Die Nachfrage steigt: Den FlugBus und FlugZug direkt mit dem Flugticket buchen

Mit SWISS Air Rail können Reisende ganz einfach den Bahnhof in Verbindung mit einem Swiss
Flug buchen. Bild: Swiss

Im Zeichen der Klimadiskussion bieten Fluggesellschaften mit Bahnunternehmen zusammen wieder vermehrt gemeinsame Mobilitätsnetze in einer Buchung an. Dezidierte Züge wie der Lufthansa Airport Express in den Farben der Fluggesellschaft waren hingegen nur von kurzer Dauer. Ein Überblick.

von Peider Trippi
10. Oktober 2024

Seit fünf Jahren haben die Swiss und die SBB den «FlugZug» kontinuierlich ausgebaut. 2019 taten sich die beiden Transportunternehmen zusammen, um die Verknüpfung von Bahn und Flugzeug in der Schweiz zu verbessern. Die Partnerschaft war vorerst auf fünf Jahre befristet. Im September 2024 gaben die SBB und die Fluggesellschaft Swiss bekannt, die Zusammenarbeit in Zukunft unbefristet fortzusetzen und das Angebot um vier Destinationen in Graubünden weiter auszubauen.

Für eine Zugreise mit dem SWISS Air Rail ist ein gültiges Ticket erforderlich. Die Tickets sind über swiss.com oder in einem Reisebüro erhältlich, nicht aber an Bahnhofs- oder Gepäckschaltern. Swiss bietet ein automatisches Check-in, man kann aber auch manuell auf swiss.com einchecken. Fluggäste der SWISS Business und der SWISS First reisen auch im Zug in der ersten Klasse. Auf den SWISS Air Rail Verbindungen nach Bregenz und München Hauptbahnhof besteht eine automatische, kostenlose Sitzplatzreservation. Gemäss Swiss ist das Zugticket einen Tag vor Abflug bis zu einem Tag nach Ankunft des Fluges gültig.

Swiss-Kunden können mit dem Angebot als Abfahrts- oder Ankunftsort einen der verfügbaren Bahnhöfe auswählen und so Zug- und Flugreise in einem Schritt buchen. Es gibt nur ein Check-in und die Reisenden erhalten sämtliche Boardingpässe von Swiss. Im Falle von Verspätungen bietet die Fluggesellschaft den Gästen eine Anschlussgarantie. Um zusätzliche und insbesondere touristische Orte optimal an das weltweite Streckennetz anzubinden, legt Swiss gemäss Mitteilung den Fokus auch auf Direktverbindungen ohne Umsteigen und optimiert den Kundendienst bei Verspätungen oder Zugausfällen.

Was mit der strategischen Partnerschaft auf der Strecke Basel – Zürich-Flughafen begann, hat sich heute zu einem Netz von über zwanzig Destinationen entwickelt, das bei den Kundinnen und Kunden auf grosse Resonanz stösst. Für 2024 erwarten die beiden Unternehmen bei SWISS Air Rail ein Nachfragewachstum von 15 Prozent.

Deutschland als Pionier

Der Lufthansa-Airport-Express wurde auf Bestreben des deutschen Verkehrsministeriums ab 1982 eingerichtet. Wesentliches Ziel des Konzepts war es, durch die Verlagerung von Kurzstreckenflügen bis 300 Kilometer Entfernung Flughafenkapazitäten für Langstreckenflüge freizusetzen und gleichzeitig die Umwelt zu schonen. Der Lufthansa-Airport-Express, wurde bis 1993 betrieben. Er diente als Ersatz für Kurzstreckenflüge auf den Verbindungen von Düsseldorf und Stuttgart zum Flughafen Frankfurt Main. Obwohl die Ausstattung und das Design der Züge eher dem Lufthansa-Standard der Business Class entsprachen – zum Einsatz kamen ausschliesslich Fahrzeuge der ersten Wagenklasse – mussten die Passagiere nur den günstigeren Zweitklass-Tarif entrichten. Die Züge verkehrten dabei sowohl unter einer Zugnummer als auch unter einer Lufthansa-Flugnummer, das Gepäck wurde direkt zu den Anschlussflügen durchgecheckt. Allein im letzten ganzen Betriebsjahr 1992 nutzten 270.000 Passagiere die Züge.

