Portrait: Die Ferienflieger der Lufthansa-Gruppe – Edelweiss, Eurowings und Discover

 Mehr denn je sind Badeferien, Städtetrip oder Langstrecken-Feriendestinationen gefragt. Davon profitieren vor allem Airlines, die den Ferientourismus im Fokus haben. Bild: P. Trippi

Kaum ein anderer Markt ist so hart umkämpft wie die Luftfahrtbranche. Im letzten Jahrzehnt sind weltweit mehr als 200 Fluggesellschaften vom Markt verschwunden. Nicht zu ihnen gehören Edelweiss Air, Eurowings und Discover Airlines. Mobimag stellt in einem Portrait die erfolgreichen Ferienflieger der Lufthansa-Gruppe vor.

von Peider Trippi,
12. November 2025

Die Netzwerk-Airlines Lufthansa Airlines, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines und ITA Airways (seit Januar 2025) bieten mit ihrer Multi-Hub-Strategie ein umfassendes Streckennetz bei gleichzeitig höchster Reiseflexibilität an. Die Lufthansa-Tochter Eurowings positioniert sich ausschliesslichem auf Punkt-zu-Punkt-Verkehre auf der europäischen Kurz- und Mittelstrecke. Edelweiss Air und Discover Airlines fokussieren aus Zürich respektive Frankfurt und München auf touristische Destinationen.

Meilensteine in der Geschichte von Edelweiss

Von Kuoni Reisen AG und Niklaus Grob wurde die Gesellschaft 1995 gegründet. Die Aufgabe der neuen Airline war, die Kuoni-Kunden aus der Schweiz an ihre Feriendestinationen im Ausland zu fliegen. Sie war damals eine klassische Charter-Airline. Edelweiss erhält die Betriebsbewilligung und am 10. Februar 1996 folgt der erste kommerzielle Flug, welcher von Zürich nach Paphos über Larnaca zurück nach Zürich führt. Die Flotte umfasst zwei McDonnell Douglas MD-83. Die Gesellschaft ersetzt 1999 die MD-83 mit moderneren und sparsameren Airbus A320-Flugzeugen.

Der erste Langstreckenflug von Edelweiss erfolgte am 21. November 2000. Es wird erstmals das Ferienparadies der Malediven mit einem Airbus A330 angeflogen. Edelweiss wird 2008 eine Schwestergesellschaft von Swiss International Air Lines (SWISS) und gehört seither zur Lufthansa Group. Die Langstreckenflotte wird Anfangs 2011 ausgebaut indem ein neuer Airbus A330-300 eingeflottet wird. 2013 umfasst der Bestand sieben Flugzeuge und befördert auf 6300 Flügen über eine Million Passagiere. Der Umsatz erreichte CHF 369 Millionen, der Sitzladefaktor 81 Prozent. Das Unternehmen zählt Ende 2013 518 Mitarbeitende.

Der erste fabrikneue Airbus A340 von Edelweiss wurde 2016 durch den damaligen CEO Bernd Bauer auf den Namen Chäserrugg getauft. Dazu gehört auch eine Touristik-Kooperation mit den Toggenburger Bergbahnen. Bild Edelweiss Air

Um den hohen Ansprüchen ihrer Passagiere auch künftig gerecht zu werden, investiert Edelweiss 2014 einen zweistelligen Millionenbetrag in den Umbau ihrer zwei bisherigen Airbusse A330. Erstmals wird den Passagieren den Komfort einer Business Class mit modernen Full-Flat-Sitzen anbieten, welche sich in zwei Meter lange Betten verwandeln lassen. In der Economy Max geniesst man 15 cm mehr Beinfreiheit und wird mit neuen Sitzen sowie einem neuen Unterhaltungssystem mit Touchscreens aufgerüstet. Die Flotte wird bis Ende 2018 auf zwölf Flugzeuge ausgebaut. Mit dem Flottenausbau werden bis zu 400 neue Stellen in der Schweiz geschaffen. Der erste von vier, von der SWISS übernommenen, Airbus A340 wird 2016 bei Edelweiss eingesetzt.

