Welche Probleme lösen Elektroautos – und wo werden sie überschätzt? Teil 1/3: Die Klimabilanz (Abo)

Wie sauber sind Elektroautos wirklich? Bild: Michael Fousert / Unsplash

Lösen Elektroautos Verkehrsprobleme? Wie sauber sind sie wirklich und welche Folgen hat die Förderung der Rohstoffe für ihre Batterien? Mobimag beantwortet die drängendsten Fragen zur Elektromobilität in einer Serie. Im ersten Teil wird die Frage nach der Klimabilanz der Stromer beantwortet.

von Stefan Ehrbar
14. September 2021

Wie grün sind Elektroautos? Diese Frage stellen sich viele Autokäufer. Sie interessiert aber auch vor dem Hintergrund der Bekämpfung des Klimawandels. 


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Elektroautos sind keine emissionsfreie Art der Fortbewegung. Während sie im Betrieb tatsächlich keine Luftschadstoffe emittieren, verursacht ihre Herstellung viele Emissionen. Insbesondere trifft das auf die Batterien zu. In der Herstellung fallen bei Elektroautos heute deutlich mehr Emissionen an als bei der Herstellung von konventionellen Benzin- oder Elektroautos. In einem Vergleich der Klimabilanz dieser Fahrzeuge wird das als Startlast der Elektroautos bezeichnet.


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Eine Metastudie, welche das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) im Auftrag des Instituts Agora Verkehrswende erstellt hat, zeigt die entstehenden Emissionen auf. 75 Prozent der Treibhausgasbilanz der Batterieherstellung gehen demnach auf die Zellherstellung zurück und davon 50 Prozent auf den Strombedarf. Batterien werden meistens in ostasiatischen Ländern wie China, Japan oder Südkorea gefertigt, die über einen deutlich klimaschädlicheren Strommix verfügen als die Schweiz. 


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Ebenfalls einen Einfluss auf die Klimabilanz der Fahrzeuge haben die verwendeten Materialien für die Batterien, allen voran das für die Kühlung und Gehäuse benötigte Aluminium, Kupfer und Stahl. Hinzu kommen die Aktivmaterialien der Kathode. Für deren Herstellung werden Lithiumhydroxid, Kobalt-, Nickel- und Mangansulfat eingesetzt. 

Unterschiede gibt es aber nicht nur bei dem Antrieb. Elektroautos kommen mit weniger Stahl aus, haben aber einen höheren Anteil an Aluminium sowie mehr Elektronikbauteile. Für ein vergleichbares Fahrzeug der Kompaktklasse werden laut ifeu in der Produktion demnach 12’400 Kilogramm CO2-Äquivalente freigesetzt, wenn es sich um ein Elektroauto handelt, und 6’700 Tonnen bei einem Benzin-Auto. 

Dieser Effekt zeigt sich auch in Daten des Paul-Scherrer-Instituts zur Klimabilanz einzelner Fahrzeuge, welche der TCS zur Verfügung stellt.


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