Bremst Tempo 30 Ambulanz und Polizei? // Hoffnung für Stadler Rail // Die Medienschau

Die aktuellen Schlagzeilen in der Medienschau. Bild: Anaïs Murith / Unsplash

Jeden Tag schreibt der Verkehr in der Schweiz Schlagzeilen. Im laufend aktualisierten Ticker von Mobimag finden Sie die wichtigsten Entwicklungen. Sie haben einen Input? Melden Sie sich!


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Freitag, 24. September

Bremst Tempo 30 die Polizei? Die Versorgung der Bevölkerung mit Notfalldiensten könnte sich bei einer weitgehenden Einführung von Tempo 30 verschlechtern. Das befürchtet der Zürcher Regierungsrat. In einer Antwort auf eine Anfrage aus dem Kantonsrat schreibt er, es sei mit einer Verlängerung der Einsatzzeiten von Blaulichtorganisationen um 1 bis 5 Minuten zu rechnen – weil die Organisationen länger zum Einsatzort benötigen, aber auch weil bei Milizfeuerwehren die Feuerwehrleute zum Depot fahren müssen. Blaulichtfahrzeuge dürfen Tempolimiten überschreiten, aber nur mit gebotener Vorsicht. In Zonen mit Tempo 30 gab es laut dem Regierungsrat bereits Verurteilungen bei Einsatzfahrten mit Geschwindigkeiten von unter 70 Kilometern pro Stunde. Anders sieht es die Stadt Zürich: Sie teilt auf Anfrage der NZZ mit, dass das Tempolimit bei Einsatzfahrten kaum je eine Rolle spiele .

Hoffnung für Stadler: Der Schweizer Zugbauer Stadler könnte einen Grossauftrag der ÖBB verlieren, weil das Angebot mit einer schweizerischen digitalen Signatur gezeichnet wurde, die in der EU nicht gültig ist. Der Fehler fiel einem österreichischen Gericht auf (Mobimag berichtete). Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, besteht allerdings Hoffnung. So sollten in Österreich Signaturen anerkannt werden, die den Anforderungen der entsprechenden EU-Verordnung entsprechen. Das sei nach Einschätzung von Experten bei Stadler der Fall, womit der Bahnbauer beim Auftrag im Rennen bleiben könnte.


Donnerstag, 23. September

Hoher Halbjahresverlust für die SBB: In den ersten sechs Monaten des Jahre 2021 hat die SBB einen Verlust von 389 Millionen Franken eingefahren. Durchschnittlich waren 763’000 Passagiere täglich unterwegs, 41 Prozent weniger als 2019. In der Folge stieg auch die Verschuldung der Bahn stark an, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Die Zahl der im Umlauf befindlichen Generalabos nahm auf 395’000 ab. Ein Jahr zuvor waren es 459’000 gewesen, im Juni 2019 gar 493’000. Nur leicht zurück ging die Zahl der Halbtaxabos: Von diesen waren Ende Juni 0,9 Prozent weniger im Umlauf als noch Ende Juni 2020. Die SBB rechnet damit, dass es noch «einige Zeit» dauern wird, bis die Passagierzahlen wieder auf dem Vorkrisenniveau sind.

Tausende an Zürcher Velodemo: An der Velodemonstration «Ride for your Rights» in Zürich haben gestern nach Angaben des «Tages-Anzeiger» rund 5’000 Menschen teilgenommen. Die Teilnehmer wollten laut den Organisatoren ihre Rechte als Verkehrsteilnehmer aktiv einfordern. Vom Zürcher Stadtrat verlangen sie unter anderem Pop-up-Velowege, autofreie Velorouten in allen Quartieren und ein Bekenntnis der Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) zu Zürich als Velostadt. Das Dossier müsse «Sache der Chefin» werden. Die im Vorfeld angekündigte Teilnehmerzahl von 10’000 konnte laut diesen Angaben allerdings nicht erreicht werden.


Mittwoch, 22. September

Stadler verliert Auftrag wegen falscher Signatur: Es hätte ein Grossauftrag werden sollen: Bis zu 186 Doppelstockzüge wollten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) beim Schweizer Zugbauer Stadler bestellen. Der Auftrag hätte einen Wert von rund 3 Milliarden Euro gehabt – und wurde nun von einem österreichischen Gericht gestoppt. Grund dafür ist laut dem «Standard» ein Formfehler: Stadler habe sein Angebot mit einer digitalen Signatur gezeichnet, aber mit einer schweizerischen, die mit dem System der EU nicht kompatibel und dort deshalb ungültig ist. Stadler kündigt gegenüber dem «St. Galler Tagblatt» an, sämtliche Rechtsmittel gegen den Entscheid nutzen zu wollen.