Die Airline nimmt im 2017 elf neue Destinationen ins Streckennetz auf. Unter anderem Orlando, Denver und Varadero. 2018 folgen die Seychellen, Colombo und Ho Chi Minh City. Ebenso wird die Flotte vergrössert. Die Mittelstrecken-Flotte wird im Frühling und Sommer 2018 um drei Airbus A320 Flugzeuge erweitert. Es wurden 2,3 Millionen Passagiere befördert. Die Anzahl der Mitarbeitenden erhöht sich auf 1100, die Anzahl Flüge erreichen 14.509.

Edelweiss muss 2020 aufgrund von Corona-Reisebeschränkungen den Linienflugbetrieb für fast 2 Monate einstellen. Ein Teil der Airbus A320-Flotte wird auf dem Flugplatz Dübendorf temporär geparkt. In Zusammenarbeit mit SWISS und dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten holt Edelweiss mit Repatriierungsflügen tausende Schweizer Touristen zurück in die Heimat. Wegen der Corona-Krise können die sechs Langstreckenflugzeuge von Edelweiss nicht produktiv eingesetzt werden. Zwei Airbus A330 werden deshalb ab 1. Juni 2021 an Eurowings Discover verleast.

Mit dem Winterflugplan 2021/22 fliegt sie wieder 50 Ferienziele in 29 Länder an. Darunter sind neue Destinationen wie Muskat im Oman, Sal auf den Kapverden, Liberia in Costa Rica und Luxor in Ägypten. Die Passagierzahlen übertreffen im Juli 2022 das Vorkrisenniveau und sind sogar auf einem neuen Höchststand. Es wurden 304’039 Passagiere befördert. Das entspricht einer Zunahme von 3 Prozent gegenüber Juli 2019 bei gleichbleibender Sitzauslastung von 84 Prozent. Gleichzeitig stieg die Anzahl der durchgeführten Flüge um 16 Prozent auf über 16.500. Edelweiss gibt bekannt, dass die Flotte erweitert wird. Mit einem zusätzlichen Airbus A340 und einem zusätzlichen Airbus A320 wird die Flotte im 2023 auf insgesamt 18 Flugzeuge wachsen.

Ab 2025 übernimmt Edelweiss sechs emissionsarme Flugzeuge des Typs Airbus A350-900 in Betrieb welche ursprünglich von der südamerikanischen Latam Airlines betrieben wurden. Bis Ende 2026 werden die bestehenden fünf Langstreckenflugzeuge des Typs Airbus A340-300 abgelöst und die Langstreckenflotte von Edelweiss wird wieder das Vor-Corona-Niveau erreichen. Das Langstreckennetz wird ab Sommer 2025 um die zwei neuen Ziele Halifax (Kanada) und Seattle (USA) erweitert.

Im Geschäftsjahr 2024 beförderte das Unternehmen auf 20.400 Flügen drei Millionen Passagiere, eine Verdreifachung in 10 Jahren. Der Umsatz erreicht erstmals CHF 900 Millionen (plus 8,4 % zum Vorjahr). Die Anzahl Mitarbeitende erreicht Ende Jahr 1420 und die Gesellschaft kündigt im Sommerflugplan 2025 sieben neue Ferienziele an und nimmt die Airbus A350 auf Strecken nach Las Vegas und Vancouver in Betrieb.

Eurowings für den Punkt-zu-Punkt-Verkehr

Eurowings GmbH entstand 1993 als Regionalfluggesellschaft und ist seit 2011 eine Tochtergesellschaft der Lufthansa. Die wechselvolle Geschichte der Gesellschaft bis zur integrierten Lufthansa-Airline ist auf Wikipedia aufgezeichnet. Ab 2015 hat Eurowings die von Lufthansa abseits der Drehkreuze Frankfurt und München angebotenen Flüge sowie die zuvor durch Germanwings vermarkteten Verbindungen übernommen. Mit einer klaren Positionierung als Europas Value-Airline für Privat- und Geschäftsreisende setzt sich Eurowings deutlich vom Segment der Ultra-Low-Cost-Carrier ab. Sie ermöglicht ihren Passagieren preiswertes Fliegen mit innovativem und kundenfreundlichem Service. Das Streckennetz von Eurowings ist fokussiert auf Punkt-zu-Punkt-Verbindungen auf der Kurz- und Mittelstrecke und trägt dem strukturell wachsenden Segment der Privatreisen Rechnung. Die Gesellschaft bietet Direktfluge zu mehr als 150 Zielen innerhalb Europas und darüber hinaus an. Eurowings besteht heute aus zwei Flugbetrieben: Während Eurowings Deutschland Flüge von Deutschland aus zu europäischen Zielen anbietet, führt Eurowings Europe Flüge auf paneuropäischen Strecken durch. Dabei operiert Eurowings Europe von ihren internationalen Basen in Palma de Mallorca, Salzburg, Graz, Prag und Stockholm aus und bietet Reisenden eine wachsende Auswahl an Urlaubszielen und attraktiven Städteverbindungen in Europa. Eurowings verfügt aktuell über eine Flotte von 100 Flugzeugen.

