Die Zitate der Woche: «Es soll vor allem möglich sein, ein Billett mit dem Handy oder ohne Bargeld mit der Karte zu kaufen»

Tür Touristen soll es einfach werden, im Schweizer ÖV zu reisen. Bild: Behzad Ghaffarian / Unsplash

Jede Woche wirft Mobimag einen Blick auf die wichtigsten Zitate. Dieses Mal mit dem Bundesamt für Verkehr, das die Branche zu einer raschen Lösung für bargeldloses Ticketing drängt, Tourismus-Professor Christian Laesser, der Fragen zur neuen Appenzeller Tourismus-Strategie hat und VCS-Präsident Ruedi Blumer, der zum Velo-Pendeln aufruft.

von Stefan Ehrbar
1. März 2023

Die Zitate der Woche

Die Jungfraubahnen kehren in grossen Schritten zur Normalität zurück. Es zeichnet sich ein Steigerungslauf ab. 2023 wird wohl ein gutes Übergangsjahr. Ab 2024 dürften wir dann wieder vollständig auf dem Vorkrisenniveau sein. Allerdings gibt es mit Blick auf die wichtigen Auslandsmärkte noch Unsicherheiten. Es fehlen Flüge, um die Gäste aus dem Ausland nach Europa und in die Schweiz zu fliegen. Weiter kommen die Botschaften in Asien nicht nach, um die nötigen Visa auszustellen. Schliesslich treibt die Inflation die Kosten in die Höhe. Preise für Flugtickets aus Asien in die Schweiz haben sich praktisch verdoppelt.

Urs Kessler, Chef der Jungfraubahnen, zum Stand des Tourismus in der Schweiz (tagesanzeiger.ch)

Abgesehen von den realen Risiken für die Umwelt und die öffentliche Gesundheit zahlen die Dienstleister in den Innenstädten die Rechnung, insbesondere die Einzelhändler. Sie haben bereits mit der Konkurrenz des E-Commerce zu kämpfen, während die Überlastung der Strassen sie von ihrem Einzugsgebiet abschneidet, das in etwa dem Beschäftigungsgebiet der Städte entspricht. Ihre Kunden reisen immer seltener, weil sie befürchten, im Stau zu stehen, und bestellen stattdessen online.

Der Humwanwissenschaftler Nicolas Babey von der Haute école de gestion Arc in Neuenburg zum hohen Anteil der Autopendler im Wallis: Sie machen zwei Drittel aus (rro.ch)

Wir haben gewisse Arbeiten ins Ausland auslagern müssen. Aber bei der Wartung von Triebwerken verhält es sich anders. Da machen die Personalkosten weniger als 30 Prozent aus, viel teurer sind die Materialien, Ersatzteile und Lizenzen, die es für diese sensiblen Arbeiten benötigt. Die sicherheitspolitisch stabile Situation in Mitteleuropa spielt auch eine Rolle. Bei uns arbeiten zudem viele Ingenieure, die zum Beispiel von der ETH Zürich oder der ZHAW ausgebildet wurden. Die Triebwerkwartung ist präziser als die Uhrmacherei!

Jean-Marc Lenz, der CEO von SR Technics, zu seinen Wachstumsplänen mit der Wartung von Flugzeug-Triebwerken in der Schweiz (aargauerzeitung.ch)

Mit dem jetzigen Verkehrskonzept wäre die Klinik für die Dauer der Rad-WM gänzlich von sämtlichen Zufahrtswegen abgeschnitten. Wir sehen die Sicherheit der Patientinnen und Patienten deshalb erheblich beeinträchtigt.

Neben dem Zürcher Kinderspital wehrt sich auch die Hirslanden-Klinik gegen das Verkehrskonzept der Rad-WM 2024, wie Sprecherin Regina Gerdes sagt (nzz.ch)

Zentral ist, dass das Güterbahnhofgebäude als Ganzes, also inklusive Zollgebäude, erhalten bleibt und weiterhin vielfältig genutzt wird – mit Kultur, mit Gastronomie, mit Läden, mit Handwerkbetrieben. Dann hat man schon sehr viel richtig gemacht. Diese Nutzung wirft vielleicht nicht sehr viel Ertrag ab, ihre Qualität ist aber für das Areal, ja für die Stadt hochwertig. Genau das fehlt beispielsweise im Gebiet Bahnhof Nord oder im Bleicheli. Und der Verkehr muss sich dieser Nutzung unterordnen, nicht umgekehrt. Wenn man die Planung der letzten paar Jahrzehnte in St.Gallen anschaut, hatte man oft den Eindruck, das Motto lautete «Wenn man alles neu macht, wird automatisch alles gut». Dem ist eben nicht so.