Buchungsboom bei der Swiss: Die USA öffnen sich im November wieder für geimpfte Reisende aus dem Schengen-Raum. Zuvor hatte eine Einreisesperre mit wenigen Ausnahmen gegolten. Das schlägt sich nun in den Buchungszahlen der Airlines nieder. Wie die Tamedia-Zeitungen berichten, stiegen die USA-Buchungen bei der Swiss seit der Ankündigung um 40 Prozent. Nordamerika ist das wichtigste Verkehrsgebiet für die Airline. Die Fluggesellschaft spricht laut dem Bericht denn auch von einem «wichtigen Meilenstein» auf dem Weg zur «alten Stärke». 


Dienstag, 21. September

Nationalrat für Cargo Sous Terrain: Der Nationalrat hat gestern die gesetzlichen Grundlagen für den unterirdischen Gütertransport mit Projekten wie Cargo Sous Terrain (CST) geschaffen. Er stimmte mit 137 Ja zu 34 Stimmen Nein einem entsprechenden Gesetz zu. Nun müssen laut der NZZ noch einige Differenzen zwischen National- und Ständerat geklärt werden, was bis Ende Jahr der Fall sein sollte. Das Gesetz tritt voraussichtlich im ersten Halbjahr 2021 in Kraft. Die Initianten von CST möchten schon im Jahr 2026 mit dem Bau einer ersten Strecke zwischen Härkingen und Zürich beginnen, 2031 sollen die ersten unterirdischen Güterkapseln unterwegs sein.
– Zum Mobimag-Interview mit CST-Sprecher Patrik Aellig

Zertifikatspflicht im Glacier Express: Im Panoramazug zwischen St. Moritz und Zermatt erhalten neu nur noch Getestete, Geimpfte und Genesene Zutritt, die das mit einem EU- oder Schweizer Covid-Zertifikat belegen können. In einer Übergangsphase werden auch Impfausweise von Drittstaaten anerkannt. Das berichten die CH-Media-Zeitungen. Die Betreiber begründen den Schritt damit, dass der Zug wegen dem Service am Platz als Speisewagen gilt und damit dem Schutzkonzept für die Gastronomie untersteht, welches eine Zertifikatspflicht vorsieht. Auch andere Bahnen verlangen bei Erlebnis- und Charterfahren ein gültiges Covid-Zertifikat. 


Montag, 20. September

BAV-Direktor kritisiert SBB: Der Direktor des Bundesamt für Verkehr (BAV), Peter Füglistaler, kritisiert in einem Interview mit der NZZ die SBB. Der Binnengüterverkehr in der Schweiz werde seit 25 Jahren vernachlässigt und es werde viel zu wenig investiert. «Man hat es nicht geschafft, den Binnengüterverkehr auf ein tragfähiges Fundament zu stellen. Die Schweiz hinkt der internationalen Entwicklung hinterher», so Füglistaler. Die Schweiz sei beim nationalen Güterverkehr definitiv keine Vorreiterin mehr. Er nehme die Haltung der SBB-Spitze im Binnengüterverkehr als ambivalent wahr, so der BAV-Direktor. «Ich erwarte von der grössten Anbieterin ehrgeizige Ziele und mehr Überzeugung für den Güterverkehr», sagt Füglistaler.

ÖV-Branche gegen Zertifikat: Heute entscheidet der Nationalrat über den Kredit von 4,35 Milliarden Franken für den Regionalen Personenverkehr der kommenden vier Jahre. In der Wintersession wird zudem ein weiteres Hilfspaket über mehrere Hundert Millionen Franken beraten. In einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen sagt Ueli Stückelberger, der Direktor des Verband öffentlicher Verkehr (VöV), dieses Loch müsse gestopft werden. Derzeit sei die Branche beim Regionalverkehr wieder bei knapp 80 Prozent des Aufkommens vor Corona. Noch immer fehlten Einnahmen. Stückelberger spricht sich gegen die Zertifikatspflicht im ÖV aus: «Der ÖV ist für alle da», sagt er. Es gebe auch keine Studie, die beweise, dass es im ÖV zu Ansteckungen komme. Dies trifft allerdings nicht zu: So zeigen etwa Zahlen des Contact Tracing des Kanton Zürich, dass sich jede Woche mehrere Menschen alleine dort im ÖV anstecken. Darüber berichtete 20 Minuten


Freitag, 17. September

Höchster Bahnanteil im Güterverkehr: Die Bahn hat im ersten Halbjahr den höchsten Anteil am alpenquerenden Güterverkehr seit 25 Jahren erreicht. Das teilte das Bundesamt für Verkehr (BAV) gestern mit, wie die «Südostschweiz» berichtet. Der Anteil der Bahn lag bei 74,4 Prozent. Das Amt führt dies auf die Eröffnung des Ceneri-Basistunnel und des Viermeterkorridors zurück. Auf der Strasse fuhren im selben Zeitraum 453’000 Lastwagen, was einer Zunahme um 40’000 im Vergleich zum Vorjahressemester entspricht. Dieses war allerdings von Corona-Schutzmassnahmen geprägt gewesen.

