
Made in Germany: So sehen die neuen Siemens-Züge für die S-Bahn Zürich aus. Bild: SBB
Die SBB beschafft für bis zu 3 Milliarden Franken bis zu 200 Züge beim deutschen Bahnbauer Siemens. Der unterlegene einheimische Hersteller Stadler wehrt sich. Was ist dran an seiner Kritik – und warum ist die ÖV-Branche trotzdem froh über den Ausgang des Verfahrens? Die Antworten im Mobimag-Beitrag.
Stefan Ehrbar,
17. November 2025
Ansgar Brockmeyer ist wütend. Der stellvertretende CEO des Thurgauer Bahnbauers Stadler teilt gegen die SBB aus, nachdem diese die Lieferung von mindestens 116 S-Bahn-Zügen an den deutschen Konkurrenten Siemens vergeben haben. Stadler benötige keinen Lokalbonus, schreibt er auf Linkedin. Aber bei jeder Ausschreibung gebe es «viele weiche Faktoren». An dieser Stelle seien alle Bewertungen subjektiv: «Das kann man nutzen, wenn man will – oder eben nicht». Die Botschaft dahinter: Die SBB sollten Stadler bei Kriterien, die weniger exakt zu messen sind, besser bewerten als die Konkurrenz.
Stadler-Präsident Peter Spuhler sagte in der «Sonntagszeitung» gar, die SBB hätten beim Auftrag mit einem Volumen von bis zu 3 Milliarden Franken einen Fehlentscheid getroffen. Er kündigte an, einen Rekurs zu prüfen.
Aus der Politik erhalten Spuhler und seine Leute Unterstützung. «Wie dumm muss man sein?», fragt Mitte-Nationalrat Gerhard Pfister an die Adresse von SBB-Chef Vincent Ducrot gerichtet. Der Aargauer SVP-Nationalrat Thomas Burgherr fordert vom Bundesrat Antworten.
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