
Jede Woche wirft Mobimag einen Blick auf die wichtigsten Zitate. Dieses Mal mit dem BAV-Chef, der in einem Schreiben von regionalen ÖV-Verbünden überdurchschnittliche Preiserhöhungen verlangte, der Direktorin der Bieler Verkehrsbetriebe, die nach einem tödlichen Unfall trauert und der NZZ, die am neuen Langstrassen-Regime kein gutes Haar lässt.
von Stefan Ehrbar
18. Oktober 2023
Die Zitate der Woche
Wenn eine Strasse einmal aufgerissen ist, dann kommt es auf das Gleiche an, ob man sie danach teert oder begrünt. […] Wir müssen umdenken und unsere Stadt nach neuen Gesichtspunkten gestalten.
Der Basler SP-Grossrat Jean-Luc Perret macht Werbung für die Stadtklima-Initiativen, die unter anderem die Umwandlung von Strassen in Grünflächen fordern (bzbasel.ch)
Als ich anfing, gab es in den Bahnhöfen in der Regel vier Dinge: ein Bahnhofbuffet, eine Telefonkabine, einen Kiosk und einen Selecta-Automaten. Und die Bahnhofbuffets waren trotz den hohen Frequenzen in den Bahnhöfen leer. […] Die grösste Herausforderung waren die vielen kleinen Bahnhöfe in der Agglomeration und auf dem Land. […] Der SBB-Personenverkehr wollte sie schliessen, weil es viel zu teuer war, überall wegen ein paar Tickets Personal zu haben. Die Gemeinden wollten das verhindern. Es galt also, die Bahnhöfe neu zu nutzen.
Markus Laenzlinger wird als Chef von Migrolino pensioniert. Zuvor war er auch für die SBB tätig: 1996 bekam er den Auftrag, neue Nutzungskonzepte für die Bahnhöfe zu kreieren (nzz.ch)
Der Bund muss die SBB mit mehr als einer Milliarde ausfinanzieren, weil sie betriebswirtschaftlich sehr schief dasteht und hohe Schulden hat. Mit dieser Preiserhöhung versucht man nun, auch die Passagiere an den Kosten zu beteiligen. Das ist sehr schmerzhaft und ich finde es auch schade, dass es diesen Schritt braucht.
FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen hat Verständnis für die Tariferhöhung im ÖV um 3,7 Prozent per Ende Jahr (watson.ch)
Es ist davon auszugehen, dass die Mitwirkungs- und Informationsrechte der Bevölkerung im vorliegenden Fall bewusst und absichtlich umgangen und damit verletzt wurden.
Der Anwalt eines Zürcher Tankstellenbetreibers vermutet, dass die Stadt Zürich beim Bau einer Velovorzugsroute das Verfahren unzulässig abgekürzt hat (nzz.ch)
Auf 2024 sind Tarifmassnahmen (TAMA) umzusetzen, sowohl national als auch bei den regionalen Tarifverbünden. Bei den regionalen Tarifverbünden erwartet das BAV zwingend eine überdurchschnittliche TAMA auf 2024.
Ein Schreiben des Direktor des Bundesamt für Verkehr (BAV) Peter Füglistaler zeigt, dass der Bund auf Tariferhöhungen im ÖV drängte. Die SBB wollten bis 2030 die Preise stabil halten (blick.ch)
Statt in den Autobahnausbau zu investieren, der viel Kulturland kostet, würde die Politik besser das ÖV-Angebot besser und günstiger machen. […] Davon würde nicht nur das Klima profitieren, wir würden auch deutlich weniger Landwirtschaftsland zubetonieren.
Grünen-Nationalrat Bastien Girod kritisiert, dass der ÖV in den letzten Jahren teurer wurde, während das Autofahren günstiger geworden ist (tagesanzeiger.ch)
Als Mutter kann ich mir nur vage vorstellen, was das für die Angehörigen bedeutet», sagte Maier. «Es macht mich unendlich traurig. […] Alle meine Kolleginnen und Kollegen sind ebenfalls zutiefst betroffen und schockiert.
Christine Maier, die Direktorin der Verkehrsbetriebe Biel (VB), zu einem Unfall mit einem Linienbus, bei dem ein 13-Jähriger verstarb (ajour.ch)
Der Stau auf der A1 beim Gubrist in Fahrtrichtung Bern ist seit der Inbetriebnahme der dritten Röhre deutlich weniger geworden.
Das Bundesamt für Strassen bestätigt, dass der Stau auf der Zürcher Nordumfahrung in Richtung Bern seit der Eröffnung der dritten Gubrist-Röhre mit drei Spuren abgenommen hat (zuonline.ch)
Diese wirren Nutzungs- und Baukonglomerate müssen, sollen sie Aufenthalts- und Lebensqualität erhalten, in zwar weiterhin unterschiedliche, aber in sich zusammenhängende urbane Nachbarschaften verwandelt werden. In Orte, die in sich weitgehend autonom sind und ihren Bewohnerinnen und Bewohnern alles bieten, was diese für das Alltagsleben benötigen – was im neuen Zeitalter des Homeworking zusätzliche Bedeutung erfährt. In Orte, die mit kompakten Baustrukturen und kurzen, angenehmen Wegen dazu einladen, weitestgehend auf das Auto zu verzichten, und damit sowohl die Selbstständigkeit der Schulkinder und der älteren oder behinderten Menschen erhöhen als auch die Umweltbelastung substanziell verringern. Die räumlich einladend und attraktiv sind, was zur Lebensqualität beiträgt. Wo sich ein Gemeinschaftssinn und soziale Verantwortung herausbilden können. Kurz: in Quartiere.
Der Architekturtheoretiker Vittorio Magnago Lampugnani plädiert für die Planung von urbanen Quartieren (tagesanzeiger.ch)
Der Stadtrat wusste, dass das neue Langstrassen-Regime Quartierstrassen stärker belasten würde. Er konnte sich auch ausrechnen, dass der Bus vermehrt im Stau stehen würde. All dies hat er ganz bewusst in Kauf genommen. Man kann daran ablesen, wie hoch die Stadtregierung die Veloverbindung gewichtet. Ungewollt hat sie dabei ein Anschauungsbeispiel dafür geschaffen, dass es der falsche Weg ist, dem Veloverkehr alles unterzuordnen.
Die NZZ kritisiert in einem Kommentar die Verkehrsberuhigung an der Zürcher Langstrasse (nzz.ch)
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