Verbesserungen im St. Galler ÖV: Im Kanton St. Gallen werden diverse Angebote des öffentlichen Verkehrs ausgebaut. Darüber schreibt heute das «St. Galler Tagblatt». So werden die Buskonzepte Werdenberg und Obertoggenburg überarbeitet, weil ab Dezember 2025 der Rheintalexpress halbstündlich fährt. Die S4, der Ringzug um den Kanton St. Gallen, wird voraussichtlich 2023 bis Rapperswil verlängert. Damit gibt es für Pendler ab Wattwil stündlich zwei Direktverbindungen nach Rapperswil und das Umsteigen in Uznach entfällt. Das dürfte positive Auswirkungen auf die Stabilität der Anschlüsse zur Zürcher S-Bahn haben. 


Donnerstag, 16. September

83 Millionen für Basler Hafen: Der Bau des Containerterminals Gateway Basel Nord soll vom Bund mit 83 Millionen Franken unterstützt werden. Das hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) laut der «Basler Zeitung» bestätigt. Das Terminal soll auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhof Basel Badischer Bahnhof entstehen. Gegen diesen Entscheid hatte sich zuvor das Logistikunternehmen Swissterminal gewehrt. Die private Firma, die im Rheinhafen in Kleinhünigen tätig ist, würde diesen Standort wegen dem Projekt durch eine Kündigung durch die Rheinhäfen im Jahr 2029 verlieren, teilte das Unternehmen zuvor mit.

Helfen Hubs für E-Scooter? Rotkreuz ist der schweizweit erste Ort, an welchem der E-Scooter-Anbieter Tier seine Gefährte an definierten Ausleihstationen zur Verfügung stellt. Das sagt der für Planung, Bau und Sicherheit zuständige Gemeinderat Patrick Wahl der «Zuger Zeitung» (nicht online). Die Erfahrung mit diesen Hubs sei sehr gut, weil kein wildes Abstellen mehr festgestellt werde. Wenn Nutzer die E-Scooter falsch abstellen, entstehen ihnen Mehrkosten, weil die Mitarbeiter dank der GPS-Ortung der Geräte dem nachgehen könnten. Das sei bisher noch nicht nötig gewesen. Durch die Hub-Strategie für die E-Scooter würden weniger Spassfahrten unternommen – womit sich das Modell auch für andere Gemeinden empfehlen könnte.


Mittwoch, 15. September

SBB-Werkstätten zurück auf Feld 1: Die SBB benötigt für den weiteren Ausbau der Zürcher S-Bahn des Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) neue Service- und Abstellanlagen. In einer Evaluation hatte die Bahn drei Standorte in Eglisau, Hombrechtikon und Bubikon auserkoren. Insbesondere in Bubikon, dem grössten Standort, heftiger Widerstand regte (Mobimag berichtete). Nun hat der Kanton Zürich einen Marschhalt angekündigt: Die neuen Standorte werden vorerst nicht Teil der laufenden Richtplanrevision, teilten die Verantwortlichen gestern mit. Stattdessen werden weitere Varianten geprüft. Der Variantenfächer werde noch einmal geöffnet, sagte der kantonale Baudirektor Martin Neukom (Grüne) gestern laut «Tages-Anzeiger». Eine neue öffentliche Auflage ist in rund zwei Jahren geplant.

Pendlerverkehr erholt sich erst 2024: Der Branchenverband Alliance SwissPass rechnet erst 2024 wieder mit einer Auslastung des öffentlichen Verkehr auf Vorkrisenniveau. Das hat er anhand von Abo-Zahlen, Einzelbillettverkäufen und Fahrgastzählungen errechnet, berichtet «20 Minuten». Es sei sogar denkbar, dass im Pendlersegment das Vorkrisenniveau nicht mehr erreicht werde, sagt Thomas Ammann von der Alliance SwissPass der Zeitung. Daten der ETH zeigten, dass der Corona-Schock die Gewohnheiten der Pendlernation Schweiz tiefgreifend verändert habe. «Ein Teil der Kunden wird wahrscheinlich nicht mehr zurückkommen.» Dafür würden andere Segmente etwa im Freizeitverkehr oder bei internationalen Reisen wichtiger.


Dienstag, 14. September

BLS-Werkstätte über Autobahn: Die Berner Bahn BLS will im Gebiet Chliforst im Westen der Stadt Bern eine neue Werkstätte auf knapp 15 Hektar Fläche bauen. Dagegen regt sich Widerstand von Anwohnern und Naturschützern. Nun haben Politiker aus dem Sensebezirk Werbung für eine Alternative gemacht: Die Werkstätte könnte über der Autobahn bei Flamatt gebaut werden. Die Idee: Neben dem höher gelegenen Bahntrassee würde ein dämmender Deckel über die parallel laufende Autobahn gelegt, wie die «Berner Zeitung» berichtet. Er könnte von einer Wand getragen werden, die den Lärm noch besser schlucken würde. Auf der neu entstehenden Fläche könnte die Werkstätte entstehen. Hinter der Idee steht neben lokalen Politikern auch der Freiburger Staatsratspräsident Jean-François Steiert.

