
Eigentlich sollten ab Dezember Eurocity-Züge erstmals Zürich mit München in dreieinhalb Stunden verbinden. Doch selbst das bis im April 2022 geplante Übergangskonzept steht auf wackligen Füssen, wie Mobimag weiss. Fährt am Schluss gar keiner der neuen Züge durch in die bayrische Metropole?
von Stefan Ehrbar
29. November 2021
Es wird langsam knapp. Am 12. Dezember ist Fahrplanwechsel. Ab dann sollen je drei Eurocityzüge pro Richtung und Tag Zürich und München in dreieinhalb Stunden verbinden. Doch klappt das wirklich? Die Fahrzeit ist nur möglich, wenn an der Grenze die sogenannte «fahrende Transition», also der Wechsel zwischen zwei Stromsystemen ohne Zwischenhalt möglich ist.
Das ist auch der Grund, warum im Rahmen eines Übergangskonzepts, das wegen Verspätungen bei der fahrenden Transition erdacht wurde, bei drei von sechs täglichen Eurocity-Verbindungen bis April 2022 in St. Margrethen umgestiegen werden muss: Der SBB stehen noch nicht genügend Eurocity-Züge des Typs Astoro von Alstom zur Verfügung, welche diese Technologie beherrschen und dafür auch zugelassen sind. Ab April sollen dann genügend der Züge im Einsatz stehen, um alle sechs täglichen Verbindungen schnell und umsteigefrei anbieten zu können.
Allerdings steht nun sogar dieses Übergangskonzept auf der Kippe. Wie SBB-Sprecher Martin Meier bestätigt, hat noch immer kein einziger der Triebzüge die nötige Zulassung erhalten. Das Problem ist: Wenn die fahrende Transition nicht klappt, brauchen die Züge zu lang für den Wechsel der Stromsysteme – und ihre Trassen sind weg.
Droht ab Fahrplanwechsel gar die Situation, dass keine einzige direkte Verbindung von Zürich nach München mehr angeboten werden kann, wie es gemäss Informationen von Mobimag als Alternative bereits durchgespielt wird?
Eine entsprechende Anfrage von Mobimag beschäftigt die Bahn zunächst einige Tage, bevor sie dann mit dem Verweis auf eine Medienmitteilung vom Montag antwortet. Dort heisst es lediglich: «Unter Vorbehalt des rechtzeitigen Eintreffens der Betriebsbewilligungen verkürzt sich die Fahrtzeit der EuroCity-Züge zwischen Zürich und München bei drei von sechs Verbindungen um eine halbe Stunde von heute 4 auf 3 Stunden und 30 Minuten».
Die Zeit wird knapp – und die Bahn vorsichtig. Ob in weniger als drei Wochen erstmals die beiden Städte in 3h 30 Minuten verbunden werden, ist unklarer denn je. Vielleicht bietet die Bahn-Konkurrenz von Flixbus noch einige Wochen oder Monate länger die schnellste Verbindung: Von Zürich nach München geht es im Fernbus in 3 Stunden und 55 Minuten.
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