Mehr Komfort dank der Premium Economy – Klasse: Ihre Beliebtheit macht sie zu einer echten Erfolgsgeschichte der Luftfahrt-Branche  

Premium-Economy bei Edelweiss: Dank Hartschalensitz bleibt der Sitz grosszügig, auch bei zurückgelehntem Vordersitz, und mit mehr Beinfreiheit (ganze 20 cm zusätzlich). 
Wireless Charging, Bluetooth und 15,6 Zoll Bildschirm mit Bild in 4K-Qualität sorgen für ein entspanntes Entertainment. Bild Edelweiss

Weltweit wächst die Premium-Economy-Klasse, und sie wächst schneller als die Economy- und Business-Klassen. Für die Mehrheit der Passagiere ist der Ticketpreis bei der Buchung von Flügen das Hauptthema. Doch Komfort zählt heute mehr denn je.

von Peider Trippi,
10. Juni 2026

Die Welt ist komplex, und weltweit expandieren Billig- und Ultra-Billigfluggesellschaften und erobern einen stetig wachsenden Marktanteil. Das bedeutet jedoch nicht, dass Premium-Sitzplätze zwangsläufig weniger werden. Im Gegenteil: Premium Economy ist ein wachsender Trend in der Luftfahrtbranche, und die Nachfrage kommt sowohl von Ferienreisenden als auch von Geschäftsreisenden.

Viele Ferienreisende sind bereit, für den zusätzlichen Komfort und die Annehmlichkeiten der Premium Economy mehr zu bezahlen, während manche Geschäftsreisende darin einen Kompromiss sehen, um die hohen Kosten der Business Class zu vermeiden. Für Fluggesellschaften können Premium-Sitzplätze lukrativ sein, weshalb sie die Anzahl der angebotenen Premium-Economy-Sitze in ihren Flugzeugen erhöhen.

Warum boomt Premium Economy auf der Langstrecke?

Im Jahr 2024 wuchs die Gesamtkapazität im Nordatlantik um 5,9 %, angeführt von der Premium Economy mit einem Plus von 8,0 %. In 2025 ging das Gesamtwachstum voraussichtlich auf 2,4 % zurück, wobei die Premium Economy – Segment mit 4,3 % immer noch starker wuchs. Die Sitzplatzkapazität in Economy und Business Class stieg ebenfalls, jedoch langsamer. Auffällig ist der starke Rückgang der First-Class-Kapazitäten um rund 40 % im Vergleich zu 2019. Es gibt viele Gründe für den Aufstieg der Premium Economy auf Lang- und Ultralangstreckenflügen, doch ein Grossteil hängt mit dem demografischen Wandel und veränderten Erwartungen an das Fliegen zusammen.

Demografische Faktoren bestimmen massgeblich die Nachfrage und das Verhalten des Flugverkehrs, wobei Einkommen, Alter, Bildung und Urbanisierung die wichtigsten Faktoren sind. Steigende Einkommen in Schwellenländern, eine Verlagerung hin zu jüngeren (Millennial/Gen Z) Reisenden und höhere Bildungsniveaus korrelieren stark mit dem gestiegenen Flugpassagier-Volumen und dem Trend zu Premium Economy. Auch die alternden Bevölkerungen in entwickelten Regionen verstärken den Bedarf nach mehr Komfort. Im Beitrag «Wichtige Treiber bei der Prognose der Flugpassagiernachfrage» umschreibt die IATA die Einflussfaktoren (in Englisch).

Immer mehr Menschen möchten entweder so günstig wie möglich oder komfortabel und gleichzeitig bezahlbar fliegen. Ersteres erklärt den Aufstieg der Billigfluggesellschaften, während Letzteres den Aufstieg der Premium Economy stärkt. Dennoch, die Economy-Klasse bleibt dabei für viele Passagiere der preiswerteste Weg für einen Flug in die weite Welt, Mobimag berichtete in diesem Beitrag darüber.