Tramstau in Basel befürchtet: Auf den Fahrplanwechsel Ende Jahr sollen in der Stadt Basel die Tram-Doppelhaltestellen Marktplatz, Barfüsserplatz und Bankverein durch Einfachhaltestellen ersetzt werden. Das hat der Kanton 2019 entschieden. Wie die «Basler Zeitung» schreibt, könnte deshalb regelmässiger Tramstau drohen. Externe Fachleute befürchteten dies, wie es in einer Interpellation des Basta-Grossrat Beat Leuthardt heisst. Der bisherige Takt liesse sich damit nicht aufrechterhalten, befürchtet er. Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) befürworten die Abschaffung der Doppelhaltestellen laut ihrem Direktor Bruno Stehrenberger zwar (zum Mobimag-Interview). Stehrenberger besättigt aber, dass es künftig vermehrt zu Tramstaus kommen werde und damit zu längeren Fahrzeiten.


Montag, 13. September

Zertifikat in Bergbahnen?: Seit heute ist das Vorweisen eines gültigen Covid-Zertifikats Pflicht für den Besuch von Restaurants, Kinos oder Hallenbädern. Davon ausgenommen ist der öffentliche Verkehr. Zumindest für die Bergbahnen könnte sich das im Winter ändern, wie verschiedene Medien mit Verweis auf die «Sonntagszeitung» berichten. So sagte Lukas Engelberger, der Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz der Zeitung, Ski fahren und Winterferien seien freiwillig und zum Vergnügen. Eine Zertifikatspflicht sei zu rechtfertigen. Am Freitag hatte Hans Wicki, Präsident von Seilbahnen Schweiz, gesagt, die Branche sei offen für das Zertifikat. Gespräche mit dem Bund seien schon geführt worden. Mit einer Zertifikatspflicht könnten Bergbahnen die vollen Kapazitäten nutzen und auf Masken verzichten.

IG wehrt sich gegen A15-Gaster: Die IG Mobilität Region Uznach (IGMRU) meldet sich mit Kritik an der Neubeurteilung der Zweckmässigkeit der geplanten Verbindungsstrasse A15-Gaster durch den Kanton sowie am neuen Strassenverlauf entlang des Kaltbrunner Riets, wie die Linth-Zeitung berichtet. Der Kanton St. Gallen und die Gemeindepräsidenten der Region verfolgten ein antiquiertes Umfahrungsprojekt. Es handle sich um ein unsinniges Projekt, das fallen gelassen werden solle. Die IGMRU fordert, dass sich Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zu diesem Projekt äussern können .


Freitag, 10. September

Bund fördert Drehscheiben: Das Umsteigen vom Auto auf den öffentlichen Verkehr, das Velo und das zu Fuss gehen soll einfacher werden. Deshalb will der Bund den Bau von Verkehrsdrehscheiben ausserhalb der Städte fördern. Darunter werden Umsteigepunkte in Agglomerationen verstanden, die gut erschlossen sind und verschiedene Verkehrsmittel vernetzen, wie die NZZ schreibt. Pendler aus ländlichen Gebieten können dort ihr Auto parkieren und mit dem ÖV in die Zentren gelangen, in denen dafür der ÖV konsequent bevorzugt werden soll. Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga (SP) hat gestern die «Erklärung von Emmenbrücke» unterzeichnet, in der sich Kantone, Städte und Gemeinden dazu verpflichten, ihre Verkehrsplanung gezielter aufeinander abzustimmen, um solche Drehscheiben zu fördern.

ÖV-Branche gibt sich optimistisch: «Sobald die Corona-Schutzmassnahmen wieder aufgehoben werden, wird das Gros der Passagiere rasch wieder zum ÖV zurückkommen»: Das sagte Renato Fasciati, Präsident des Verband öffentlicher Verkehr (VöV), an der diese Woche durchgeführten Generalversammlung des Verbands (zum Mobimag-Interview mit Renato Fasciati). Laut einer Mitteilung fordert der Verband zudem, dass im zweiten Hilfspaket für den öffentlichen Verkehr entgegen der Haltung des Bundes auch der Orts- und der touristische Verkehr berücksichtigt werden. Schliesslich seien alle Sparten gleichermassen von der Krise betroffen, und die Kosten könnten aufgrund der Aufrechterhaltung des Grundangebots nur begrenzt gesenkt werden.


