Stärkste Zunahme im Regionalverkehr seit Monaten – Fahrten für Freizeit nehmen ab, Fahrten für die Arbeit zu (+)

Der Verkehr ging zuletzt wieder zurück, zeigt das aktuelle Monitoring. Bild: Mobimag

Jeden Donnerstag analysiert Mobimag die Entwicklung auf den Strassen, im öffentlichen Verkehr und in der Luft im ausführlichsten und aktuellsten Mobilitäts-Monitoring der Schweiz – neu auch mit Daten zu einzelnen Städten und Kantonen.

Inhaltsverzeichnis:


Übersicht

Die Analyse der aktuellsten Daten zeigt:

  • Die Mobilität geht nach einer Periode der Erholung wieder zurück, doch der ÖV scheint sich zu erholen. Die Zahl der zurückgelegten Kilometer sank in der vergangenen Woche laut den Analysen von Smartphone-Bewegungsdaten durch Intervista gegenüber der Vorwoche um 3,8 Prozent. Der Rückgang betraf alle Verkehrsmittel, aber unterschiedlich stark.
  • Die Zahl der im Auto zurückgelegten Kilometer sank in der vergangenen Woche laut Intervista gegenüber der Vorwoche um 3,4 Prozent. Auf regionale Unterschiede deuten die Zahlen des Bundesamt für Strassen hin. Auf der A6 beim Berner Ostring wurden 9,8 Prozent weniger Fahrzeuge gezählt als in derselben Woche des Jahres 2019. Der Verkehr nahm gegenüber der Vorwoche damit um fast 4 Prozentpunkte ab. Auf der A1 bei Würenlos lag das Minus gegenüber 2019 bei 12,8 Prozent, was einer leichten Erholung gegenüber der Vorwoche entspricht (+0,7 Prozentpunkte). Bei der Zählstelle Basel Schwarzwaldbrücke der A2 zeigte sich ein Minus von 19,8 Prozent gegenüber 2019 (Vorwoche: -25,1 Prozent) und damit eine deutliche Erholung. Bei Apple Maps wurden fünf Prozent weniger Routen mit dem Auto nachgefragt als am Referenzdatum 13. Januar 2020. Gegenüber der Vorwoche entspricht das einem Minus von einem Prozentpunkt.
  • Im öffentlichen Verkehr zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Die Auslastung im Regionalverkehr der SBB lag in der Woche 10 (aktuell: 11) im Vergleich zum Jahr 2019 bei 63,86%. Das ist eine deutliche Zunahme von 7 Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche. Eine Zunahme in dieser Grössenordnung innert Wochenfrist wurde zuletzt Anfang Jahr verzeichnet. Im Fernverkehr hingegen nahm die Auslastung gegenüber der Vorwoche um 1,5 Prozentpunkte ab und liegt im Vergleich zum Jahr 2019 bei 47,84%. Im Stadtverkehr werden nur leichte Rückgänge registriert. Apple Maps registriert keine Abnahme gegenüber der Vorwoche in dieser Kategorie. Bei der VBZ-Haltestelle Hardbrücke lag die Zahl der gezählten Pendler am Dienstag um 1,4 Prozent tiefer als in der Vorwoche (7-Tage-Schnitt). Hier gilt es zu beachten, dass in der betreffenden Woche schönes und warmes Wetter herrschte, was in Städten in der Regel tiefere Frequenzen im ÖV und eine Verlagerung zum Velo zur Folge hat. Laut Intervista sank die Zahl der im ganzen ÖV zurückgelegten Kilometer in der Woche um 1,3 Prozent gegenüber der Vorwoche – der Rückgang ist damit kleiner als jener im Strassenverkehr. Bei dieser Kennzahl dürfte der Rückgang im Fernverkehr der SBB stärker ins Gewicht fallen als die Zunahme im Regionalverkehr, weil dort längere Strecken zurückgelegt werden.
  • Zu Fuss wurden deutlich weniger Kilometer zurückgelegt als in der Vorwoche – das zeigen sowohl die Intervista-Daten als auch jene von Apple Maps.
  • Worauf sind diese Rückgänge zurückzuführen? Die Analyse der Zahlen von Intervista zeigt: Die Zahl der für Freizeitzwecke zurückgelegten Kilometer nahm mit 7,9 Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche am stärksten ab. Ein Minus von 0,7 Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche zeigte sich auch bei Fahrten für Shopping-Zwecke. Leicht im Plus sind allerdings die für die Arbeit und Ausbildung zurückgelegten Kilometer – hier wurde trotz Homeoffice-Pflicht und ansteigenden Fallzahlen ein Plus von 0,07 Prozentpunkten verzeichnet.
  • Mögliche Erklärungsansätze sind die Abnahme von Reisen in Skigebiete, was den Rückgang in der Kategorie Freizeit erklären würde, sowie der ausbleibende Nachholeffekt beim Shopping. In der Woche zuvor waren die Läden erstmals wieder geöffnet, was dannzumal für besonders viele Fahrten gesorgt haben könnte. Die Zunahme im Bereich Arbeit/Erwerb lässt sich nicht alleine mit den Schulen erklären, die teilweise zum Präsenzunterricht zurückkehrten. Die Zahl der für Ausbildungszwecke zurückgelegte Kilometer nahm nämlich sogar leicht ab, während die Zahl der für Erwerb zurückgelegten Kilometer stieg. Möglicherweise wird die Pflicht zum Homeoffice weniger beachtet als zuvor.
  • Ein konsistentes Bild zeigt sich in den regionalen Unterschieden: In ländlichen Gebieten – etwa dem Kanton St. Gallen oder dem Kanton Aargau – ist die Mobilität erneut höher als in urbanen Gebieten wie der Stadt Zürich oder der Stadt Basel. Das zeigen die Nachfragedaten von Apple Maps.
  • Der Flugverkehr hat noch einmal nachgegeben. Die Swiss führt derzeit so wenige Flüge durch wie nie vor der Krise und kommt mit Stand Dienstag auf noch 10 Prozent des Angebots von 2019. Auch am Flughafen Zürich ist das Rekordtief des letzten Jahres beinahe wieder erreicht. Ob der Osterverkehr für eine Erholung sorgt, ist offen.

Mobilität in der Schweiz

Allgemein

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Die Entwicklung des Auto, Fuss- und öffentlichen Verkehr

Stand: 17. März 2021

 

Stadt Zürich

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Durchschnitt der letzten 7 Tage
(Stand: 17. März 2021)
Der Vergleich mit der Vorwoche ist nur bedingt aussagekräftig, weil die Daten für den 12. März fehlen.

VerkehrsmittelWert (13.1.2020 = 100)Veränderung Vorwoche
Zu Fuss83,00-7,41 pp
Auto94,54-5.36 pp
ÖV69,34-2,58 pp
Quelle: Apple Maps
Veränderung der Nachfrage nach Routen mit entsprechenden Verkehrsmitteln.

Grafische Darstellung:

 

Stadt Bern


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