Interview mit TPG-Chef Denis Berdoz: «Genf steht an zehnter Stelle der meistgenutzten Tramnetze der Welt» (Abo)

Die TPG haben ambitionierte Klimaziele. Bild: tpg.ch

Denis Berdoz ist Direktor der Genfer Verkehrsbetriebe TPG. Im Interview verrät er, warum das Genfer Tramnetz in Richtung Frankreich wächst, wo er selbstfahrende Fahrzeuge einsetzen will und warum die TPG schon im Jahr 2030 zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie unterwegs sein müssen.

von Stefan Ehrbar
18. Juli 2022


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Herr Berdoz, wo stehen die TPG derzeit in Bezug auf die Auslastung im Vergleich zu 2019?
Denis Berdoz: Wir haben einen neuen Fahrgastrekord erreicht, «angetrieben» durch das Fussballspiel Schweiz-Spanien im Stade de Genève am 9. Juni mit 723’408 Einsteigern an einem einzigen Tag. Dies ist der höchste Wert, der seit 2019 verzeichnet wurde. Die Zahl der Fahrgäste auf den Linien der tpg bewegt sich derzeit zwischen 90% und 95% der Zahlen vor der Coronakrise.

Wann werden Sie voraussichtlich wieder das Niveau vor der Krise erreichen?
Die Covid-19-Krise hat uns gelehrt, bescheiden zu bleiben. Es ist heikel, Vorhersagen zu treffen. Wir stellen fest, dass die Kunden auf unsere Linien zurückkehren, die zu einem städtischen Netz gehören. Wir rechnen damit, dass wir bis 2024 wieder das Niveau von vor der Krise erreichen.


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Mit der Eröffnung der CEVA ist die S-Bahn in der Region Genf stärker geworden. Wie wirkt sich dies auf die TPG aus?
Es handelt sich um eine sehr positive Entwicklung. Die Ziele, die bei der Einführung im Dezember 2019 gesetzt wurden, wurden bereits übertroffen. Und das Netz des Léman Express wird weiter wachsen. Diese Erweiterung des Angebots kommt allen Akteuren der Mobilität innerhalb der Agglomeration Genf zugute, darunter auch den tpg.

Ist die Nachfrage dadurch gestiegen oder hat sie sich auf den Zug verlagert?
Die Netze des Léman Express und der tpg ergänzen sich. Die Inbetriebnahme des Léman Express hatte einen Multiplikatoreffekt auf die Fahrgastzahlen des tpg-Netzes, insbesondere an den Haltestellen, an denen zwischen den Systemen umgestiegen wird. Dank deutlich kürzerer Fahrzeiten war der Anstieg der Nutzerzahlen an einigen multimodalen Plattformen, wie z. B. Lancy-Bachet-Gare, sehr ausgeprägt. Wir haben in unserem Unternehmen eine echte «Kultur des Umsteigens» eingeführt.

Die TPG betreiben ein relativ großes Trolleybusnetz. Wäre auch hier ein Ausbau denkbar?
Die Trolleybusse werden weiterhin das Herzstück unseres städtischen Netzes bleiben. Wir nutzen die neue Generation von Traktionsbatterien, um einige bestehende Trolleybuslinien zu verlängern. Die wichtigsten Entwicklungen der nächsten Jahre werden hingegen mit schnell aufladbaren Elektrobussen erfolgen, die uns von Oberleitungen unabhängig machen und die Entwicklung der Routen im Laufe der Zeit erleichtern werden. Dies gilt insbesondere für Buslinien mit hoher Frequenz und mit 24 Meter langen Doppelgelenkfahrzeugen.

Denis Berdoz. Bild: tpg.ch

Im Gegensatz zu den Städten in der Deutschschweiz fahren die Trams in Genf unter der Woche manchmal bis 2 Uhr morgens. Woher kommt dieser Unterschied – und wie gross ist die Nachfrage nach solchen Verbindungen?
Die Genfer Trams verkehren nicht unbedingt später als anderswo in der Schweiz, aber es stimmt, dass sie eine sehr hohe Anziehungskraft haben. Der Grossteil des Netzes ist weniger als 20 Jahre alt und wurde auf stark urbanisierten Achsen gebaut. Aus diesem Grund nehmen Trams einen wesentlichen Platz in der Mobilität ein. Sie werden stark genutzt. Genf steht in der Tat nach Istanbul oder Hongkong an zehnter Stelle der am stärksten ausgelasteten «Stadtbahn»-Netze der Welt.


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