Blaue Zone, Cashcow Swiss, Spurabbau bei ÖV
Jeden Freitag liefert der Mobimag-Newsletter eine Zusammenfassung der wichtigsten Schlagzeilen zur Mobilität im In- und Ausland der Woche und einen Ausblick auf die nächsten Tage. Diese Woche unter anderem mit einem Streit ums Parkieren und einer Spezialität der Airline Swiss.
Null Verkehrstote in Helsinki
Das dürfte es noch in keiner europäischen Grossstadt gegeben haben: Seit Juli 2024 ist auf den Strassen der finnischen Hauptstadt Helsinki kein einziger Verkehrstoter mehr registriert worden. Das gab die finnische Polizei kürzlich bekannt – und begründete dies vor allem mit dem Ausbau von Tempo-30-Zonen und Verbesserungen für die Sicherheit von zu Fuss Gehenden. Noch Ende der 1980er-Jahre zählte Helsinki etwa 1000 Unfälle mit Verletzten sowie 30 Verkehrstote pro Jahr. Im vergangenen Jahr waren es noch 277 Unfälle mit Verletzten und 0 Todesopfer – etwas Besonderes für eine Stadt mit fast 700’000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Mehr als die Hälfte der Strassen in Helsinki ist mittlerweile auf Tempo 30 begrenzt. Zudem wurden Geschwindigkeitskontrollen verstärkt und der öffentliche Verkehr massiv ausgebaut. Deshalb nutzen auch weniger Menschen das Auto.
Cashcow Swiss
Die Airlines der Lufthansa-Gruppe haben im ersten Halbjahr rote Zahlen geschrieben: Bei der Lufthansa stand ein Minus von 307 Millionen Euro in den Büchern, bei Austrian eines von 43 Millionen Euro, bei Brussels Airline eines von 46 Millionen Euro. Auch Eurowings schrieb 137 Millionen Verlust. Einzige Ausnahme: Die Swiss und ihre Schwesterairline Edelweiss schrieben einen Gewinn vor Abzug von Zinsen und Steuern von 195,1 Millionen Franken. Die Schweizer Tochter bleibt damit die Cashcow des Konzerns, wenn auch der Gewinn etwas zurückgegangen ist. Daneben haben nur noch die Sparten Logistik (+135 Millionen Euro) und Technik (+310 Millionen Euro) ein positives Ergebnis geschrieben. Das erste Halbjahr ist allerdings in der Aviatik traditionell das schwächere, weil die Sommerferienzeit und die Tage rund um Weihnachten fehlen. Fürs ganze Jahr rechnet die Lufthansa-Grupppe denn auch weiterhin mit einem positiven operativen Ergebnis, das «signifikant» über jenem des Vorjahres (1,6 Milliarden Euro) liege, wie es in einer Mitteilung heisst. Zudem sollen bis 2028 insgesamt 4 Milliarden Euro eingespart werden.
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Tourismus: Ein Viertel nutzt ÖV
Die Hochschule Luzern hat im Auftrag des Bundes untersucht, wie viel Verkehr der Tourismus in der Schweiz verursacht. Studienautor und Verkehrssoziologe Timo Ohnmacht sagt in einem Interview, dafür habe er verschiedene Datensätze zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Das Resultat: Ein Viertel aller zurückgelegten Kilometer in der Schweiz geht auf Reisende aus dem In- und Ausland zurück. Rund die Hälfte ist Berufsverkehr, der Rest Freizeitverkehr. 40 von 100 Kilometern im Tourismus entstehen durch Schweizerinnen und Schweizer, 46 Kilometer durch Reisende aus dem Ausland, für 13 Kilometer ist der Durchgangsverkehr verantwortlich. Die Reisenden aus dem In- und Ausland nehmen zu einem Viertel den Zug, wobei dieser Anteil beim Durchgangsverkehr auf lediglich 3 Prozent sinkt. «Einerseits sind die Bahnverbindungen nicht durchgehend», sagt Ohnmacht. «Die Reisenden müssen in der Schweiz umsteigen, um diese zu durchqueren. Das begünstigt das Auto.» Auch die Ticket-Preise spielten eine Rolle, die im europäischen Vergleich eher hoch seien. «Es müsste attraktivere, durchgängige Nachtzugverbindungen geben mit einem Gepäcktransport von Haustür zur Ferienunterkunft.»
Zum Interview auf luzernerzeitung.ch
Zürich streitet über blaue Zone
Am 28. September wird in der Stadt Zürich über neue Regeln für das Parkieren in der Blauen Zone abgestimmt. Heute kostet die Parkkarte für Private 300 Franken pro Jahr. Künftig soll der Preis vom Gewicht des Autos abhängen. Für Besitzer schwerer SUVs beispielsweise könnte sich der Preis dadurch verdoppeln bis verdreifachen. Aus diesen Gründen kämpfen bürgerliche Parteien wie die FDP und SVP gegen die Reform. Der Gewerbeverband hingegen hat die Ja-Parole herausgegeben. Denn Gewerbetreibende sollen künftig eine Parkkarte für 1200 Franken pro Jahr lösen können, mit der sie fast überall in der Stadt parkieren dürfen und nicht nur in derselben PLZ-Zone wie Private. Zudem sollen sie künftig auch auf Trottoirs parkieren dürfen, wenn keine Parkplätze in der Nähe verfügbar sind. Das wiederum sorgt für Widerstand von linker Seite: Der «Fussgängerverein Zürich» bekämpft das neue Regelwerk.
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Gepäck im Flugzeug: Was gilt
Sie kaufen ein Ticket für eine Fluggesellschaft und kommen ans Abfluggate, nur um festzustellen, dass Sie die falsche Handgepäck-Grösse haben. Oder Sie haben einen Gegenstand zu viel – wie eine Handtasche und eine Laptoptasche. Der Fehler könnte ins Geld gehen. Wir beleuchten diese Wirrungen, die Situation bei den Gepäckverlusten, die EU-Bestrebungen und werfen einen Blick die Gefahrengut-Entsorgungen am Flughafen Kloten.
Stadt Zürich baut Eigentrassees ab
Die Stadt Zürich baut seit einigen Jahren mehr eigene Spuren für Trams und Busse ab, als neue hinzukommen. Neue Zahlen zeigen: Diese Entwicklung ist auch in den vergangenen beiden Jahren weitergegangen. Insgesamt verfügt die Stadt auf dem Bus- und Tramnetz, das 2019 bereits bestand, nun über etwa 1,9 Kilometer weniger Eigentrassee als damals. Die Stadt begründet die Entwicklung unter anderem mit der Förderung von Velowegen. Eine «Addition der Nutzungsansprüche» sei nicht möglich.
Die wichtigsten Termine der nächsten Tage:
- Mittwoch, 13. August: Verkehrszahlen Flughafen Zürich für den Juli 2025, 17.40 Uhr, online
- Donnerstag, 21. August: Workshop Raum- und Logistikplanung von ITS Switzerland, 9.30 Uhr bis 17 Uhr, Stettlen BE

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