prozent bzw. –61 Prozent). Der Rückgang der Starts nach 23 Uhr wirkt sich direkt auf die Lärmsituation aus. Seit 2019 konnte der nächtliche Lärmpegel in der Zeit zwischen 23 und 24 Uhr nördlich des Flughafens um rund 7 dB(A) reduziert werden, südlich um rund 1,5 dB(A). Weitere Massnahmen zur Entlastung der südlichen Region werden geprüft.
Trotz dieser Fortschritte bestehen in beiden Nachtstunden zwischen 22 und 24 Uhr weiterhin Herausforderungen. Der aktuelle Lärmnachweis zeigt zwar eine deutliche Verbesserung gegenüber den Vorjahren, dennoch werden die Immissionsgrenzwerte (IGW) über Schweizer Gebiet im Zeitraum zwischen 22 und 24 Uhr weiterhin überschritten.
Der Dialog mit den Airlines wird deshalb fortgesetzt, zusätzliche Massnahmen werden laufend geprüft. Die seit Januar 2025 nochmals verschärften Lärmgebühren sowie die weiteren Massnahmen im Lärmvorsorgeplan (PPBE) sollen zu einer weiteren Verringerung der Belastung beitragen.
Südlandungen: Die Südlandequote betrug 2025 12,9 Prozent und lag damit weiterhin über dem festgelegten Schwellenwert. Nach Einschätzung der zuständigen Behörden (Bundesamt für Zivilluftfahrt/BAZL und französische Zivilluftfahrtbehörde/DGAC) bestehen derzeit keine umsetzbaren Massnahmen zur Einhaltung der Nutzungsquoten, da die erhöhte Quote auf meteorologische Veränderungen zurückzuführen ist.
Eine halbe Milliarde Investitionen
Ab 2026 beginnt der EuroAirport einen mehrjährigen Investitionszyklus von über 500 Millionen Euro über rund sieben Jahre. Ziel ist es, die Dienstleistungsqualität für die Passagiere nachhaltig zu verbessern und zentrale Infrastrukturen schrittweise zu modernisieren.
Zu den ersten Elementen dieses Investitionszyklus zählen:
- die Sanierung der Hauptpiste (2026),
- die Modernisierung der Boardingzone an den Gates Süd (ab 2026),
- sowie das Projekt EMT Landside (ab 2027).
Für 2026 sind Investitionen von insgesamt 79 Millionen Euro vorgesehen, unter anderem in die Pistensanierung, in elektrische Infrastruktur sowie in Massnahmen zur Verbesserung der Servicequalität. Ein zentrales Infrastrukturprojekt ist dabei die Sanierung der Hauptpiste vom 15. April bis 20. Mai 2026.
Das Projekt „EMT“ (Evolution Modulaire du Terminal) soll die Terminalinfrastruktur des EuroAirport erweitern und renovieren. Das Projekt ist in trennbare Module aufgeteilt, die eine schrittweise und flexible Umsetzung ermöglichen. Das Modul „Landside“ umfasst einen Anbau von rund 14.000 m² an der Ostfassade des Terminals sowie die Renovierung von 15.000 m² im bestehenden Terminal. Im Zuge dieser Arbeiten wird auch die Zufahrt zum Terminal neu organisiert. Das Projekt konzentriert die Sicherheitskontrollen für die Passagiere im neuen Gebäude und optimiert die Wegführung für die Passagiere. Neben der Verbesserung der Servicequalität wird das Projekt auch Einsparungen bei den Betriebskosten für die Sicherheit ermöglichen. Der Baubeginn ist für 2027 geplant, die Fertigstellung des neuen Gebäudes für 2030/31.
Pistensanierung treibt die Flugpreise hoch
Im Frühjahr 2026 wird die Hauptpiste des EuroAirport saniert und ist vom 15. April bis 20. Mai 2026 temporär geschlossen. Das Flugangebot deckt gerade noch 29 der üblichen 110 Destinationen ab. Als einzige Airline hält während dieser Zeit easyJet mit sechs Airbus A320neo, anstelle von 12 Flugzeugen, den Flugbetrieb eingeschränkt offen. Weitere Starts und Landungen erfolgen durch Paketfrachter, Businessjets und Privatflugzeuge. Die vorerst 2000 m lange, betonierte Hauptpiste (RW 16/34, heute 15/33) wurde 1953 in Betrieb genommen und später auf 3900 Meter verlängert.
Der Flugplan während der Bauphase wurde von EuroAirport hier publiziert. Während dieser Zeit müssen die Flüge über die deutlich kürzere Querpiste abgewickelt werden. Die ist 1715 Meter lang und verfügt über kein Instrumentenlandesystem. Starts und Landungen sind deshalb nur bei guten Sichtbedingungen möglich. Der Flughafenbetrieb ist nur noch von 8 bis 19 Uhr möglich. Konsequenz des stark eingeschränkten easyJet-Flugbetriebs sind stark erhöhte Flugpreise. Zum Beispiel von Basel nach Barcelona: Die Preise betragen vom 1. bis 20. Mai im Durchschnitt 166 Franken, mit Werten zwischen 94 und 343 Franken. Ab Ende Mai bewegen sich die Flugpreise dann wieder bei 25 bis 50 Franken. Für London Gatwick liegen die Preise im Mai zwischen 95 und 256 Franken, ein Aufschlag zum durchschnittlichen Normalpreis von rund 140 bis 540 Prozent.
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