Eurowings fliegt 20 Inlandsziele und 135 internationale Zielorte in 43 Länder mit einer Flotten von 100 Airbus-Flugzeugen an. Bild Eurowings

Eurowings und SunExpress haben im Juli 2024 ein Interline-Abkommen für ausgewählte Strecken vereinbart. Davon profitieren Reisende aus Europa mit Ziel Türkei und umgekehrt von erweiterten Flugoptionen. Im September 2024 hat Eurowings ein bilaterales Codeshare-Abkommen mit Aegean Airlines abgeschlossen. Ausgewählte Flüge der grössten griechischen Fluggesellschaft sind nun auch unter Eurowings-Flugnummern buchbar.

Die Gesellschaft erweitert das Angebot ihrer Business Klasse und reagiert damit auf die deutlich gestiegene Nachfrage. Auf Flügen mit den Flugzeugtypen Airbus A319 und A320 sind künftig die ersten vier statt bisher drei Reihen für Reisende dieser Klasse reserviert. Fluggäste, die den Premium-Tarif buchen, profitieren von Vorteilen wie einem Wunschsitzplatz, einem freien Mittelsitz, mehr Freigepäck sowie Catering a la carte und Lounge-Zugang.

Im Geschäftsjahr 2024 verzeichnete sie eine starke Nachfrage, insbesondere nach touristischen Flugreisen, und Eurowings baute ihr Angebot entsprechend aus. Die Zahl der beförderten Passagiere wuchs im Berichtsjahr um 10 Prozent auf 22,8 Millionen. (Vorjahr: 20,8 Mio.). Das Angebot stieg um 13 Prozent. Es lag damit 12 Prozent über dem Vorpandemieniveau von 2019. Die Anzahl der Flüge stieg gegenüber Vorjahr um 6 Prozent, der Absatz legte um 14 Prozent zu. Der Sitzladefaktor lag mit 84,8 Prozent um 0,7 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau.

Die Verkehrserlöse lagen mit EUR 2.872 Millionen um 11 Prozent über dem Vorjahresniveau wobei die Durchschnittserlöse um 1,9 Prozent sanken. Die Umsatzerlöse stiegen im Berichtsjahr mengen- und preisbedingt um 11 Prozent auf EUR 2.872 Millionen (Vorjahr: 2.592 Mio. EUR). Die operativen Erträge lagen mit EUR 2.983 Millionen um 10 Prozent über dem Vorjahr.

Eurowings Discover geht an den Start

Als 100-prozentige Lufthansa Gesellschaft ist Discover mitten in der Pandemie unter dem Markendach der Konzernschwester Eurowings an den Start gegangen.  Am 17. Juni 2021 verkündete die Lufthansa Group, die Betriebsgenehmigung (AOC) für „Eurowings Discover“ erhalten zu haben und am 24. Juli 2021 den Flugbetrieb mit dem Erstflug von Frankfurt nach Mombasa mit Weiterflug nach Sansibar aufzunehmen. Die Discover GmbH ist zugleich die erste deutsche Fluggesellschaft, die eine unbefristete Genehmigung nach den neuen luftrechtlichen Anforderungen, dem sogenannten Teil-CAMO (Continuing Airworthiness Management Organisationen) erhalten hat.

