
Jede Woche wirft Mobimag einen Blick auf die wichtigsten Zitate. Dieses Mal mit einer Postauto-Sprecherin, die sagt, warum der grösste Busbetrieb des Landes Tempo 30 unterstützt; dem Chef des Autoverlads am Simplon, der «völllig überrannt» wurde und den Verkehrsbetrieben Zürich, die für ihren Angebotsabbau viel Häme kassieren.
von Stefan Ehrbar
11. Oktober 2023
Die Zitate der Woche
Sagen wir es so: Es ist eine typische Zürcher Lösung. Der Kompromiss vom Kompromiss. Pragmatisch, aber mit wenig Liebe umgesetzt. Es ist seltsam. Bei den Gebäuden setzt die Stadt gern auf den Züri-Finish, beim Verkehr überhaupt nicht. […] Ein längeres Fahrverbot mit «Zubringerdienst gestattet» wäre zumutbar gewesen. Und sinnvollerweise würde man den Durchgangsverkehr schon an der Badenerstrasse nach links lenken und nicht erst hier an der Stauffacherstrasse. Man müsste diskutieren, ob es wirklich durchgehend zwei Fahrspuren für den Bus braucht. Es ging ja bisher auch anders. Und klimatauglich ist die neue Langstrasse schon gar nicht. Es ist und bleibt heiss, alles ist geteert, Bäume hat es kaum. Das ist nicht das, was es braucht, um die Verkehrswende hinzubekommen. Und am Ende muss man sich auch fragen: War es ein guter Deal, die Ankerstrasse zu opfern für das, was man jetzt an der Langstrasse hat?
Der Verkehrsplaner Thomas Hug äussert sich zum neuen Verkehrsregime an der Zürcher Langstrasse, die nun tagsüber auf einem kurzen Abschnitt autofrei ist (tagesanzeiger.ch)
Die physischen Verbauungen sind an eine Grenze gelangt. […] Der Klimawandel ist eine Tatsache – er ist messbar und wir müssen uns damit auseinandersetzen.
Marc Hauser, Leiter Naturgefahren und Geologie bei SBB Infrastruktur zu den Schutzverbauungen und weiteren Massnahmen zum Schutz der Bahnen, die der Klimawandel nötig macht (aargauerzeitung.ch)
Ab 2026 wollen wir das systematisch so handhaben, wenn wir über noch bessere Algorithmen und die notwendigen Strukturen wie fixe Signalisationsanlagen verfügen, die ein solches Regime ermöglichen.
Jürg Röthlisberger, der Direktor des Bundesamtes für Strassen (Astra) zum Plan, künftig häufiger Tempo 80 auf Autobahnen zu signalisieren, um den Verkehr zu verflüssigen (tagesanzeiger.ch)
Alles, was den Verkehr verflüssigt, ist somit in unserem Sinn.d […] Ohnehin sind wir wegen der hohen Verkehrsbelastung innerorts oft nicht schneller als mit Tempo 30 unterwegs. […] Postauto unterstützt alle Massnahmen, die zu weniger Lärm und Abgasen führen und steht der Einführung von Tempo 30 positiv gegenüber.
Postauto-Sprecherin Katharina Merkle zur grossflächigen Einführung von Tempo 30 in Freiburg (nau.ch)
Es sind Versprechungen gemacht worden, die nicht eingehalten wurden. […] Eine offene, zeitnahe und transparente Kommunikation wäre das Minimum an Anstand und Respekt und dürfte als Gegenleistung erwartet werden für das, was die Bahnersatzbus- Chauffeure leisten.
Fahrer der Bahnersatzbusse im St. Galler Rheintal beschweren sich in einem anonymen Schreiben über Bus Ostschweiz: Es seien Versprechungen zu Festantstellungen gemacht und nicht gehalten worden (wundo.ch)
Das passt nicht zu den Billettpreisen, die um 3,4 Prozent steigen. Weniger Leistung für mehr Geld, lautet die Losung. Die Zürcher Stadtregierung will die Bevölkerung dazu bringen, den ÖV statt das Auto zu nutzen. Sind Trams, die nur gelegentlich verkehren, ein gutes Argument? Die Verkehrsbetriebe zeigen immerhin Sinn für Humor. Das Communiqué, das die Verschlechterung ihres Angebots verkündet, trägt den Titel: «Erhöhte Planungssicherheit für Fahrgäste.» […] Wer nun im Winter in Zürich ein Kino oder Theater besucht und danach an einer Haltstelle lange auf das Tram wartet, sollte sich in Erinnerung rufen: Man friert zwar, aber tut das in einer Weltstadt.
Journalist Francesco Benini von CH Media kommentiert die Ausdünnung des Fahrplans am Abend durch die Verkehrsbetriebe Zürich ab Ende Jahr (aargauerzeitung.ch)
Wenn ich schaue, was politische Verbündete von dir in der Klimapolitik bieten, erlebe ich das anders. Klimaaktivisten halten jeden, der Auto fährt und nicht sofort alle fossilen Energien verbieten will, für einen Klimaleugner. Ihre Meinung nötigen sie den anderen auf, indem sie sich auf die Strasse kleben und den Verkehr blockieren. Das ist nicht nur intolerant, sondern ein direkter Eingriff in die Freiheit jener Menschen.
Matthias Müller, der Präsident der Jungfreisinnigen, kritisiert Juso-Präsident Nicola Siegrist für seine Verkehrspolitik (nzz.ch)
Es muss immer möglich sein, auch ohne Handy und Kreditkarte ein Billett zu kaufen. Wir können heute aber noch keine Konzepte präsentieren, wie dies bewerkstelligt wird. Das wäre unseriös.
Ein Sprecher der Alliance Swisspass zu den künftigen Bezahlmöglichkeiten im öffentlichen Verkehr (aargauerzeitung.ch)
Wir sind in diesem Jahr mehrmals völlig überrannt worden. […] Es ist korrekt, dass es zu gefährlichen Situationen kommen kann. Wir sind aber überrascht, an wie vielen Tagen wir in diesem Jahr ein grosses Verkehrsaufkommen registriert haben. Ein solches Ausmass haben wir nicht erwartet.
Daniel Waldvogel, Leiter Fachführung Produktmanagement Autoverlad bei der BLS, zu gefährlichen Situationen am Autoverlad Simplon (pomona.ch)
Was ganz wichtig ist, und das ist das Ziel aller Mitarbeitenden, wenn sie morgens aufstehen: Wir wollen die Autobahn hier im Oberwallis fertig bauen. Das Ziel ist, dass wir bis Ende 2026 auf der Autobahn von Brig nach Susten fahren können. Der Ruf, den Sie ansprechen, der ist gemacht. Wir können nur zeigen, dass wir voller Motivation und Begeisterung dahinter sind und unsere Verantwortlichkeiten in den Bereichen Termine, Qualität und Finanzen wahrnehmen.
Marco Walter ist neuer Chef der Dienststelle für Nationalstrassenbau im Kanton Wallis und zuständig für den Bau der Autobahn A9, der von Pannen und Verzögerungen geprägt ist (pomona.ch)
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