Details zu neuen Nachtzügen // Erster Flug nur für Geimpfte // Deutsche ohne Verständnis für Lokführer-Streik

Das Nightjet-Netz wird grösser. Bild: ÖBB

Auf den Fahrplanwechsel Ende Jahr gehen neue Nachtzüge in Betrieb, unter anderem von Wien nach Paris. Diese Verbindung kann auch von Schweizern genutzt werden. Ausserdem im Blick aufs Ausland: Nach Singapur gibt es Flüge nur für Geimpfte – und die Lokführer in Deutschland haben wenig Rückhalt.

von Stefan Ehrbar
10. September 2021


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Neue Nachtzug-Details

Mit dem Fahrplanwechsel Ende Jahr nehmen neue Nachtzüge den Betrieb auf – unter anderem jener von Zürich über Basel nach Amsterdam. Dieser Zug soll Zürich voraussichtlich täglich um 21.59 Uhr verlassen und um 9 Uhr morgens in Amsterdam ankommen. In der Gegenrichtung kommt der Zug um 8 Uhr morgens in Zürich an.


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Ebenfalls neu eingeführt wird ein Nachtzug von Wien über Salzburg, München, Karlsruhe und Strasbourg nach Paris. Zu dieser Verbindung sind nun neue Details bekanntgeworden, die von verschiedenen Nutzern auf der Plattform Twitter bekanntgegeben wurden (zum Thread).

Demnach wird der Nightjet mit der Nummer 468 zunächst dreimal pro Woche und Richtung verkehren – zwischen Wien und Paris am Montag, Donnerstag und Samstag, in Gegenrichtung am Mittwoch, Freitag und Sonntag. In Wien Hbf soll er um 19.40 Uhr abfahren, in Salzburg um 22.18 Uhr, in München Ost um 00.03 Uhr, in Strasbourg um 5.06 Uhr und die Ankunft in Paris Est ist für 9.42 Uhr geplant. In Gegenrichtung soll er Paris Est um 19.58 Uhr verlassen, Strasbourg um 00.36 Uhr, München Ost um 5.47 Uhr und die Ankunft in Wien ist um 10.12 Uhr geplant.


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Der Zug wird laut diesen Informationen keinen Speisewagen führen. Er ist auch für Schweizer Passagiere eine Möglichkeit, nach Paris zu gelangen. Ab Zürich kann der Zug etwa in München Ost bestiegen werden. Dafür muss Zürich um 19.03 Uhr mit dem Eurocity verlassen werden, in München Hbf ist ein Umstieg auf die S-Bahn nötig. In der Gegenrichtung kann der Zug in Strasbourg verlassen werden, womit eine Ankunft in Basel SBB um 6.38 Uhr und in Zürich HB um 8.00 Uhr möglich ist. Allerdings fährt derzeit um 18.23 Uhr der letzte TGV von Paris nach Zürich, der in Basel SBB um 21.26 Uhr ankommt und in Zürich HB um 22.26 Uhr. Das dürfte für die meisten Passagiere die attraktivere Verbindung darstellen.

Vorerst nichts wird aus der zunächst für Frühling 2022 geplanten Einführung des Nachtzugs von Zürich nach Rom. Nach dem Nein der Schweizer Stimmbevölkerung zum CO2-Gesetz im Frühling und damit der möglichen finanziellen Förderung von Nachtzügen durch den Staat steht dieser Zug auf der Kippe. Das Problem bei dieser Verbindung sei, dass sie relativ kurz sei, sagte SBB-Chef Vincent Ducrot diese Woche dem SRF. Auch die für 2024 geplante Nachtzug-Verbindung Zürich-Barcelona ist demnach kritisch, weil sie kompliziert zu betreiben sei. Die übrigen Nachtzug-Ausbaupläne (Mobimag berichtete) sind vom Nein zum CO2-Gesetz laut Ducrot nicht berührt, auch wenn neue Verbindungen nicht oder nur knapp kostendeckend betrieben werden können.