Donnerstag, 9. September

Wil Mobil geht vor Gericht: Die Buslinie vom Bahnhof Wil über die Toggenburgerstrasse nach Stelz in Kirchberg ist nach wie vor nicht in Betrieb, obwohl sie es seit Ende 2020 sein sollte. Grund dafür ist ein Streit um die Frage, wer die Linie betreiben darf. Den Zuschlag erhalten hatte Wil Mobil, ein Unternehmen der Bus Ostschweiz AG. Allerdings wehrten sich die Konkurrenten Regiobus AG und Postauto. Der Kanton schloss darauf Wil Mobil aus dem Verfahren aus, weil die Offerte so tief sei, dass sie einem Dumpingangebot entspreche. Stattdessen erhielt Regiobus den Zuschlag. Dagegen wehrt sich nun Wil Mobil, wie das «St. Galler Tagblatt» schreibt. Das Unternehmen hat Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingereicht. Das Angebot sei knapp kalkuliert gewesen, aber sicher kein Unterangebot, so das Unternehmen.

Zürich will Tempo 30 auf Rosengartenstrasse: Auf der Rosengartenstrasse, einer Einfallsachse in die Stadt Zürich, soll künftig Tempo 30 gelten. Das hat der Zürcher Stadtrat gestern mitgeteilt. Im letzten Jahr hatte die Stimmbevölkerung des Kanton Zürich ein Projekt für einen Autotunnel und eine Tramverbindung auf der Achse abgelehnt. Grund für den Entscheid der Stadt ist der Lärmschutz, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Die Stadt Zürich darf auf den Hauptstrassen auf ihrem Gebiet eigenständig solche Massnahmen verfügen, wenn damit kein Kapazitätsabbau einhergeht. Das ist laut einem Gutachten nicht der Fall, könnte aber noch zu einer Streitfrage werden. Laut dem Gutachten wird sich die Fahrzeit um maximal 28 Sekunden verlängern, wovon auch der öffentliche Verkehr betroffen ist. Deshalb müssen Fahrpläne angepasst und zusätzliche Fahrzeuge angeschafft werden.


Mittwoch, 8. September

ÖV-Branche zahlt für Verspätungen: Im ersten Halbjahr seit der Einführung neuer Fahrgastrechte haben die Betriebe des öffentlichen Verkehr knapp 74’000 Franken Entschädigungen ausbezahlt. Das teilte die Alliance Swisspass gestern mit. In 8’600 Fällen sind laut der NZZ Entschädigungen beantragt worden, wovon 79 Prozent gutgeheissen wurden. Zurückgewiesen worden seien Anträge wegen zu geringer Verspätung, ungültiger Billette oder einem Entschädigungsbetrag von unter fünf Franken. Das Volumen der Auszahlungen liege unter den Erwartungen. Reisende haben neu ab Verspätungen von 60 Minuten Anspruch auf eine Entschädigung von 25 Prozent des Ticketpreis.

Immer mehr tragen einen Helm: In der Schweiz verunfallen jährlich etwa 1500 Velofahrerinnen und Velofahrer schwer. Im vergangenen Jahr wurden 934 Menschen auf dem Velo schwer verletzt, auf dem E-Bike waren es 521 Personen. Laut einer Mitteilung der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) vom Dienstag wäre die Nutzung eines Velohelms ein wirksames Mittel, das Risiko schwerer Kopfverletzungen zu minimieren. Diese nutzten immer mehr Menschen: Seit Beginn der Untersuchungen 1998 hätten noch nie mehr Menschen auf dem Velo einen Helm getragen als letztes Jahr, nämlich 57 Prozent der beobachteten Velofahrerinnen und Velofahrer.



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Dienstag, 7. September

Unterschriften gegen Reservationspflicht: Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) und Pro Velo Schweiz haben am Montag eine Petition zuhanden der SBB übergeben. Sie richtet sich gegen die Reservationspflicht für Velos in Fernverkehrszügen, die Ende März eingeführt wurde. Laut dem «Tages-Anzeiger» kamen 54’000 Unterschriften zusammen. Die SBB teilte mit, es habe letztes Jahr einen noch nie dagewesenen Boom gegeben bei den Velos, worauf an Spitzentagen nicht alle Velos hätten mitgenommen werden können. Die neue Reservationspflicht erhöhe die Planungssicherheit. Zudem sei das Angebot um 4000 reservierbare Plätze ausgebaut worden.

Bergbahnen profitieren nicht vom Wanderboom: Derzeit sind viele Wanderer in den Bergen unterwegs. Wie das Portal «fm1today.ch» mit Verweis auf die Bergbahnen im Alpstein-Gebiet berichtet, profitieren die Bergbahnen allerdings nicht davon. So hätten die Bergbahnen Hoher Kasten am vergangenen Wochenende nur 1800 Personen transportiert, während es in der Wandersaison vor Corona 2000 bis 2500 Personen gewesen seien. Es gebe zwar mehr Personen, die den Alpstein besuchten, sagt Martin Ebneter, der Geschäftsführer der Bahn. Doch darunter seien viele Jüngere, die fit seien und die Seilbahn nicht nützten. Auch die Ebenalp-Bahn beobachtet diese Tendenz.


