Warum Bahnfahren weniger externe Kosten verursacht als Velofahren: Die wichtigsten Erkenntnisse aus der neuen Bundesstudie (Abo)

Der Strassenverkehr verursacht am meisten externe Kosten. Bild: Ilia Bronskiy / Unsplash

Lärm, Unfälle und Luftverschmutzung: Der Verkehr verursacht hohe externe Kosten, die nicht von den Benützern getragen werden. Der Bund hat berechnet, wie hoch diese pro Verkehrsmittel ausfallen. Trotz gesundheitlicher Vorteile schliesst das Velo negativ ab und das Auto schlechter als in früheren Berechnungen.

von Stefan Ehrbar
29. August 2022


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Wer mit dem Auto unterwegs ist, bezahlt über den Treibstoff Steuern, mit denen etwa der Unterhalt und der Bau von Strassen finanziert werden. Doch für andere Kosten, die wegen des Autofahrens entstehen, kommen die Benützer nicht auf: Etwa gesundheitliche Schäden, weil Lärm und Luftverschmutzung krank machen, oder Kosten, die für die Genesung nach Unfällen anfallen. Diese externen Kosten werden – anders als die internen Kosten (manchmal auch «private Kosten» genannt) – von der Allgemeinheit bezahlt.


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Der Strassenverkehr ist nicht die einzige Art von Verkehr, die solche externe Kosten zur Folge hat. Auch unter Bahn- oder Fluglärm leiden Menschen, und beim Velofahren kommt es zu vergleichsweise vielen Unfällen, die hohe Heilungskosten und Ausfälle bei der Arbeit zur Folge haben.

Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) berechnet alle paar Jahre neu, wie hoch die externen Kosten des Verkehrs in der Schweiz ausfallen. Ende Juni wurde die neueste Fassung mit Zahlen für das Jahr 2019 veröffentlicht.

Nicht alle externen Kosten lassen sich mühelos in einen Geldwert umsetzen. So gibt es kein Preisschild, wenn wegen dem Bau einer Verkehrsinfrastruktur ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen verloren geht, oder für das Leid von Menschen, die Angehörige bei einem Autounfall verlieren. Um diesen Wert zu berechnen, wird etwa auf Befragungen zurückgegriffen, welche zeigen, welche Kosten die Gesellschaft bereit ist auf sich zu nehmen, um einen Todesfall zu verhindern. Daraus kann abgeleitet werden, wie hoch ein verlorenes Lebensjahr bewertet werden soll. Für das Jahr 2019 geht das ARE von einem Wert von 6,9 Millionen Franken für den sogenannten «Wert des statistischen Lebens» aus.

Mobimag hat die aktuelle Studie analysiert und mit der letzten Ausgabe aus dem Jahr 2014 mit Zahlen für das Jahr 2010 verglichen. Die externen Kosten berücksichtigen den Personen- und den Güterverkehr. Das sind die sieben wichtigsten Erkenntnisse:


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  • Die externen Kosten des Verkehrs insgesamt sind zwischen 2010 und 2019 deutlich von 12 auf 14 Milliarden Franken pro Jahr angestiegen. Das liegt vor allem daran, dass mehr Kilometer zurückgelegt werden, dass die Bevölkerung zunahm und dementsprechend mehr Leute von Lärm und Luftverschmutzung betroffen sind, und an steigenden Preisen und Einkommen. Dass es gleichzeitig zu immer weniger Autounfällen kommt und die Elektromobilität sich durchzusetzen beginnt, konnte diese Effekte noch nicht wettmachen.
  • In absoluten Zahlen ist der Strassenverkehr mit externen Kosten von 11,2 Milliarden Franken der grösste Kostenblock, gefolgt vom Luftverkehr mit 1,5 Milliarden Franken, dem Schienenverkehr mit 1,2 Milliarden Franken und dem Schiff mit 106 Millionen Franken. Bei der Strasse macht der private Verkehr mit Autos den grössten Teil aus (7,8 Milliarden Franken), gefolgt vom Fuss- und Veloverkehr (1,1 Milliarden Franken). Der öffentliche Verkehr auf der Strasse verursacht externe Kosten von 293 Millionen Franken. Als einzige Verkehrsart sorgt der Fuss- und Veloverkehr auch für einen Nutzen, der der Allgemeinheit zugrunde kommt. Wer zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs ist, tut etwas für seine Gesundheit und senkt so die Kosten des Gesundheitssystems. Dieser Effekt schlägt mit 1,4 Milliarden Franken pro Jahr zu Buche.
  • Der Langsamverkehr nützt kombiniert mehr als dass er schadet (1,1 Milliarden Franken negative externe Kosten vs 1,4 Milliarden Franken positiver externer Nutzen). Allerdings betrifft dies vor allem den Fussverkehr. Beim Veloverkehr wird dieser Nutzen durch höhere Unfallkosten wieder zunichte gemacht, so dass auch das Velo insgesamt negativ abschneidet.


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