«Damit man früher rudern gehen kann»: Die speziellsten Wünsche an die ÖV-Betreiber

Jedes Jahr führen ÖV-Betreiber Vernehmlassungsverfahren für den neuen Fahrplan durch. Einwohnerinnen und Einwohner dürfen Wünsche und Verbesserungsvorschläge für den öffentlichen Verkehr anbringen. Viele begründen ihre Wünsche – und gelegentlich geschieht das mit unterhaltsamen Argumenten.
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von Stefan Ehrbar
8. November 2021

Der öffentliche Verkehr bewegt Menschen in der Schweiz. Das zeigt sich auch an den Vernehmlassungsverfahren für die neuen Fahrpläne. Jedes Jahr nutzen hunderte Einwohnerinnen und Einwohner die Möglichkeit, Verbesserungsvorschläge für den neuen Fahrplan einzubringen. Viele davon sind durchdacht und werden umgesetzt oder geprüft. Gelegentlich begründen die Antragssteller ihre Vorschläge – und einige dieser Begründungen dürften den Verantwortlichen ein Schmunzeln entlockt haben, wie die Liste von Mobimag zeigt.

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Eine nicht abschliessende Liste von unterhaltsamen Begründungen für Veränderungen im ÖV für das kommende Fahrplanjahr.
Begehren: Die Linie S24 des Zürcher Verkehrsverbunds soll morgens früher verkehren.
Begründung: «Damit man früh genug rudern kann.»

Begehren: 24-Stunden-Betrieb der Buslinie 32 der VBZ
Begründung: «Schliesslich verbindet die 32 einige Teile der Stadt und auch Ausgangsviertel. Fände ich Hammer!»

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Begehren: Verlängerung der St. Galler S3 nach Heerbrugg nicht nur an zwei Bau-Wochenenden, wie geplant
Begründung: «Sie haben jetzt keine Ausrede mehr. Der Baustellenfahrplan an einem Wochenende diesen Sommer beweist endgültig, dass es problemlos möglich ist die S3 bis Heerbrugg verkehren zu lassen. Bitte setzen Sie dies auch regulär um, die S3 ist wichtig für die Anschlüsse an die Seelinie, seit deren Takt in brachial dämlicher Manier um eine Viertelstunde geschoben wurde»

Begehren: Generell pünktliche Abfahrten im Kanton St. Gallen
Begründung: «Ihre Auftragsnehmer nehmen es mit ihrem Auftrag nicht so genau und fahren gerne los, wenn sie lustig sind. Das ist ein riesen Problem. Pünktliche Fahrgäste verpassen Ihre Kurse und Züge, nur weil der Chauffeur ein Hyperi ist. Oder abstrakt gesagt, weil es keine Konsequenzen hat! Diese sollen Sie einführen. Pauschal CHF 1000 Busse für jede zu früh erfolgte Abfahrt bei Bussen, CHF 10000 bei Zügen. Darüber hinaus sollen die Fahrgäste direkt über Ostwind einen Entschädigungsanspruch haben über CHF 1 pro verlorene Minute, durch erwähntes Fehlverhalten eines TU’s. Die ausbezahlte Entschädigung erhält Ostwind durch das fehlbare TU rückvergütet.»

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Begehren: Halt des IR13 in Rheineck
Begründung: «Jahr für Jahr speisen Sie mich mit wertlosen Scheinargumenten ab, dass der Halt des IR13 in Rheineck nicht möglich sei. Wenn Sie die Situation mal objektiv betrachten, stellen Sie fest, dass diese Aussage so nicht stimmen kann.»

Begehren: Abendliche Verlängerung der St. Galler S3
Begründung: «Sie wollen die S3 um 23.37 von St. Margrethen nach Rorschach streichen. Das ist nicht ok. Sehen Sie davon ab, lassen Sie sie weiter verkehren und neu auch den Zuleiter (der bisher als Leermaterialzug geführt wurde, was regelrecht bescheuert war).»

Begehren: Beibehaltung eines Buskurses im Kanton Solothurn
Begründung: «Auch in den Sommermonaten möchte ich mit meinen Kindern den Burgäschisee geniessen, ohne hinunter und wieder herauf zu wandern.»

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Begehren: Ausbau/Beibehaltung von Busverbindungen im Kanton Solothurn
Begründung: «Ich bin Mutter von drei Buben und besitze kein Auto. […] Als Hausfrau wäre ich froh, wenn um 9 Uhr eine Linie fahren könnte, damit ich vor dem Einkaufen meine Hausarbeit erledigen könnte und wäre dann froh, wenn ich um 11 Uhr wieder zuhause wäre, um für die Kinder zu kochen. Am Nachmittag wäre ich dankbar, wenn um 14 oder 15 Uhr ein Bus fahren würde, damit ich nach dem Mittagessen aufräumen könnte und anschliessend beispielsweise an ein Elterngespräch fahren oder die Kinder zu einem Hobby bringen könnte. Und dann wäre ich froh, wenn ich um 16 Uhr zurück wäre.»

Begehren: Ausbau von Buslinien im Kanton Luzern
Begründung: «Es ist sehr bedauerlich, dass die Fahrplanvorschläge nur minimal ausgebaut werden. Schuld ist immer jemand. Dieses Mal ist es Corona.»

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