Montag, 6. September

Glarner wollen flächendeckenden ÖV: An der Landsgemeinde haben die stimmberechtigten Glarner am Sonntag entschieden, dass jedes Dorf im Kanton an den ÖV angeschlossen werden soll, und zwar ohne Rücksicht auf die Wirtschaftlichkeit. Der Gegenvorschlag der Regierung hatte vorgesehen, wirtschaftliche Aspekte in die Frage der Erschliessung einzubeziehen, wie die «Südostschweiz» schreibt. Entzündet hatte sich die Diskussion an der geplanten Einstellung der Buslinie von Schwanden nach Sool, die im Durchschnitt von einem Passagier pro Fahrt genützt wird.


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SBB streichen via-Ausgaben: Das Kundenmagazin via der SBB erscheint künftig nur noch vier- statt sechsmal pro Jahr. Das berichten die Zeitungen von CH Media. Grund dafür ist laut einem Sprecher der Bahn die angespannte finanzielle Lage der SBB. Die Produktion des Heftes wird für die nächsten drei Jahre ab 2022 derzeit öffentlich ausgeschrieben, mit der Option um Verlängerung um zweimal ein Jahr. Die Leserschaft des Magazins hatte in den letzten Jahren stetig abgenommen, wie es auch bei vielen anderen Printprodukten der Fall ist.


Freitag, 3. September

Jacques Herzog fordert tramfreie Innenstadt: Der Basler Architekt Jacques Herzog fordert in der «bz Basel», dass das Tram in Basel «total revolutioniert» wird. Der Barfüsser- und der Marktplatz müssten tramfrei werden. Ein paar Linien weniger bringe nichts, die Trams müssten aus der Innenstadt raus, wird er zitiert. Auch sämtliche bereits aufgehobenen Parkplätze müssten in begrünte öffentliche Orte umgestaltet werden. Einer ähnlichen Anfrage hatte das kantonale Bau- und Verkehrsdepartement allerdings schon vor kurzem eine Abfuhr erteilt: Eine unterirdische Führung der Tramlinien sei auch langfristig keine Option, liess es wissen.

Techniker manipulierte Bremskontrollen: Ein Techniker hat in einer SBB-Werkstatt über lange Zeit systematisch Bremskontrollen an Personenzügen manipuliert. Das berichten die Tamedia-Zeitungen. Publik sei der Fall wegen einem Urteil des Bundesverwaltungsgericht geworden. Die SBB habe von sich aus nicht informiert. Im Notfall hätte das gravierende Folgen haben können, schreibt die Zeitung. «Im Falle einer Notbremse könnte der Zug (…) nicht schnell genug gebremst werden», zitiert sie aus dem Urteil des Gerichts. Dieses hatte sich mit dem Fall zu befassen, weil der Techniker gegen seine fristlose Kündigung rekurriert hatte und einen Jahreslohn als Entschädigung gefordert hatte.


Donnerstag, 2. September

ÖV-Branche testet neue Abo-Modelle: Die Branche des öffentlichen Verkehrs testet in den nächsten Monaten verschiedene neue Abo-Modelle. Das gaben Vertreter der Verbünde und der Alliance Swisspass gestern an einer Medienkonferenz bekannt. Im Waadtland wird laut den CH-Media-Zeitungen etwa ein Wahltage-Abo getestet. Kunden können flexibel und spontan zwei oder drei Tage pro Woche online wählen, an denen sie das Abo nutzen wollen. Mit einem limitierten Kundenkreis wird auch ein Guthaben-Modell getestet: Für den Preis von 800 respektive 2000 Franken erhalten Kunden Guthaben im Wert von 1000 respektive 3000 Franken. Dieses Angebot könnte schon Ende 2022 national eingeführt werden. Ebenfalls getestet werden Preis-Capping-Modelle, bei denen die Fahrt in einer bestimmten Region nie teurer wird als ein definierter Betrag, oder Sparbillette auf regionaler Ebene.

Bald ein Tram in Fribourg? In der Agglomeration Freiburg könnten bald Trams fahren. Das berichten die «Freiburger Nachrichten». Aus einer Opportunitätsstudie, welche die Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF) im Auftrag des Amt für Mobilität und zusammen mit der Agglomeration Freiburg erstellt haben, geht demnach hervor, dass ein Tram oder Metrobus zwischen Marly, dem Bahnhof Freiburg und Bertigny-Chamblioux in Givisiez die am besten geeignete Variante für ein starkes Verkehrsnetz ist. Noch sei der motorisierte Verkehr im Vergleich zum ÖV in der Region zu attraktiv, heisst es in der Studie. 2025 könnte ein Vorprojekt erstellt werden, 2033 ein Bauprojekt und 2040 könnte ein erster Teil des Netzes in Betrieb gehen.


