Studie: Aviatik schafft Klimaneutralität kaum // Elektroautos polieren Hertz-Bilanz auf // Warum sich jede Stadt fürs Velo ändern kann (Abo)

Auch Städte, die nicht Amsterdam sind, können fürs Velo attraktiv werden Bild: Guus Baggermans/Unsplash

Die Aviatik muss klimaneutral werden. Doch der überschuldeten Branche wird das nicht gelingen, wenn sie nicht schrumpft. Ausserdem im wöchentlichen Blick aufs Ausland mit den Links zu spannenden Geschichten: Hertz profitiert von vielen Elektroautos in der Flotte – und darum kann jede Stadt für Velos so attraktiv werden wie Amsterdam.

von Stefan Ehrbar
6. Januar 2023


Sie möchten werbefrei lesen? Jetzt kostenlos testen!

Aviatik schafft Klimaneutralität nicht ohne Schrumpfen

Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist auch die Luftfahrt gezwungen, ihre Emissionen zu reduzieren. Heute ist sie für etwa drei Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich. Grosse Hoffnung setzen viele auf nachhaltige Biotreibstoffe namens SAF («Sustainable Aviation Fuel»). Doch eine neue Studie zeigt: Die Aviatik in ihrer heutigen Form wird die Klimaneutralität kaum schaffen. Denn die Probleme reichen tiefer.


Sie möchten werbefrei lesen? Jetzt kostenlos testen!

So sind viele Übergangstechnologien noch nicht ausgereift, die Skalierbarkeit ist ungewiss und viele Fluggesellschaften sind gar nicht rentabel genug, um Investitionen in klimaneutrale Flüge zu tätigen. Gleichzeitig wächst die Branche stark.

Stefan Gössling vom Western Norway Research Institute und Andreas Humpe von der Hochschule München haben für ihre Studie «Net-zero aviation: Time for a new business model?» untersucht, wie es der Branche gelingen könnte, einen nachhaltigen und seriösen Pfad in Richtung Klimaneutralität zu beschreiten. Die Studie wurde kürzlich im «Journal of Air Transport Management» veröffentlicht.

Die Autoren gehen davon aus, dass SAF die derzeit einzige Option sind, um die Emissionen des Sektors nachhaltig zu senken. Alternative Technologien seien mit zu viel Unsicherheit behaftet. Die beiden Forscher kommen zum Schluss: Die Aviatik braucht für diese Transformation ein neues Geschäftsmodell.


Sie möchten werbefrei lesen? Jetzt kostenlos testen!

So müsse eine CO2-Steuer eingeführt werden, welche die effektiven Kosten der Emissionen für die Umwelt widerspiegelt. Mit den heutigen Wachstumsraten der Aviatik gehe das aber nicht. «Ein neues Geschäftsmodell für den Luftverkehr wird zu neuen Gleichgewichten im globalen Reiseverkehr führen und möglicherweise die Netto-Null-Pfade mit der Rentabilität der Fluggesellschaften in Einklang bringen», heisst es in der Studie.

Angesichts der begrenzten Verfügbarkeit und der offenen Fragen bezüglich der Skalierbarkeit von Biokraftstoffen und synthetischen Treibstoffen brauche es eine Dämpfung des Wachstums der Branche. Denn mit den heutigen Wachstumsraten könne die für CO2-Neutralität benötigte Nachfrage nach SAF schlicht nicht bedient werden.

Problematisch sei eine solche Dämpfung des Wachstums nicht, denn ein Grossteil der Flugreisen werde sowieso «eher durch Wünsche als durch echte Bedürfnisse ausgelöst». Die Befürworter eines unbegrenzten Wachstums, insbesondere die Flugzeughersteller, betonten zwar die wirtschaftlichen Vorteile des Luftverkehrs und setzten Reisewünsche mit Reisebedürfnissen gleich. Die Coronakrise aber habe gezeigt, dass diese Auffassung nicht unbedingt richtig sei. «Die globale Wirtschaft lief auch dann weiter, als der Flugverkehr stark eingeschränkt war, während der globale Tourismus ein neues Gleichgewicht mit Inlands- und interregionalen Reisen fand». Der Luftverkehr komme heute vor allem einer kleinen Gruppe von Vielfliegern zugute, «wobei die sehr niedrigen Preise der Billigairlines nur begrenzte Bedeutung für den sozialen Ausgleich haben».

Die Einführung neuer Treibstoffe bringe hohe Kosten für die Branche mit sich. Diese könne die Aviatik in ihrer heutigen Form nicht tragen. Sie sei von «Überkapazitäten, geringer Rentabilität und Schulden» gekennzeichnet. Es brauche deshalb ein Modell mit einem anderen Verhältnis von Angebot und Nachfrage, damit die Rentabilität steige und sich die Airlines die Investitionen leisten können.

Hertz profitiert von Elektroautos

Der global tätige Autovermieter Hertz aus den USA vermietet immer mehr Elektroautos. Das zahlt sich auch finanziell aus, berichtet das Portal «thecooldown.com».


Sie möchten werbefrei lesen? Jetzt kostenlos testen!

Dass Hertz den Jahresgewinn zuletzt um 12 Prozent habe steigern können, habe auch mit der Umstellung auf Elektroautos zu tun, heisst es in einem neuen Artikel.

[…]


Der ganze Artikel ist exklusiv für Abonnenten zugänglich.

Mehr Informationen zu unseren Abos ab 1.50 Franken erhalten Sie hier.

Jetzt kostenlos eine Woche lang testen?
Zugang mit nur einem Klick!

Voraussetzung ist eine gültige Kreditkarte oder ein Paypal-Account. Innerhalb der ersten 7 Tage findet keine Belastung statt. Sie können Ihr Probeabo jederzeit mit einem Klick beenden. Ansonsten lesen Sie nach einer Woche für 7.90 Franken pro Monat weiter. Sie können jederzeit und fristlos kündigen.

 
Ja, ich möchte Mobimag testen:  
Bitte geben Sie Ihre Email-Adresse, Nutzernamen und Passwort an. Damit können Sie sich jederzeit einloggen.
Hinterlegen Sie Ihre Zahlungsdaten
Name auf der Karte
How you want to pay?

Sie haben bereits einen Zugang?
Login


1 Kommentar

  1. Dass einige Fluggesellschaften nicht rentabel genug sind, ist gar kein Problem bei einer Erhöhung der Abgaben. Die Abgabe betrifft alle genau gleich, das heisst alle erhöhen die Preise und es geht alles wieder auf. Ich persönlich würde zusätzlich die Vielfliegerrabatte komplett verbieten. Fliegen ist ohnehin ein ökologisches Problem. Leute noch zu belohnen, die das oft tun, ist total daneben.

Diesen Artikel kommentieren