Kaum ein Jahr nachdem der neue Lufthansa-Ferienflieger gestartet ist, eröffnete die Eurowings Discover wie geplant eine zweite Basis am Flughafen München. Bereits im März 2022 steuerte die neue Gesellschaft ab der bayerischen Hauptstadt auch drei Langstreckenziele an. Für die Kurz- und Mittelstrecke führte airBaltic im Wet-Lease die Flüge durch. Zum 1. Juni hob der erste eigene Airbus A320 von Eurowings Discover von München ab. Die Basis wurde aus betrieblichen Gründen auf den Sommerflugplan 2023 am 26. März 2023 vorübergehend geschlossen.

Discover Airlines ergänzt das Angebot der Lufthansa Group im wachsenden Segment der Ferienreisen. Die Passagiere profitieren von einem durchgängigen Buchungsprozess und nahtlosem Umsteigen an den Drehkreuzen Frankfurt und München. Bild Discover Airlines

Im Juni 2023 sicherte sich die EW Discover GmbH die Wortmarke «discover airlines» beim Deutschen Patent- und Markenamt. Dieser Schritt diente der Positionierung als «Quality Leisure Airline» und war Teil einer geplanten Umbenennung von Eurowings Discover in Discover Airlines. Am 5. September war es soweit, die Airbus A320 im neuen Design in landete in Frankfurt. In den Folgemonaten nahm die Flotte dann immer weiter Form und die neuen Farben an. Auch in der Kabine: Sitzgurte, Kissen, Kopf­stützen und viele weitere Elemente wurden im neuen „Skylines“-Branding angepasst, um ein harmonisches Gesamtbild zu erzeugen.

Discover Airlines hat ihren Hauptsitz in Frankfurt und betreibt derzeit eine Flotte von 30 Flugzeugen: 14 Langstreckenflugzeuge vom Typ Airbus A330 und 16 Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge vom Typ Airbus A320. Bis Mitte 2028 will die Gesellschaft ihre Flotte auf 40 Flugzeuge erweitern. 2026 scheiden planmässig drei Airbus A330-200 aus. Gleichzeitig nimmt Discover Airlines fünf Airbus A330-300 aus der Gruppe in Betrieb. Damit umfasst die Langstreckenflotte bis Ende 2026 insgesamt 16 Flugzeuge, ausschließlich vom Typ A330-300. Dies ein Flugzeugmuster, das sich mit seiner Reichweite, Kapazität und Wirtschaftlichkeit ideal für das Urlaubs- und Privatreisesegment eignet. Ab 2027 sollen alle A330 mit einer Kabine der nächsten Generation in allen drei Reiseklassen ausgestattet werden.

Mit der geplanten Anschaffung von vier Airbus A350-900 kann Discover ab 2027 ihre Kapazitäten und Destinationen-Reichweite weiter erhöhen. Neben diesen bisherigen, durch Lufthansa eingesetzten und ehemals von Philippine Airlines übernommenen Airbus A350, stossen noch weitere Flugzeuge zur Flotte des Ferienfliegers: Auf der Kurz- und Mittelstrecke kommen im Jahr 2026 zwei zusätzliche Airbus A320 hinzu. Bis Mitte 2028 folgen zwei weitere, so dass die A320-Flotte dann insgesamt 20 Flugzeuge umfasst.

Discover Airlines, die heute 2100 Mitarbeitende beschäftigt, gibt weder Passagier- noch Finanzkennzahlen bekannt. Wie die Regionalfluggesellschaften Lufthansa CityLine, Lufthansa City Airlines und Air Dolomiti wird Discover Airlines als Teil vom Ergebnis der Lufthansa Airlines verbucht.

Aktuelle Zielorte und Buchungsportale

Stand Oktober 2025:

Edelweiss Air fliegt ab Zürich 101 internationale Zielorte in 40 Länder an und kann über diese Seite gebucht werden. Mit Economy Max profitieren Sie von den erweiterten Reisevorzügen in Sachen Sitzkomfort und Verpflegung.

Eurowings fliegt 20 Inlandsziele und 135 internationale Zielorte in 43 Länder an. Um Sonne zu tanken oder Meeresluft zu schnuppern, auch mit einem Nonstop-Flug ab Zürich nach Palma de Mallorca, kann hier gebucht werden. Discover Airlines fliegt ab Frankfurt und München 63 internationale Zielorte in 28 Länder an. Die Flüge sind auf discover-airlines.com, allen Buchungskanälen und Webseiten der Lufthansa Group sowie im Reisebüro buchbar.

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