Alles begann in den 1990er Jahren

Premium Economy, das Anfang der 1990er Jahre als «Mittelweg» zwischen Economy und Business Class auftrat, wurde 1992 von EVA Air («Evergreen Class») und Virgin Atlantic («Mid Class») begründet. Die englische Fluggesellschaft nannte ihre Mid Class 1994 in «Premium Economy» um. Diese Sitzklasse gewann an Beliebtheit durch mehr Beinfreiheit, breitere Sitze und einen verbesserten Service für Langstreckenflüge zu einem Preis unter der Business Class, getrieben durch die Nachfrage nach Komfort. Virgin Atlantic bot grössere Sitze in einer separaten Kabine auf den Boeing 747 Jumbojets, behielt jedoch den gleichen Mahlzeitenservice wie die Economy-Kabine bei. Passagiere, die für diese Klasse gebucht waren, erhielten zudem separate Check-in-Schalter am Flughafen sowie ein Willkommensgetränk nach dem Einsteigen.

US-Fluggesellschaften begannen, ein leicht anderes Modell zu übernehmen, das jedoch auf demselben Konzept basierte. TWA war die Erste, die allen Passagieren, die in den Economy-Kabinen auf ihren Flügen reisten, mehr Beinfreiheit bot. Das Produkt von 1993, das als ‚Comfort Class‚ (Werbevideo) gebrandet war, bot keine separaten Kabinen oder erweiterte Mahlzeiten an, bot jedoch ein paar zusätzliche Zentimeter Beinfreiheit für Economy-Passagiere. American Airlines war die Erste, die ein echtes Premium-Economy-Klasse-Produkt einführte und es bis 2016 in der gesamten Langstreckenflotte verfügbar machte, wodurch mehr Premium-Economy-Kapazität als bei jeder anderen US-Fluggesellschaft verfügbar war.

Tatsächlich stehen die Fluggesellschaften nun in einem heftigen Wettbewerb, welche die beste Version der Premium-Economy auf dem Markt bieten kann, da immer mehr Fluggesellschaften das Modell übernehmen. Designinnovationen, zunehmend aufwendige Sitzdesigns und Anpassungen der Menüs an Bord sind Teil dieses Kampfes, wobei die Messlatte von jedem neuen Marktteilnehmer immer höher gelegt wird.

Die in Dubai ansässige Emirates führte die Premium-Economy 2022 auf seinen Airbus A380- und Boeing 777-300ER-Flotten ein. Bild Emirates

Preise für Premium Economy

Während die Flugpreise im Bereich der ersten und Business-Klasse traditionell hoch geblieben sind, blieben die Flugpreise in der Economy-Klasse hartnäckig niedrig, da der Wettbewerb durch die Low Cost – Airlines härter wurde. Mit der Zunahme der Marktsegmentierung und Reisende besser auf ihre Bedürfnisse und Anforderungen achten, haben sich Fluggesellschaften an diese Verhaltensänderungen angepasst.  Ihre Kabinen-Produkte wurden angepasst und neue Preisklassen und -Modelle eingeführt. Ziel ist es, so viele Sitze wie möglich auf jedem Flug zu verkaufen und gleichzeitig die Einnahmen aus diesen verkauften Sitzen zu maximieren und die Kosten so niedrig wie möglich zu halten. Die ersten beiden Elemente dieser Theorie können nur erreicht werden, wenn man das anbietet, was die reisende Öffentlichkeit zu einem Preis will, den sie bereit ist, dafür zu zahlen.

Die Premium Economy kostet typischerweise 30 % bis 100 % mehr als die reguläre Economy. Der Preis hängt stark von Fluggesellschaft, Strecke, Buchungszeitpunkt und der Nachfrage ab. Neben dem Komfort bietet die Premium Economy oft zwei statt einem Gepäckstück, besseres Essen und bevorzugtes Boarding. Fluggesellschaften bezahlen auch Steuern, die variieren je nach Land, Flughafen und Sitzklasse. Beispielsweise in Grossbritannien beträgt die Air Passenger Duty (APD) für internationale Flüge von mehr als 5.500 Meilen (Ultra-Langstrecken) 94 £ (ca. CHF 100) für Economy-Sitze und £224 (ca. CHF 240) für Premium Economy was sich dann auch in den Flugendpreisen nieder schlägt. Bei den laufenden Bemühungen Treibstoffzuschläge einzuführen sind wohl ähnliche Effekte zu erwarten.