Der Architekt Andy Senn ging mit seinem Team als Sieger aus der Testplanung für das Güterbahnhof-Areal in St. Gallen hervor (saiten.ch)

In dieser Hinsicht ist es wichtig, dass die Reisenden – Pendler sowie Touristen – die verschiedenen Verkehrsmittel einfach und bequem nutzen können. Um dieses Ziel zu erreichen, soll es vor allem möglich sein, ein Billett mit dem Handy oder ohne Bargeld mit der Karte zu kaufen. Solche Lösungen stehen im Einklang mit der technischen und gesellschaftlichen Entwicklung. Mit der Pandemie hat zudem die Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber bargeldlosem Zahlen zugenommen.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) zur Forderung ihres Direktors Peter Füglistaler an die ÖV-Branche, schnell eine Ticket-Lösung mit Kredit- oder Debitkarte zu ermöglichen (aargauerzeitung.ch)

Wir freuen uns sehr über diesen wichtigen Entscheid. Mit der Wiederaufnahme in die Priorität A sind wir der Umsetzung dieses für die Flughafenregion und den gesamten Kanton Zürich wichtigen Projekts einen grossen Schritt näher gekommen.

Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) zur Mitfinanzierung der Verlängerung der Glattalbahn nach Kloten im Agglomerationsprogramm der 4. Generation, die zunächst nicht geplant war (zh.ch)

Wir freuen uns, dass dieses offensichtlich wenig sinnvolle Autoprojekt nicht finanziert wird. Nun braucht es rasch einen Plan, wie das wichtige Entwicklungsgebiet Bachgraben gut erschlossen werden kann. Wir fordern, dass nun innert zwei Jahren die Velovorzugsroute an den Bahnhof Basel SBB erstellt und die Planung für die Tramlinie ins Bachgrabengebiet abgeschlossen sind. Bis zur Inbetriebnahme der Tramlinie soll ein Express-Bus das Bachgrabengebiet mit dem Bahnhof Basel SBB verbinden.

Der VCS beider Basel freut sich hingegen, dass das Strassenprojekt Zubringer Bachgraben Allschwil kein Geld aus dem Agglomerationsprogramm erhalten soll (vcs-blbs.ch)

Der Kanton will über Parkgebühren den Verkehr lenken, was die Zahl der mit dem Auto anreisenden Tagestouristen vielleicht etwas reduziert. Mehr Leute werden wohl eher mit dem öffentlichen Verkehr anreisen. Aber Appenzell und der Alpstein haben eine hohe Anziehungskraft. Da die meisten Attraktionspunkte öffentlich und frei zugänglich sind, wird sich wahrscheinlich nicht viel daran ändern, dass diese übernutzt werden. […] Tendenziell wird überschätzt, wie stark das Verhalten von Menschen kontrolliert werden kann. Der Kanton schreibt, dass sie Gruppentourismus aus Fernmärkten wie China nicht will. Aber Tourismus ist ein soziales Phänomen. Das Wildkirchli oder der Äscher zeigen, dass Leute oft an die Orte gehen, wo zuvor andere waren oder welche internationale Aufmerksamkeit erregt haben. Man kann zwar bewusst nichts unternehmen, um die Leute auf diese Orte hinzuweisen. Aber man wird nicht verhindern können, dass sie kommen.

Christian Laesser, Professor an der Universität St. Gallen und Tourismus-Experte, zur neuen Tourismus-Strategie des Kanton Appenzell Innerrhoden (tagblatt.ch)

Zu zweit statt allein im Auto sitzen, Homeoffice machen – und wenn der Arbeitsweg nicht weiter ist als 20 Kilometer, kann man den problemlos mit dem Velo zurücklegen.

Ruedi Blumer, Präsident des Verkehrs-Club der Schweiz (VCS), nimmt die Bevölkerung in die Pflicht (srf.ch)

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