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Mittwoch, 1. September

VBZ veröffentlichen Zukunftsvision: Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) haben gestern ihre Zukunftsvision 2050 veröffentlicht, die Basis für die Planungen der nächsten Netzentwicklungsstrategie ist. Sie sieht unter anderem zwei Tramringe vor. Der innere Ring soll vom Milchbuck über die Hardbrücke und Schmiede Wiedikon in Richtung Bahnhof Enge und zurück via Bellevue führen, der äussere vom Bahnhof Enge via Bahnhof Altstetten nach Oerlikon und Stettbach. Für diesen würde auch ein Tunnel unter dem Hönggerberg benötigt. Das berichtet der «Tages-Anzeiger». Ein Tramtunnel könnte auch unter dem Seebecken und dem Sihlfeld hindurch führen. Zudem sind Expresstrams, die nicht an allen Haltestellen halten, ebenfalls eine von den VBZ genannte Möglichkeit.
– Mobimag berichtet nächste Woche ausführlich über die Vision der VBZ

Neuer Luzerner Fahrplan: Der Verkehrsverbund Luzern (VVL) hat gestern die Änderungen zum Fahrplanwechsel Ende Jahr bekanntgegeben. So wird etwa das Nachtnetz ausgebaut, der Takt auf verschiedenen Linien verdichtet, etwa auf der Buslinie 22 von Ebikon nach Gisikon, oder grössere Gefässe wie Gelenkbusse eingesetzt, beispielsweise auf der Buslinie 14 von Horw nach Luzern Brüelstrasse. Vereinzelt werden auch die Betriebszeiten ausgedehnt oder Kurse wegen mangelnder Nachfrage gestrichen. Das trifft etwa auf die Buslinie 110 von Hochdorf nach Rotkreuz zu. Der VVL hat alle Änderungen auf einer Übersichtsseite im Internet publiziert.


Dienstag, 31. August

Parkgebühren für Töffs in Bern: Die Stadt Bern plant, für Töffs Parkgebühren zu erheben. Bis Ende 2022 muss die Verkehrsdirektion eine entsprechende Vorlage erarbeiten, nachdem der Stadtrat (das Stadtberner Parlament) vor einigen Jahren eine Motion mit dieser Forderung für verbindlich erklärt hatte. Das berichtet die «Berner Zeitung». Das Thema wird nun wieder aktuell, weil auf Bundesebene die nötigen gesetzlichen Grundlagen geschaffen wurden. Auch die Stadt Luzern macht Parkplätze für Töffs ab Anfang 2022 kostenpflichtig. Karl Vogel, der Stadtplaner von Bern, sieht in kostenpflichtigen Töffparkplätzen die Möglichkeit, eine Lenkungswirkung hin zu ressourcenschonender Mobilität zu erzielen, wie er der Zeitung sagt. 

Corona-Zertifikat auch im ÖV?: Der Bundesrat will den Einsatz des Corona-Zertifikats angesichts steigender Fallzahlen und Hospitalisationen ausweiten. Bis gestern hatten die Kantone Zeit, sich dazu zu äussern. Wie der «Blick» schreibt, bringt der Kanton Graubünden den Einsatz des Zertifikats auch im öffentlichen Verkehr ins Spiel. Die Massnahmen zum Schutz der Spitäler müssten rasch die höchste Wirksamkeit erzielen, begründet die Bündner Regierung. Auf Anfrage der Zeitung äussern sich die SBB und die Rhätische Bahn nicht. Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) lässt sich ebenfalls nicht zitieren. Sein Direktor Ueli Stückelberger sagte allerdings letzte Woche, eine Zertifikatspflicht würde viele Menschen ausschliessen. Die Schweiz wäre nicht das erste Land, das ein Zertifikat für die Benützung des ÖV für obligatorisch erklärt: Ab Morgen dürfen in Italien Fernverkehrszüge nur noch mit Zertifikat bestiegen werden, in Frankreich ist das im Fernverkehr bereits seit dem 9. August Pflicht. 


Montag, 30. August

ÖV ist für Frauen gefährlicher: In den vergangenen zwei Jahren wurden im öffentlichen Verkehr 1278 verletzte Passagierinnen verzeichnet. Im gleichen Zeitraum traf es laut einer Auswertung der Tamedia-Zeitungen auf Basis der Nationalen Ereignisdatenbank des Bundesamt für Verkehr (BAV) nur 602 männliche Reisende. Das Amt prüfe nun vertiefte Analysen, sagt ein Sprecher. Rolf Meyer von Bernmobil sagt, sein Unternehmen sei bezüglich der Gründe «völlig ratlos». Am plausibelsten seien demografische Unterschiede. Frauen werden laut Meyer älter und nutzen den ÖV etwas mehr als Männer. Auch das BAV und andere Unternehmen halten das für eine möglich Erklärung. Die Verkehrsplanung sei aber auch an männlichen Idealen ausgerichtet und vernachlässige etwa Bedürfnisse von Menschen mit Kindern, Einkäufen oder Babywagen, so die Zeitungen.