Für Premium Economy – Fluggäste von Singapore Airlines besteht die Möglichkeit, das Hauptgericht über «Book the Cook“ ab sechs Wochen bis spätestens 24 Stunden vor Abflug vorzubestellen. Bild Singapore Airlines

Kulinarik in Premium Economy

Zunehmend ist es das kulinarische Erlebnis und nicht nur der Sitz, das darüber entscheidet, ob sich eine Airline von der Konkurrenz abhebt. Simple Flying hat dazu eine Übersicht veröffentlicht: Premium-Economy-Dining-Angebot im Jahr 2026. Folgende Fluggesellschaften werden zu den kulinarischen Erlebnissen beschrieben: Cathay Pacific, Emirates, Qantas, Singapore Airlines, Air France und Virgin Atlantic.

Rating der Premium Economy Angebote

Mit dem Fortschritt der Technologie im Passagierkabinendesign wird es wahrscheinlich weitere Verbesserungen bei Premium-Economy-Produkten geben, die von Airlines angeboten werden.

Übersicht von Simple Flying über die Sitzbreite in Premium Economy:

  • Virgin Atlantic verfügt über eine grosszügige Premium-Economy-Konfiguration, wie sie bei seinen Airbus A330-300 und Boeing 787-9 Dreamliner ab London zu finden sind. Die 53,3 cm breiten Premium-Economy-Sitze von Virgin sind derzeit weltweit führend in der Breite dieser Kabinenklasse. Sie verfügen ausserdem über grosszügige 96,5 cm Beinfreiheit auf allen Flugzeugen. Die von diesen Jets bedienten Ziele umfassen eine lange Liste der wichtigsten Städte Amerikas an der Ost- und Westküste sowie Freizeit-Hotspots in der Karibik, Afrika und Asien. Wegen einer 2-4-2 Sitzanordnung gilt dies aber nicht auf den neuen Airbus A350-1000.
  • Qantas bietet 52,1 cm breite Sitze in ihren Boeing 787-9. Iberia, Cathey Pacific und Air Canada sind mit 50,8 cm ebenfalls in der Top-Liga zu finden. Die letzteren zwei sind bekannt für zuverlässigen, hochwertigen Service und exzellente Annehmlichkeiten wie bevorzugte Gepäckabwicklung, Lounges und Check-in.

SWISS mit 46 bis 48 cm Sitzbreite kann hierbei nur bedingt mithalten. Mit 99 cm bietet sie allerdings mehr Beinfreiheit. Weitere Vorteile im SWISS Premium-Economy-Service finden Sie hier.

Bei Edelweiss wird ab Dezember 2026 die Premium Economy schrittweise auf der gesamten Airbus A350-Flotte eingebaut. Mehr dazu hier. Mit ausgewählten Extras wie einer erweiterten Menüauswahl, kostenfreien alkoholischen Getränken, Noise-Cancelling-Kopfhörern und zusätzlichem Komfort bietet dann Edelweiss ein noch entspannteres Reisegefühl.

Die besten Premium-Economy-Fluggesellschaften der Welt 2025 gemäss SkyTrax:

  • Die ersten fünf Ränge belegen Virgin Atlantic, Japan Airlines, Emirates, Singapore Airlines und EVA Air aus Taiwan. SWISS folgt hier erst auf dem 17. Rang.
  • Bezüglich des Catering in der Premium Economy belegen Virgin Atlantic, Singapore Airlines, EVA Air, Emirates und Cathey Pacific die ersten fünf Ränge.

Zu SkyTrack: Eine zentrale Direktive der SkyTrack-Umfrage ist es, dass Kunden ihre eigenen, persönlichen Entscheidungen darüber treffen, welche Fluggesellschaften sie für die besten halten, was die Marke als Passenger’s Choice Awards hervorhebt. Über 325 Fluggesellschaften sind in den Umfrageergebnissen enthalten. Die Kundenbefragungen liefen von September 2024 bis Mai 2025.

Angesichts der Tatsache, dass das Premium-Economy-Konzept erst vor etwas mehr als dreissig Jahren entwickelt wurde, macht das enorme Wachstum insbesondere bei Langstreckenreisenden diese Klasse zu einer echten Erfolgsgeschichte der Flugbranche des 21. Jahrhunderts.

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