Tobias Bowald: Schlüsselrolle für den ÖV – Mit multimodaler öffentlicher Mobilität die Mobilitätswende meistern (Abo)

Mobilitätsexperte Tobias Bowald. Bild: Q_Perior

Viel zu oft ungenügend besetzte Busse, Trams und Züge fahren streng nach Fahrplan, Autos drängen im Stop-and-Go-Modus in die Innenstädte, dazwischen schlängeln sich Velos, Fussgänger und vereinzelt Sharing-E-Trottinette durch. So sieht Mobilität in vielen grösseren Schweizer Städten heute aus. Dabei kann sie so viel mehr und effizienter sein: Nur wenn wir die einzelnen Verkehrsmittel optimal einsetzen, diese physisch und digital verknüpfen und sparsam mit dem knappen Raum umgehen, lässt sich die Mobilitätswende meistern. Was jetzt eingeleitet werden muss. Ein Gastbeitrag.

von Tobias Bowald*
16. Mai 2022


Sie möchten werbefrei lesen? Jetzt kostenlos testen!

Damit Mobilität betreffend Verfügbarkeit, Nutzer:innenorientierung, Flächenbedarf und Umweltfreundlichkeit zukunftsfähig bleibt, muss sich an der gegenwärtigen Situation einiges ändern. Um dies zu erreichen, muss die Hierarchie der Verkehrsmittel insbesondere im urbanen Raum radikal neu gedacht werden, weg von einem autozentrierten Paradigma. Dafür braucht es ein öffentliches Mobilitätsangebot, das mindestens genauso attraktiv ist wie das private Auto.

Wie lässt sich das im Einzelnen bewerkstelligen, welche Stellschrauben haben wir zur Verfügung, damit der ÖV in Symbiose mit dem Langsamverkehr und geteilter Mobilität den Grossteil des Mobilitätsbedürfnisses der Menschen abdecken kann? Ausgehend von der Annahme der induzierten Nachfrage muss der Fokus auf neuen, attraktiven Angeboten liegen. Damit lässt sich die Nachfrage steuern. Die gute Nachricht ist: Es tut sich schon vieles. Wir sehen spannende Vorhaben und laufende Pilotprojekte in Städten wie auf dem Land. Dazu gehört, den ÖV flexibler zu gestalten und die multimodale Verknüpfung mit den verschiedenen Sharing- und On-Demand-Angeboten zu stärken. Politik und Bevölkerung unterstützen schon heute viele dieser Ideen und Massnahmen. Wichtig ist, dass es uns gelingt, eine attraktive und nachhaltige übergeordnete Vision zur Mobilität der Zukunft zu etablieren, auf welche die unterschiedlichen Stakeholder aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf allen Staatsebenen gemeinsam hinarbeiten. Hierbei ist die Verkehrs- und Raumentwicklung gemeinsam zu denken und der ÖV als Rückgrat der Mobilität zu betrachten.


Sie möchten werbefrei lesen? Jetzt kostenlos testen!

Mehr als nur liniengebunden: Wie der ÖV noch flexibler werden kann
Was Klimaschutz und Effizienz betrifft, ist die Schiene nach wie vor unschlagbar. Kein anderes Verkehrsmittel kann so viele Personen auf so geringem Platz transportieren – in der Schweiz fast emissionsfrei. Trotz der anspruchsvollen Topografie ist die Schweiz hier sehr gut aufgestellt. Sie hat mit den Nord-Süd- und der Ost-West-Verbindungen zwei starke Achsen für den schienengebundenen Fernverkehr und dazwischen ein im internationalen Vergleich sehr dichtes Regionalverkehrsnetz auf Schiene und Strasse. Die meisten Gemeinden sind an den ÖV angeschlossen, das gut ausgebaute Busnetz mit den traditionellen Postautos gehört wie die SBB zur Schweizer Identität. Trotzdem: Der Regionalverkehr ist hoch defizitär und im Tagesschnitt äusserst dürftig ausgelastet – abgesehen von den Nachfragespitzen am Morgen und gegen Abend sitzen in aller Regel viel zu wenige Personen in viel zu grossen Gefässen. Und 78 Prozent der Haushalte besitzen weiterhin mindestens ein Auto und bewältigen damit 65 Prozent der inländischen Personenkilometer. Sogar in den dichtbesiedelten Kernstädten mit ausgezeichnetem Nahverkehrsnetz besitzt noch mehr als jeder zweite Haushalt ein eigenes Auto. Da hilft nur eines – der ÖV muss als Rückgrat einer verknüpften multimodalen öffentlichen Mobilität zur wirklich ernsthaften Alternative für das Auto beitragen, damit die Mobilitätswende Wirklichkeit wird.

Was lässt sich konkret umsetzen?


Der ganze Artikel ist exklusiv für Abonnenten zugänglich.

Mehr Informationen zu unseren Abos ab 1.50 Franken erhalten Sie hier.

Jetzt kostenlos eine Woche lang testen?
Zugang mit nur einem Klick!

Voraussetzung ist eine gültige Kreditkarte oder ein Paypal-Account. Innerhalb der ersten 7 Tage findet keine Belastung statt. Sie können Ihr Probeabo jederzeit mit einem Klick beenden. Ansonsten lesen Sie nach einer Woche für 7.90 Franken pro Monat weiter. Sie können jederzeit und fristlos kündigen.

 
Ja, ich möchte Mobimag testen:  
Bitte geben Sie Ihre Email-Adresse, Nutzernamen und Passwort an. Damit können Sie sich jederzeit einloggen.
*
Nutzername (ohne Leerschlag)
Bitte wählen Sie einen Nutzernamen.
Please enter valid data.
Dieser Nutzername wird bereits verwendet, bitte wählen Sie einen anderen.
Dieser Nutzername ist ungültig.
*
Email-Adresse
Bitte geben Sie ihre Email-Adresse an.
Bitte geben Sie eine gültige Email-Adresse an.
Bitte geben Sie eine gültige Email-Adresse an.
Diese Email-Adresse wird bereits verwendet.
*
Bitte wählen Sie ein Passwort
Bitte wählen Sie ein Passwort.
Please enter valid data.
Bitte geben Sie mindestens 6 Zeichen ein.
Hinterlegen Sie Ihre Zahlungsdaten
Name auf der Karte
Name auf der Karte
Kreditkartennummer
Die Kartennummer muss ausgefüllt werden.
Please enter at least 13 digits.
Maximum 16 digits allowed.
Die Kreditkarten-Daten sind ungültig.
Ablaufmonat (z.B. 05 für Mai)
Der Ablaufmonat muss ausgefüllt werden.
Ablaufjahr (z.B. 2023)
Das Ablaufjahr muss ausgefüllt werden.
CVC-Code (dreistellig)
Der CVC-Code muss ausgefüllt werden.
How you want to pay?
Abschliessen

Sie haben bereits einen Zugang?
Login


1 Kommentar

  1. Endlich jemand, der über das Themenfeld der “Verkehrswende” hinausblickt! Verkehrswende bedeutet “nur” des Wechsel des Modi oder des Antriebs. Die Mobilitätswende hingegen geht viel weiter, es bedeutet den Wechsel des Verhaltens: Nutzen statt besitzen, integral statt (nur) digital, vermeiden statt (nur) verlagern.

Diesen Artikel kommentieren