Grosse Zeitverluste wegen Tempo 30: Die NZZ hat anhand von Daten der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) analysiert, wie viel Zeit Busse und Trams bei einer flächendeckenden Einführung von Tempo 30 in der Stadt Zürich verlieren würden. Auf dem drei Kilometer langen Abschnitt Meierhofplatz-Wipkingerplatz verliert das Tram der Linie 13 demnach 28,8 Sekunden oder 12 Prozent der reinen Fahrzeit, wenn Tempo 30 im Herbst 2023 eingeführt wird. Auf seiner ganzen Strecke würde das Tram 13 mit flächendeckendem Tempo 30 eineinhalb Minuten pro Richtung verlieren, was ein zusätzliches Fahrzeug auslösen würde. Das würde zu Mehrkosten führen. Die Signalisierung von Tempo 30 auf der Mutschellen- und Waffenplatzstrasse, die auch Busse der Linien 66 und 72 trifft, verursache beispielsweise Mehrkosten von 663’000 Franken pro Jahr, so die Zeitung. 
– Zur Mobimag-Analyse zu den konkreten Auswirkungen von Tempo 30


Freitag, 13. August

Millionen für Autobahn-PR: Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat sei 2010 mit mindestens 17 Agenturen zusammengearbeitet, um über den Ausbau und Betrieb der Autobahnen zu informieren. Das berichten die Zeitungen von CH Media. Die PR-Agentur Farner etwa komme häufig zum Zug und habe beispielsweise über 3,2 Millionen Franken erhalten, um Autofahrer und Anwohner im Zug der Einhausung der A1 in Zürich-Schwamendingen zu informieren. Die Agentur CRK erhielt letztes Jahr einen Zuschlag für einen Auftrag zur PR rund um die zweite Gotthardröhre, der mit 5,3 Millionen Franken dotiert ist. Das Astra teilt mit, es erledige die Projektkommunikation nicht selber, weil diese Aufgabe je nach Gebiet und Stand der Dinge unterschiedliche Ressourcen beanspruche.

Bürgerliche wollen sechs Hubs in St. Gallen: Die Wirtschaftsregion St. Gallen, der Hauseigentümerverband und die TCS-Regionalgruppe St. Gallen haben gestern eine Studie zur Mobilität im Jahr 2040 vorgestellt. Die bürgerlichen Verbände fordern etwa sechs Mobilitätshubs in St. Gallen, wo sich Bahn-, Bus-, Auto- und Veloverkehr sowie Fussgänger treffen sollen. Auch soll es dort Verpflegungs- und Einkaufsmöglichkeiten geben sowie Parkplätze, berichtet das «St. Galler Tagblatt». Zu den angedachten Hubs gehören neben dem Bahnhof St. Gallen zusammengelegte Bahnhöfe Bruggen und Haggen sowie die Bahnhöfe Lustmühle, St. Fiden, Wittenbach und Winkeln. Ausserdem wollen die Verbände die S-Bahn stärken und plädieren für einen unterirdischen S-Bahn-Halt bei der Olma.

ANKÜNDIGUNG: Die Medienschau pausiert vom 14. bis 29. August. Sie wird ab dem 30. August im gewohnten Umfang weitergeführt.


Donnerstag, 12. August

Widerstand gegen differenzierten Entzug: Das eidgenössische Parlament hat beschlossen, dass kantonale Behörden Personen, die mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit ein Fahrzeug führen, berufliche Fahrten auch während eines Führerausweisentzugs erlauben dürfen. Davon profitieren etwa Lastwagenchauffeure, Pizzakuriere oder Bus- und Taxifahrerinnen. Wie die NZZ schreibt, ist der Widerstand aus den Kantonen aber gross: In der Vernehmlassung hätten sich zahlreiche Kantone kritisch bis ablehnend geäussert. Nidwalden etwa schreibt, dass die präventive Wirkung eines Ausweisentzugs verloren gehen könnte. Zürich und andere Kantone kritisieren die fehlende Rechtsgleichheit, Basel-Stadt schreibt, dem Missbrauch sei damit Tür und Tor geöffnet. Das Verkehrsdepartement wird die Vernehmlassung nun auswerten.

Mehr Geld für den ÖV: Der Bundesrat hat am Mittwoch ein zweites Massnahmenpaket für den öffentlichen Verkehr beschlossen. Das berichten die «Freiburger Nachrichten» (nicht online). Die Massnahmen vom letzten Jahr sollen verlängert werden. So kann der ÖV, dem durch die Coronakrise grosse finanzielle Einbussen entstehen, auch dieses Jahr finanziell unterstützt werden. Der Bundesrat will etwa Defizite beim regionalen Personenverkehr und im Schienengüterverkehr übernehmen.

ANKÜNDIGUNG: Die Medienschau pausiert vom 14. bis 29. August. Sie wird ab dem 30. August im gewohnten Umfang weitergeführt.

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