Heute bietet Lufthansa Express Bus zwischen Strassburg und Frankfurt sowie Nürnberg, Innsbruck und München Reisen auf «Flughöhe null» an. Diese Routen sind nur in Verbindung mit einem von Lufthansa oder einer Partner-Airline durchgeführten Hin- oder Anschlussflug buchbar. Dank angemessener Frequenzen und nahtloser Umsteigezeiten wird ein Anschluss auf den Abflug garantiert. Dabei gibt es ein Ticket und ein Check-in für Bus und Flug von Lufthansa sowie eine Sitzplatzreservierung für die Busfahrt. Dies inklusive einer Meilengutschrift auch für die Busfahrt. Das Check-in kann ab 23 Stunden bis 15 Minuten vor Abfahrt gleichzeitig für Bus und Flug erfolgen.

Intermodalität mit Air France innerhalb Frankreichs

Air France und die französische Bahn SNCF ermöglichen es Kunden bei ihren Frankreichreisen Zug- und Flug in einer einzigen Buchung zu kombinieren. Dieser „Train + Air“-Service, der bisher auf 33 Strecken von/nach Paris Charles de Gaulle und Paris-Orly (über den TGV-Bahnhof Massy) angeboten wurde, wächst nun um acht weitere Strecken von/nach Aix-en-Provence, Arras, Laval und Lille Flandres. Mit der Erweiterung des Streckennetzes erhöht sich die Zahl der von Air France im Rahmen des „Train + Air“-Service angebotenen Strecken auf 41, die von 22 Bahnhöfen aus bedient werden.

Dank „Train + Air“ erhalten die Kunden eine einzige Reservierung für ihre gesamte Reise sowie eine kostenlose Sitzplatzgarantie für den nächsten verfügbaren Flug oder TGV INOUI-Zug, falls der Flug oder Zug Verspätung hat. Die Reise ist nun vollständig digitalisiert: Die Kunden können vor dem Abflug online auf airfrance.com ab 30 Stunden vor Reiseantritt für ihre gesamte Reise einchecken, einschließlich der Zugfahrt. Air France-Passagiere in der La Première- oder Business-Kabine reisen in den Zügen der SNCF in der ersten Klasse.

Weitere Angebote in Europa
Austrian Airlines bietet mit dem AIRail-Angebot Verbindungen von den Hauptbahnhöfen Linz, Salzburg, Graz oder Innsbruck von/nach Wien an und bietet dabei eine Verbindungsgarantie. Sollte der Zug oder Flug unerwartet verspätet sein, wird eine Alternative durch eine Umbuchung vorbereitet. Miles & More Meilen werden angerechnet. Auf der Weststrecke werden Linz und Salzburg mit bis zu 50 Railjet-Verbindungen pro Tag im 30-Minuten-Takt mit dem Flughafen Wien verbunden. Zusätzlich werden zehn tägliche Railjet-Verbindungen von und nach Graz und bis zu 13 tägliche AIRail-Verbindungen von und nach Innsbruck angeboten.

Die italienische Fluglinie ITA bietet über Partnerschaften mit AccesRail und FlexFlight kombinierte Flug/Bahntickets an. Dies jedoch nur auf internationalen Flügen. Das bedeutet zum Beispiel, von einem italienischen Bahnhof abzufahren, am Bahnhof des Flughafens Rom Fiumicino anzukommen, am entsprechenden Schalter einzuchecken, um nach London zu fliegen und dann weiter nach Edinburgh per Zug zu reisen – alles mit einem Ticket! Der Preis für die Zugbeförderung ist in den Kosten des von ITA Airways ausgestellten intermodalen Tickets für die gesamte Hin- und Zielreise enthalten, so dass kein zusätzliches Ticket nötig ist. Die Tickets können über ita-airways.com, der ITA-App, in Reisebüros, ITA-Ticketschaltern am Flughafen oder in den Kundencentern gekauft werden. Durch den Partner AccessRail werden Bahnreisen von/nach Destinationen in Spanien, Belgien, der Schweiz und Grossbritannien, über FlexFlight von/nach Deutschland ermöglicht.

KLM Air&Rail und Eurostar sowie SNCF TGV bieten kombinierte Reiseangebote auf den Strecken Bahnhof Brüssel-Midi/Zuid oder dem Hauptbahnhof Antwerpen an den Amsterdamer Flughafen Schiphol respektive an die Flughäfen Paris-Charles de Gaulle und Orly an. Dabei ist beim Zugticket zu beachten, dass das Zugticket am Air France KLM Air&Rail-Terminal am Bahnhof Brüssel-Midi/Zuid abzuholen ist. Ab Antwerpen erfolgt das Zugticket online. Für die Rückreise zum Bahnhof Brüssel-Midi/Zuid und zum Hauptbahnhof Antwerpen muss das Bahnticket beim Check-in am Ankunftsflughafen abgeholt werden. Dies jeweils zwischen 90 und 30 Minuten vor der planmässigen Abfahrt des Zuges.

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