Erster Flug nur für Geimpfte

Die Lufthansa, Singapore Airlines und die Behörden Deutschlands und Singapurs haben ein Abkommen unterzeichnet, welches das Reisen zwischen den beiden Ländern vereinfachen soll. Derzeit sind die Grenzen Singapurs für die meisten Europäer geschlossen respektive die Einreise nur mit Quarantäne möglich. Das Abkommen ermöglicht nun vollständig Geimpften die Einreise ohne Quarantäne, und zwar auch für touristische Zwecke. Allerdings müssen sie weiterhin mehrere PCR-Tests vor Abreise und nach Ankunft absolvieren.


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Das Projekt nennt sich «Vaccinated Travel Lane» und besteht im Wesentlichen aus Flügen der Lufthansa und Singapore Airlines zwischen Frankfurt und Singapur und München und Singapur, an deren Bord sich nur vollständig Geimpfte befinden dürfen.

Diesen Mittwoch um 5.36 Uhr morgens ist der erste solche Flug von Singapore Airlines mit 100 Passagieren aus Frankfurt in Singapur gelandet. Bis am Dienstag hat die Civil Aviation Authority of Singapore knapp 1500 Passagieren aus Deutschland die Erlaubnis erteilt, solche Flüge zu besteigen.

Ein ähnliches Abkommen hat Singapur auch mit Brunei abgeschlossen, Deutschland ist aber das bisher erste europäische Land. Schweizer Flugpassagieren nützt die Möglichkeit derzeit noch wenig. Zwar können sie die Flugzeuge in Frankfurt oder München besteigen, müssten aber in Deutschland geimpft worden sein.


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Die Swiss und der Flughafen Zürich haben gemäss einem Artikel der CH-Media-Zeitungen ebenfalls Interesse an ähnlichen Abkommen mit Staaten wie Singapur und stehen dafür in Austausch mit den zuständigen Behörden. Konkrete Daten für eine Einführung gibt es aber nicht.

Deutsche ärgern sich über Lokführer-Streiks


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Innerhalb von weniger Wochen haben grosse Teile der deutschen Lokführer-Belegschaft drei Mal gestreikt – zuletzt fünf Tage lang. Weitere Streiks sind möglich. Dafür haben die Deutschen wenig Verständnis, zeigt nun eine Umfrage des Instituts YouGov für die Nachrichtenagentur dpa.

Demnach haben 53 Prozent der Befragten kein Verständnis für den aktuellsten Streik, während 36 Prozent angaben, ihn nachvollziehen zu können. Rund jeder siebte Deutsche war laut der Umfrage von Streiks betroffen, die auch in der Ferienzeit und am Wochenende stattfanden und damit nicht nur Pendler trafen.

Die Lokführergewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn haben sich in ihrem Tarifkonflikt bisher nicht einigen können. Zuletzt gab die Deutsche Bahn bekannt, kein neues Angebot zu machen. Es liege eines auf dem Tisch, das wesentliche Forderungen der GDL erfülle.


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Uneinigkeit herrscht etwa in der Frage, ob die GDL einen Tarifvertrag für all ihre Mitglieder abschliessen kann, wozu auch Fahrdienstleiter oder Werkstattmitarbeiter gehören. Die Deutsche Bahn bietet derzeit nur für einen Vertrag für Lokführer und Zugbegleiter Hand. Zudem fordert die GDL höhere Löhne und will Änderungen im Betriebsrentensystem verhindern.

Wer schuld hat an der verfahrenen Situation, dessen sind sich die befragten Deutschen nicht einig. Etwa jeder zweite gab gemäss der YouGov-Umfrage an, beide Seiten müssten sich auf die andere zubewegen. 25 Prozent sehen in erster Linie die GDL in der Verantwortung, 19 Prozent die Deutsche Bahn.



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